Nützliches Fahrradzubehör Pumpen, aufladen, entspannen

Mit den richtigen Accessoires macht Radfahren noch mehr Spaß. Beim Treten das iPhone aufladen, Pumpen ohne Gewürge, das Schweizer Taschenmesser für Drahtesel - SPIEGEL ONLINE stellt praktisches und cooles Zubehör für Pedalisten vor.

Fahrräder werden schon mal unterschätzt. Zwei Räder, Speichen, Gangschaltung - was soll es da schon noch für sinnvolle Innovationen geben? In der Tat ist manche Neuerung eher unnütz, wenn man zum Beispiel an die omnipräsenten Federgabeln denkt, die ein durchschnittlicher Cityradler kaum braucht.

Doch es gibt Dinge, die das Radfahren tatsächlich erleichtern. Zum Beispiel ergonomische Griffe, die verhindern, dass die Hände bei längeren Fahrten einschlafen. Oder eine Stromversorgung via Nabendynamo, mit der Radler während der Fahrt Akkus aller Art aufladen können. Besonders nützlich ist das bei leistungshungrigen GPS-Geräten, die gern schon mal dann mangels Saft ausfallen, wenn man ratlos an einer Kreuzung steht. SPIEGEL ONLINE zeigte eine Auswahl praktischer Helfer.

Pumpen mit links: Airstick Longneck

Foto: grofa.com | pd-f

Einen Schlauch mit einer kleinen Pumpe zu füllen - das ist eine Tortur. Nicht nur für den Menschen, sondern auch für das Ventil. Fast zwangsläufig wird es hin- und hergerissen. Auf diese Weise ist auch schon mal ein Schlauch kaputt gegangen. Mit dem Airstick Longneck von Blackburn  dürfte so ein Malheur kaum noch passieren. Der Kopf der Pumpe, den man auf das Ventil steckt, lässt sich nämlich vom restlichen Körper lösen. Einzige Verbindung zwischen beiden Teilen ist dann ein geringelter, druckfester Schlauch. Das Gewürge am Ventil hat so ein Ende. 112 Gramm wiegt der Airstick aus Aluminium. Dank zweier Pumpstufen kann man zunächst flott vorgehen, um schließlich in der zweiten Stufe bis auf acht Bar zu kommen.

Preis: 25 Euro

Velo als Ladestation: E-Werk

Foto: pd-f/ Messe Friedrichshafen

Als Radler braucht man keine Steckdose. Wer etwa einen Nabendynamo hat, kann Handy, iPod, GPS-Gerät oder Digicam einfach während der Fahrt aufladen. Entsprechende Geräte gibt es unter anderem von Dahon und von Tout Terrain. Das E-Werk von Busch und Müller  ist jedoch das flexibelste. Es erlaubt nämlich nicht nur das Laden via USB-Schnittstelle. Ladestrom und -spannung lassen sich vielmehr regeln - zwischen 0,1 und 1,5 Ampere sowie 2,8 und 13,3 Volt. Aufgepasst beim Einstellen: Viele Akkus vertragen zu hohe Werte nicht, also immer erst genau im Handbuch nachlesen.

Das E-Werk kann mit Gummis am Oberrohr oder am Lenkervorbau befestigt werden. Ein Kabel führt zum Nabendynamo (In), ein zweites zum aufzuladenden Gerät (Out). Dank diverser mitgelieferter Adapter lässt sich praktisch jeder kleinere Akku aufladen. Laut Busch und Müller erreicht das E-Werk bereits bei 15 km/h die Ladegeschwindigkeit eines normalen Netzteils. Damit das iPhone auch fest am Lenker sitzt, empfiehlt sich der Kauf eines Universal-Cockpit-Halters - ebenfalls von Busch und Müller.

Preis: 140 Euro (Cockpit-Halter 20 Euro)

Schrauberglück: Park Tool MTB-3

Ohne gutes Werkzeug läuft nichts. Ideal für Touren ist das MTB-3 von Park Tool , eine Art Schweizer Taschenmesser fürs Fahrrad, das in fast jede Tasche passt. Das 340-Gramm leichte Multifunktionswerkzeug besteht aus drei Komponenten, die sich zu einer Einheit zusammenstecken lassen. Dabei sind die obligatorischen Schlitz- und Kreuzschraubendreher, Ringschlüssel (8, 9 und 10 mm) sowie Inbusschlüssel von 1,5 bis 8 mm - aber auch Pedalschlüssel, Speichennippelspanner, Kettennieter und ein Torx-25-Schlüssel enthalten. Praktisch: Die beiden blauen Plastikgriffe dienen zugleich als Reifenheber. Und an einen Flaschenöffner hat Hersteller Park Tool auch gedacht.

Preis: 30 Euro

Sauber bleiben: Chainrunner

Foto: Uwe Carstensen

Es soll ja tatsächlich Leute geben, die ein Fahrrad mit Kettenschutz fahren. Für alle, die sich so was niemals ans Rad schrauben würden, lohnt sich ein Blick auf den Chainrunner . Entwickelt hat den Kettenschutz der Hamburger Radhändler Uwe Carstensen. Er besteht aus einem Plastikschlauch, wie man ihn von der Dusche kennt. Die flexible Plastikhülle ist allerdings auf der ganzen Länge aufgeschnitten, damit man es über die Kette stülpen kann - siehe Youtube-Video .

Richtig aufgesetzt bedeckt der schwarze Plastikschlauch die Kette quasi von außen, auf der Innenseite können die Zähne der Kränze ungehindert in die Kettenglieder eingreifen. Kette und Chainrunner bilden dann eine Einheit - dreht sich die Kette, läuft auch der Kettenschutz mit. Der Chainrunner passt an alle Räder mit Nabenschaltung und an Fixies, nicht jedoch an Velos mit Kettenschaltung. Der Hersteller Dahon rüstet inzwischen einige seiner Falträder serienmäßig mit dem Chainrunner aus.

Preis: 14 Euro

Entspannt zugreifen: Ergon GP1

Foto: ehrit.de

Wer kennt das nicht? Bei einer längeren Tour schmerzen die Hände oder die Finger werden taub. In der Regel ist der hohe Druck des Lenkers auf die Innenhand Schuld. Dort befindet sich der Ulnarnerv. Mit einem ergonomisch geformten Griff lässt sich das Problem in den meisten Fällen lösen: Der Handballen kommt nach oben, die Kontaktfläche wird vergrößert. Ergon  hat mit der GP1-Serie Griffe für kleine und große Hände im Programm - auch in einer Korkvariante. Jeder Fahrer kann den Handauflagewinkel so einstellen, wie es ihm passt. Ein Klemmring sorgt dafür, dass der Griff sich nicht verdrehen kann.

Preis: 28 Euro (Kork: 36 Euro)

USB-Leuchte: Blackburn Flea

Flea Rear USB / Charge

Flea Rear USB / Charge

Fahrradbeleuchtung ist ein ständiges Ärgernis. Zumindest Rennradfahrer dürfen ganz legal zu Akkuleuchten greifen, die dank LED-Technik deutlich heller strahlen als manche dynamobetriebene Funzel. Das Leuchtenset Flea von Blackburn  ist jedoch nicht nur für Rennradler interessant, die ja vor allem auf das geringe Gewicht von nur 17 Gramm schielen. Anders als bei ähnlich kleinen LED-Leuchten arbeitet die Flea nicht mit Knopfzellen, sondern kann über einen Mini-Adapter an USB-Anschlüssen von Computern immer wieder neu aufgeladen werden. Das dauert einige Stunden - die Leuchten halten jedoch im Blinkmodus mindestens fünf Stunden (Vorderlicht) beziehungsweise zwölf Stunden durch (Rücklicht). Zur Befestigung am Rad dienen kleine Klettverschlüsse. Tourenradler dürften sich für das kleine Solarpanel interessieren, über das die Leuchten auch unterwegs neue Energie tanken.

Preis: 50 Euro (Set aus Vorder- und Rücklicht, Solarpanel ca. 15 Euro)

Ordnung im Keller: Wandhalterung wsm 3730

Foto: wsm.eu | pd-f

Stauraum ist knapp - vor allem in städtischen Wohnungen. Die Walter Solbach Metallbau GmbH aus Waldbröl (kurz WSM ) ist Spezialist für Fahrradständer aller Art. Die Parksysteme stehen an Bahnhöfen, Unis und vor Geschäften. Der Wandhalter wsm 3730 ist speziell für den Keller, den Hausflur oder die Wohnung konzipiert. Bis zu 25 Kilogramm verkraftet die rot lackierte Stahlkonstruktion. Das Velo wird am Rahmen befestigt - das schont die Felgen. Die Tragarme können individuell an jedes Rad angepasst werden: Egal ob Damenrad oder abfallendes Oberrohr - der wsm 3730 kommt mit allen Varianten zurecht. Hängt kein Drahtesel an dem Halter, können die Tragarme platzsparend eingeklappt werden.

Preis: 105 Euro

Fahrradputz: Finish Line Pro Care 6.0

Foto: grofa.com | pd-f

Leider gibt es nicht nur Sonnenschein und trockene, staubfreie Straßen. Wer seinen Fahrrad liebt, putzt es zumindest gelegentlich. Mit diesem Eimer von Finish Line gibt es keine Ausrede mehr: Warmes Wasser und etwas Reiniger rein - und los geht's. Zum Putzset Pro Care 6.0 gehören Schwamm, Lappen, Bike Wash für grobe Verschmutzungen, ein Entfetter für besonders schmierige Partien wie Felgenflanken und Bremsbeläge sowie eine Kettenreinigungsbürste. Nach der Putzorgie pflegt man die beweglichen Teile mit dem beiliegenden Teflon-Plus-Schmiermittel und die Kette mit Kettenöl. Praktisch: Alle Putzmittel passen in den ausgeleerten Eimer.

Preis: 50 Euro

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