Offizielle Statistik Zahl der Verkehrstoten auf neuem Tiefstand

Technische Fortschritte, Gurtpflicht, bessere Notfallmedizin: Die Zahl der Verkehrstoten in Deutschland fiel 2007 so niedrig aus wie seit 55 Jahren nicht. Die Zahl der tödlich verunglückten Fahranfänger stieg allerdings leicht an.

Berlin - Die Zahl der Verkehrstoten sank nach Angaben des Statistischen Bundesamtes vom Montag auf 4970. Damit starben 121 Menschen weniger auf deutschen Straßen als 2006. Das ist der niedrigste Stand seit dem Beginn der statistischen Erhebung von Unfällen im Jahr 1953.

Gegen den Trend stieg nach Angaben des TÜV allerdings die Zahl der tödlich verunglückten Jugendlichen. Sie legte um drei Prozent zu. Auch die Zahl der Verletzten erhöhte sich um gut zwei Prozent auf 431.500. Die Polizei nahm rund 2,3 Millionen Unfälle auf, ein Plus von 2,7 Prozent.

Bundesweit am gefährlichsten lebten die Verkehrsteilnehmer in Brandenburg. Dort lag die Zahl der Getöteten je Million Einwohner bei 103 und somit deutlich über dem Bundesdurchschnitt von 60. Mehr Tote als im Vorjahr gab es außer in Brandenburg in Bremen, Bayern, Hamburg, Niedersachsen und im Saarland.

1970 waren noch 21.332 Menschen auf deutschen Straßen umgekommen. Seither ging die Zahl der Verkehrstoten tendenziell zurück, was Experten vor allem auf bessere Sicherheit der Fahrzeuge etwa durch Airbag und ABS-Bremssysteme zurückführen. Auch die allgemeine Gurtpflicht sowie eine bessere Notfallmedizin haben demnach zum starken Rückgang der Verkehrstoten beigetragen.

Die Zunahme der tödlich verunglückten Fahranfänger sei auf fehlende Erfahrung und darauf zurückzuführen, dass Jugendliche zumeist ältere Fahrzeuge besäßen, erklärte der TÜV in Berlin. Mit dem Alter eines Autos steige wegen technischer Mängel das Unfallrisiko.

hil/Reuters