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03. Februar 2006, 11:19 Uhr

Oldtimer-Rallye

Mit Karate gegen Papageienangriff

In Neuseeland sind Keas berüchtigt für ihre Leidenschaft für Gummi und Chrom. Wo die vorwitzigen Bergpapageien auftauchen, fürchten Autofahrer um ihre Fensterdichtungen und Mountainbiker um ihre Pneus. Oldtimer-Rallye-Veranstalter setzen jetzt Karatekämpfer auf die Vögel an.

Wellington - Die Organisatoren einer Oldtimer-Rallye sind die Angriffe der Keas leid. Die rund 50 Zentimeter großen Bergpapagei zählen zu den intelligentesten Vögeln der Welt und nerven mit ihrer ungewöhnlich großen Neugier jeden Eindringling in ihren Lebensraum - so manches glänzende Chromzierrat und so manches Autofenster ist ihnen schon zum Opfer gefallen.

Wenn die rund 140 Oldtimer am Sonntag ein Bergdorf am Mount Cook auf der Südinsel besuchen, sollen die 40 Karate-Kämpfer verhindern, dass Keas größeren Schaden anrichten, meldete die neuseeländische Nachrichtenagentur NZPA am Freitag. Dafür wurden die Mitglieder des örtlichen Karate-Clubs angeheuert.

Die Kampfsportexperten würden dabei zwar vermutlich keine ihrer üblichen Techniken anwenden, sagte der Geschäftsführer des nahe gelegenen Hermitage-Hotels, Denis Callesen. Tierliebhaber müssten nicht befürchten, dass die Vögel geschlagen würden. Die Karate-Kämpfer sollten sie lediglich wegscheuchen.

Von dem Erfolg der Methode ist der örtliche Ranger Ray Bellringer nicht überzeugt. Die Karatekämpfer würden die Keas kaum stören: "Sie werden herumfliegen und lachen", sagte er. Was am besten gegen die neugierigen Papageien helfe, seien Wasserpistolen.

abl/AP/AFP

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