Gesetzentwurf in den Niederlanden Radfahrer sollen Finger vom Smartphone lassen

Die Niederlanden wollen gesetzlich verbieten, beim Radfahren auf dem Handy herumzutippen. Laut Regierung ist es eine Reaktion auf gescheiterte Versuche der Verkehrserziehung, vor allem bei Jugendlichen.

Smartphone-Nutzer auf dem Fahrrad
imago/ Westend61

Smartphone-Nutzer auf dem Fahrrad


Radfahrer in den Niederlanden müssen künftig beim Fahren die Finger vom Bildschirm ihres Smartphones lassen. Einen entsprechenden Gesetzentwurf kündigte Infrastrukturministerin Melanie Schultz van Haegen in Den Haag an. Er sieht vor, das Tippen und Verschicken von Nachrichten oder das Spielen während der Fahrt zu verbieten. Telefonieren mit einer Freisprecheinrichtung soll während des Radelns weiterhin erlaubt sein. Das Verbot soll auch für Smartphones gelten, die mit einer Halterung am Lenker befestigt sind.

Das niederländische Parlament muss über Strafen und das Datum des Inkrafttretens des neuen Gesetzes noch entscheiden. Van Haegen argumentierte, Versuche der Verkehrserziehung vor allem bei Jugendlichen seien erfolglos geblieben. 20 Prozent der Unfälle jüngerer Radfahrer hätten jedoch mit der Benutzung des Telefons zu tun.

Durchschnittlich fährt jeder Niederländer im Alter von mehr als zwölf Jahren rund tausend Kilometer pro Jahr mit dem Rad. In der Altersgruppe zwischen 12 und 19 Jahren sind es sogar 2000 Kilometer. Nach Angaben des Statistischen Amtes CBS waren im vergangenen Jahr von insgesamt 621 Verkehrstoten 185 Radfahrer.

Deutschland will nachziehen

In Deutschland gibt es ebenfalls Bestrebungen, Radler härter zu bestrafen, die während der Fahrt ihr Smartphone bedienen. Das ist der bereits bekannte Plan des Verkehrsministeriums von Alexander Dobrindt. Der CSU-Politiker will das Bußgeld von bislang 25 Euro auf 55 Euro erhöhen.

Tippen und surfen soll gleichermaßen verboten werden - ganz gleich ob auf Tablets, E-Readern oder Smartphones. Funktionen wie Sprachsteuer oder der Vorlese-Modus sollen erlaubt bleiben. Das Verkehrsministerium will mit strengeren Strafen eigenen Angaben zufolge erreichen, dass Radfahrer besser auf den Verkehr achten und Unfälle so vermieden werden.

Fahrräder in Amsterdam
REUTERS

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ulz/dpa



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