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Oldtimer-Bestand in Deutschland: Die Hitparade der beliebtesten Oldies

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Oldtimer in Deutschland Generation Golf will kein H-Kennzeichen mehr

Das H-Kennzeichen verschafft den Fahrern von Oldtimern finanzielle Vorteile. Doch viele verzichten auf das Privileg. Dafür gibt es einen simplen Grund.

Anfang 2016 ist die Gesamtzahl der historischen Autos mit H-Zulassung im Vergleich zum Vorjahr um 10,7 Prozent auf 343.958 Pkw gestiegen - wie die jüngsten Zahlen des Verbands der Automobilindustrie (VDA) belegen.

Trotzdem verliert das H-Kennzeichen für Oldtimer in Deutschland an Attraktivität. Denn immer mehr Oldtimer-Fahrer verzichten auf das Sonderkennzeichen, weil es ihnen keine steuerlichen Ersparnisse mehr bringt. "Viele Autos aus den Achtzigern fahren inzwischen mit normaler Besteuerung günstiger", sagt der Kfz-Sachverständige und Oldtimer-Experte Peter Deuschle.

Großer Vorteil von Autos mit H-Kennzeichen war bis dato ihr Steuerprivileg. Autos mit historischem Kennzeichen kosten im Jahr pauschal 191 Euro Kfz-Steuer, obwohl für sie oft eine viel höhere Steuer veranschlagt werden müsste. Grundvoraussetzung, um in den Besitz eines solchen Kennzeichens zu kommen, war ein Mindestalter des Fahrzeugs von 30 Jahren.

Inzwischen erreichen aber viele Autos das Mindestalter, die bereits mit einem Katalysator vom Produktionsband liefen oder nachträglich damit ausgerüstet wurden. In Kombination mit einem Motor mit relativ wenig Hubraum bedeutet das eine Kfz-Steuer, die mitunter deutlich unter den 191 Euro liegen kann.

VW Käfer

VW Käfer

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Bei einem alten VW-Bulli mit Diesel ohne Kat oder einem US-Straßenkreuzer mit sechs Liter Hubraum wird sich das Sonderkennzeichen auch künftig lohnen. Die Rangliste der beliebtesten Oldtimer in Deutschland dominieren aber andere Autos: Auf Platz eins liegt weiter unangefochten der VW Käfer mit 32.750 Fahrzeugen. Auf Platz zwei folgt der Mercedes W123 (17.534), gefolgt vom Mercedes SL R107 (11.325).

Golf und Kadett werden immer beliebter

Den stärksten Zuwachs verzeichnete der VW Golf: plus 35 Prozent auf 4.519 Exemplare. Neben dem Golf wird auch ein früheres Volumenmodell immer beliebter: der Opel Kadett, von dem 4.280 Fahrzeuge mit H-Kennzeichen unterwegs sind. Grundlage der VDA-Zahlen sind Berechnungen des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA).

Das Besondere ist, dass sich die Mehrheit der Golf- und Kadett-Fahrer gegen die H-Zulassung entscheidet. So haben derzeit nur knapp 28 Prozent der angemeldeten Golf-Modelle, die über 30 Jahre alt sind, dieses Sonderkennzeichen. Beim Kadett sind es nur gut 36 Prozent.

Vor 30 Jahren wurde hierzulande bereits seit drei Jahren der VW Golf II verkauft, der ab 1985 auch mit geregeltem Katalysator geordert werden konnte. Auch sein Konkurrent, der Opel Kadett E, war mit G-Kat erhältlich. Auch Nachrüstungen wirken sich günstig aus: So kommt eine früher Mercedes E-Klasse mit nachträglich eingebautem Kaltlaufregler selbst mit einem relativ großen 2,3-Liter-Ottomotor nur auf 169 Euro Steuern im Jahr. Zudem erhält der Benz eine grüne Plakette und darf so auch ohne H-Kennzeichen in die Umweltzonen der Großstädte einfahren.

Die Rettung des H-Kennzeichens könnte ausgerechnet eine neue Plakette für Autos mit niedrigem Stickoxid-Ausstoß (NOx) sein. Pkw, die nur wenig NOx emittieren, sollen künftig einen blauen Aufkleber erhalten, um auch dann in die Umweltzonen der Städte einfahren zu dürfen, wenn für alle anderen Fahrzeuge Fahrverbote gelten. "Sollten die Pläne mit der zusätzlichen blauen Umweltplakette auch zum Ausschluss von Fahrzeugen mit Ottomotoren der Abgasnorm EURO 1 und EURO 2 aus den Umweltzonen der Großstädte führen, dann wäre das H-Kennzeichen für diese Fahrzeuge wieder die Eintrittskarte", erklärt Deuschle.

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