Oldtimer-Festival Beschleunigtes Alteisen

Ganz Deutschland ist von der Fußball-WM hypnotisiert. Ganz Deutschland? Nein - ein kleiner Ort in der Eifel ist selbst an diesem Achtelfinal-Wochendende fußballfrei. Am Nürburgring findet nämlich das Oldtimer-Festival statt - und zwar ohne Großbildleinwand.


"Nein, eine Großbildleinwand für eine Fußballübertragung gibt es nicht. Denn der Veranstalter sagt, die Schnittmenge aus Motorsport- und Fußballfans ist eher gering." So die Auskunft im Pressebüro des Oldtimer-Festivals, das von morgen bis Sonntag auf dem Nürburgring stattfindet. Der Veranstalter, das ist der Düsseldorfer Automobil- und Motorsport-Club 05 e.V., kurz DAMC, der an diesem Wochenende das Oldie-Spektakel bereits zum 24. Mal organisiert.

Insgesamt werden rund 600 historische Renn- und Sportwagen an den Start gehen - und dazu etwa 100 Motorräder. Das älteste Fahrzeug im Teilnehmerfeld ist ein französischer de Dion-Buton aus dem Jahre 1908, die jüngsten Renner waren noch Anfang der 1990er Jahre in Rennserien aktiv. Das Programm ist sehr vielfältig, in Dutzenden von Klassen gehen die Boliden an den Start. So zum Beispiel in der Landstreckenserie, in der so unterschiedliche Autos wie die Corvette Sting Ray mit 7,4-Liter-Achtzylindern, der Ford Mustang bis hin zum Ford Escort oder dem Lotus Elan über die Grand-Prix-Strecke des Nürburgrings fegen werden. Allein in diesem Rennen treten die Autos der Baujahre 1959 bis 1971 in insgesamt 13 Klassen an.

Auch die legendäre Nordschleife wird unter die Räder genommen, und zwar von den so geannten Vintage-Rennwagen, der Klasse mit den ältesten Autos und Motorräder im Teilnehmerfeld. Ebenfalls für Furore sorgen dürften die etwa 50 Triumph- und MG-Roadster, die am Nürburgring zwei Rennen um den Wynn's GT Cup austragen werden. Dazu kommen unter anderem Rennen mit den klassischen Formel-2-Rennwagen, die "Formel-Vielfalt" genannten Rennen ehemaliger Formel-3-Rennautos aus fünf Jahrzehnten sowie der schon traditionelle "Kampf der Zwerge".

Wildes Gewusel vor jeder Kurve

Dabei handelt es sich um rund 70 Autos der Typen Abarth, NSU TT, Steyr-Puch oder Mini Cooper, die mit Motoren unter 1,3 Liter Hubraum an den Start gehen. Die Serie hat durchaus historische Wurzeln, denn zwischen 1960 und 1966 wurde eigens für diese Flitzer ein 500-Kilometer-Rennen auf der Nordschleife ausgetragen. Das dramatische an diesen Läufen ist gerade die vergleichsweise geringe Leistung der Autos, die das fahrerische Geschick und das Draufgängertum der Fahrer umso deutlicher hervorstechen lässt.

Was das Oldtimer-Festival - neben der WM-Abstinenz in diesem Jahr - so besonders macht, ist der freie Zugang aller Besucher in die Boxengasse und ins Fahrerlager. So kann man den Mechanikern beim Schrauben ebenso über die Schultern blicken wie den Fahrern bei den letzten Vorbereitungen für das Rennen. Und hin und wieder darf man sogar in einem klassischen Rennwagen selbst einmal Platz nehmen. Im vergangenen Jahr kamen 12.000 Zuschauer zu der Veranstaltung. Diesmal sollen es mindestens genauso viele werden - und Fußball gucken kann man dann ja immer noch: zwölf WM-Spiele werden nach dem Oldtimer-Festival ab Montag noch angepfiffen.

jüp



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Seite 1
Don Jusi, 04.10.2005
1.
Theoretisch habe ich etliche Traumautos, sowohl Youngtimer als auch aus der Oldtimer. Was mich abschreckt, ist die ewige Bastelei, der Zeit- und Platzbedarf, die mangelnde Ersatzteilversorgung, die Umweltschädlichkeit und nicht zuletzt der hohe Spritverbrauch. Aber schön anzusehen ist es immer. Bleibt für mich also ein Hobby für Reiche, die viel Haus- und Grundfläche besitzen und auch genügend Zeit haben.
Franz Dumfart, 04.10.2005
2.
Hehe. Mein Renault 5 ist nun 19 Jahre alt, ein paar Jährchen noch und ich bin auch ein Oldtimer Fan ;) Grundsätzlich bin ich aber kein Liebhaber von "alten" Autos. Mir gefallen sie auch meist gar nicht, und generell finde ich so einen riesen Trubel um Autos immer recht unnötig. Ist doch nur ein Auto.
B.W., 04.10.2005
3. - - -
Trotz des oft wunderschönen Anblicks, möchte ich keine Oldtimer besitzen. Wie oben schon erwähnt, bedarf es bei einem solchen Auto viel Zeit und Geld, dass ich in der Menge nicht besitze :-) . Mein Traum jedoch ist es, einemal auf Kuba mit einem alten amerikanischen Auto durch Havanna zu fahren (Dort wurden nach dem Importembargo Amerikas keine Autos mehr importiert). In der linken Hand eine Cigarre von der Dicke einer Weißwurst, in der rechten eine Flasche Rum! Das Lenken ist dann das einzige Problem.... Grüße!!!
Kunigunde, 05.10.2005
4.
1. Ich fahre grundsätzlich nur "alte" (= gebrauchte) Autos - wenn ich mir den Wertverlust gerade im 1. Jahr angucke, dann weiß ich, daß sich die Autohersteller über die dummen Neuwagenkäufer scheckig lachen müssen. 2. Die weit überwiegende Mehrzahl der modernen Autos ist nicht wirklich "schön": Quietschfarben, entweder grimmig-aggressiv (-> Zielgruppe: Männer) oder Kindchenschema (-> Zielgruppe: Frauen). Aber schön und elegant? Ganz ehrlich: Seit Ende der 1960er Jahre (wieder mal) kam da nicht mehr viel. Einen Oldtimer würde ich mir aber nur als Dritt- oder Viertwagen kaufen - für den Alltag im heutigen Straßenverkehr mit Millionen von Idioten hinterm Steuer sind die schönen Autos "von Gestern" viel zu schade! MfG Kunigunde
Radler2, 06.10.2005
5.
---Zitat von Don Jusi--- Was mich abschreckt, ist die ewige Bastelei, der Zeit- und Platzbedarf, die mangelnde Ersatzteilversorgung, die Umweltschädlichkeit und nicht zuletzt der hohe Spritverbrauch. Aber schön anzusehen ist es immer. ---Zitatende--- Nachdem ja bisher nur Leute hier schreiben, die keine praktische Erfahrung haben: Fahre seit '95 einen MG B. Recht günstig erstanden, daher in der ersten Zeit tatsächlich einiges zu basteln. Aufwand inklusive Anschaffung im ersten Jahr ca. 20.000 DM, schätze ich. Seitdem hält sich der Aufwand in Grenzen, allerdings mache ich das meiste selber und fahre nicht viel. Die letzte gößere Reparatur war 2000... Die Ersatzteilversorgung für dieses Fahrzeug ist einwandfrei, und die Teile sehr günstig (viel billiger als für mein Alltagsfahrzeug). Alle Verschleißteile gibt es neu. Allerdings sind die Teile sicher nicht von der Qualität, die man von deutschen Autos gewöhnt ist. Spritverbrauch liegt bei 9-11 Litern, das ist ja wohl nicht zu viel. Ist allerdings ganz klar ein Zweitwagen, da ich mich zwecks Erhaltung bemühe, den Wagen nur bei Trockenheit aus der Garage zu holen. Vor Unfällen habe ich eher weniger Angst - das hat man ja bis zu einem gewissen Grad selber im Griff - habe ich aber auch schon gehabt, ein Kamikaze-Radler, dessen Versicherung dann aber brav gezahlt hat. ---Zitat von Don Jusi--- Bleibt für mich also ein Hobby für Reiche, die viel Haus- und Grundfläche besitzen und auch genügend Zeit haben. ---Zitatende--- Naja, man braucht halt eine Garage, in meinem Fall eine abschließbare Einzelgarage; die Miete dafür ist in der Jahresbilanz das teuerste am dem Wagen (ausser Sprit vielleicht...). In diesem Jahr habe ich bisher ca. zwei Stunden damit verbracht, den Wagen zur AU in die Werkstatt zu bringen (Plakette kann man leider nicht selber kleben).
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