Opel Vectra Das Lächeln gelernt

Wenn das Aussehen der Autos Rückschlüsse auf die Situation im Unternehmen zulässt, dann geht es mit Opel voran. Der überarbeitete Vectra, der ab September bei den Händlern stehen wird, schaut längst nicht mehr so streng und zackig in die Welt wie das bisherige Modell - er lächelt sogar leicht.


Opel Vectra: Freundlicher Blick aus neuen Scheinwerfern

Opel Vectra: Freundlicher Blick aus neuen Scheinwerfern

"Die neue Front signalisiert ausdrucksvoll die souveräne Fahrdynamik der neuen Vectra-Modelle", sagt Opel-Vorstandschef Hans Demant. Das ist typisch Techniker. Denn eigentlich sieht das neue Gesicht des renovierten Vectras - und des Kombimodells Vectra Caravan - gar nicht so sehr dynamisch, sondern vielmehr freundlich und selbstbewusst aus. Das Auto scheint zu lächeln, und dazu tragen der bogenförmige Stoßfänger, die neuen, hübsch geschnittenen Scheinwerfer und die leicht geschwungene Chromspange mit dem Blitz-Logo bei. Die bisherige strenge Sachlichkeit der Linien ist einer frischen Leichtigkeit gewichen, was dem Vectra gut tut. Ebenfalls aufgemöbelt wurde das Antlitz des Signum, der jetzt ein wenig mehr Chrom trägt als bislang.

Parallel zur optischen Erneuerung der Frontpartie der beiden Baureihen hat Opel auch den Innenraum aufgeräumt sowie das Motorenangebot modifiziert. So trägt die Instrumententafel jetzt eine Oberfläche mit geänderter Narbung, neue Lüftungsdüsen, frische Dekorleisten und eine prägnantere Haube über den Cockpitinstrumenten. Zudem bekommen sämtliche Modelle der Baureihen Vectra und Signum ein Dreispeichen-Lenkrad.

Vectra-Innenraum: Neue Oberflächen, neue Dekorleisten und immer ein Dreispeichenlenkrad

Vectra-Innenraum: Neue Oberflächen, neue Dekorleisten und immer ein Dreispeichenlenkrad

Als Motorisierung stehen fünf Benzin- und vier Dieselaggregate zur Wahl. Die Palette der Ottomotoren reicht von 100 bis 230 PS (74 bis 169 kW), wobei es sich beim neuen Toptriebwerk, dem 2,8-Liter-V6-Turbo mit einem Drehmoment von 330 Newtonmeter, um das erste Aggregat einer neuen GM-Motorenbaureihe handelt, das zum Beispiel auch im Saab 9-3 unter die Haube kommt. Der neue Vectra jedenfalls ist mit diesem Antrieb so schnell wie noch kein Vectra vor ihm: 250 km/h sind möglich. Auf der Dieselseite ist das Einstiegstriebwerk, ein 1,9 CDTI-Motor mit 100 PS (74 kW) und 260 Newtonmeter neu im Programm. Alle Selbstzünder werden serienmäßig mit Rußpartikelfilter ausgerüstet.

Weiterentwickelt hat Opel auch das adaptive IDS-Plus-Fahrwerk mit elektronischer Dämpferregelung. Die Rüsselsheimer versprechen einen verbesserten Komfort durch optimierte Lagerbuchsen an den Achsen sowie ein präziseres Lenkgefühl durch eine neue Abstimmung der elektro-hydraulischen Servolenkung. Zu den Extras, die für Vectra und Signum bestellt werden können, zählen unter anderem Bi-Xenon-Scheinwerfer mit Kurven- und Abbiegelicht, ein klimatisierter Multikontur-Fahrersitz sowie ein neues Anhänger-Stabilitätsprogramm, das Pendelbewegungen beim Gespannfahren verhindern hilft.

Wie sich die Neuerungen auf die Preisgestaltung der Vectra-Baureihe auswirken werden, ist noch nicht endgültig geklärt. Bislang beginnt die Preisliste für das Auto bei 21.145 Euro, und daran wird sich wohl nicht allzu viel ändern. Denn obwohl der Vectra, der 2002 debütierte, in Europa zur meistverkauften Mittelklasse-Limousine aufstieg, blieb der Zuspruch in Deutschland eher mäßig. Im vergangenen Jahr registrierte das Kraftfahrt-Bundesamt in Flensburg 36.572 Neuzulassungen - damit kann Opel nicht zufrieden sein. Doch statt zu schmollen, schicken die Rüsselsheimer nun einen lächelnden Vectra an den Start - eine gute Idee.



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