Opel GT Wird nur fliegen wieder schöner?

"Nur fliegen ist schöner" - das war der Werbeslogan für den Opel GT, der in seiner Bauzeit zwischen 1968 und 1973 so etwas wie der Idealtyp eines Sportwagens war. Nun kehrt der Opel GT wieder, jedenfalls der Name. Das Auto dazu wird demnächst Weltpremiere feiern.

Von Jürgen Pander


Beim Genfer Automobil Salon (2. bis 12. März) wird der Opel GT enthüllt, teilte das Rüsselsheimer Unternehmen jetzt mit. Man werde den Mythos GT mit frischem Leben erfüllen, heißt es in einer Mitteilung. Der neue Zweisitzer mit Stoffverdeck werde geprägt von einem "aufregenden, scharf geschnittenen Design, klassischem Heckantrieb und einem bärenstarken neu entwickelten Vierzylindermotor mit Turboaufladung und Direkteinspritzung". Mehr allerdings will Opel derzeit noch nicht verraten. Es lohnt sich jedoch ein Blick ins Angebot einer anderen General-Motors-Marke: Der Pontiac Solstice nämlich gibt den Paten des neuen GT.

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Opel GT: Enthüllung in Genf geplant

In den USA ist das Auto ein ziemlicher Renner. Erst vor wenigen Wochen stand auf der Autoshow in Los Angeles eine getunte Version des zweisitzigen Roadsters, die anders als die 177 PS starke Basisvariante mit einem 260 PS leistenden Benzin-Direkteinspritzer ausgestattet ist und im Herbst auf den nordamerikanischen Markt kommen soll. Das technische Gerüst des Opel GT wird also der Pontiac Solstice sein. Bereits beim eher glücklosen Opel Speedster, dessen Produktion im vergangenen Jahr eingestellt wurde, kam das Grundprodukt von einem anderen Hersteller, in diesem Fall war es die britische Firma Lotus.

Der neue GT soll jene Frische und Sportlichkeit symbolisieren, die bei Opel seit einigen Monaten wieder zu spüren ist. Die Rüsselsheimer hoffen dabei auf den Überraschungseffekt - Indiz dafür ist die Reaktivierung des Namens GT. Denn als auf der IAA des Jahres 1965 der Prototyp "Experimental GT" enthüllt wurde, war die Verblüffung immens. Niemand hatte mit einem solchen Auto gerechnet - und schon gar nicht von Opel. Ovale Klappscheinwerfer, wuchtige Kotflügel, eingezogene Flanken, ein scharf abgeschnittenes Stummelheck und eine auffällige Blechwarze auf der Motorhaube (die tatsächlich den Luftfilter überwölbt) machten den GT zur Corvette made in Germany.

Ein Motor aus dem Rekord brachte den GT auf Trab

Den Motor, einen Vierzylinder mit 1,9 Liter Hubraum und einer Leistung von 90 PS, übernahm der GT aus dem Rekord C. Der brachte das nur 1,23 Meter hohe Flacheisen recht ordentlich auf Trab. In elf Sekunden schnurrte der GT aus dem Stand auf Tempo 100, die Höchstgeschwindigkeit lag bei 186 km/h - jedenfalls mit eingeklappten Scheinwerfern. Nachts nämlich, wenn die Glupschaugen des GT strahlten, verhakte sich der Fahrwind regelrecht in ihnen und ließ das Auto etwas langsamer werden. Die Fahrer störte das vermutlich kaum. Für sie war entscheidender, ein tolles Dreispeichen-Sportlenkrad in Händen zu halten und auf eine bis 240 reichende Tachoskala zu blicken.

Opel baute insgesamt 103.373 Exemplare des GT, von denen rund 19.000 in Deutschland verkauft wurden. Das Ende im Juli 1973 kam übrigens ebenso rasch wie unerwartet. Denn dem Sportwagen waren nicht die Kunden abhanden gekommen, sondern es verhielt sich eher umgekehrt. Die formschöne Karosserie des Wagens ließ Opel von der französischen Firma Brissonneau et Lotz fertigen, doch die war von den französischen Herstellern Renault und Peugeot aufgekauft worden - und kündigte prompt den Liefervertrag an einen Konkurrenten.



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