Luftverschmutzung Pariser Bürgermeisterin will Autos aus Innenstadt verbannen

Paris leidet unter Staus und Luftverschmutzung - nach den Plänen der sozialistischen Bürgermeisterin Anne Hidalgo sollen deswegen Autos weitgehend aus der Innenstadt verschwinden. Dafür sollen auch 100 Millionen Euro in zusätzliche Fahrradwege fließen.
Pariser Berufsverkehr: Staus und Luftverschmutzung bald Vergangenheit?

Pariser Berufsverkehr: Staus und Luftverschmutzung bald Vergangenheit?

Foto: © Charles Platiau / Reuters/ REUTERS

Paris - Die Pariser Bürgermeisterin Anne Hidalgo will Autos weitgehend aus der Innenstadt verbannen. Damit sollen sich die chronischen Staus der französischen Hauptstadt genauso wie die Luftverschmutzung reduzieren.

In den vier zentralen Bezirken sollten neben Fahrrädern, Bussen und Taxis allein die Autos von Anwohnern, Lieferanten und Notärzten zugelassen werden, sagte Hidalgo der Sonntagszeitung "Journal du Dimanche". Die Regelung solle zunächst für Wochenenden gelten, könne jedoch rasch auf den Rest der Woche ausgedehnt werden.

Bürgermeisterin Hidalgo kündigte an, versuchsweise große Straßen wie die Champs-Elysée nur noch für besonders abgasarme Autos zu öffnen. Bis 2020 sollten Dieselfahrzeuge ganz aus der Stadt verbannt werden. Diese Regelung sollte später möglichst auch jenseits der Ringautobahn Périphérique ausgedehnt werden, die den historischen Kern der Stadt umschließt.

Besser zwei statt vier Räder

Nach Angaben der sozialistischen Politikerin, die im März 2014 für sechs Jahre zur Bürgermeisterin gewählt worden war, haben derzeit rund 60 Prozent der Pariser kein eigenes Auto. Ein zunehmender Trend: 2011 seien es nur rund 40 Prozent gewesen.

Die Bürgermeisterin kündigte zudem an, die Länge der Fahrradspuren bis zum Ende ihres Mandats 2020 zu verdoppeln. Insgesamt wolle sie zur Förderung des Fahrradverkehrs 100 Millionen Euro bereitstellen. Parallel zum bereits bestehenden Leihfahrradsystem soll auch ein Verleih von Fahrrädern mit Elektroantrieb aufgebaut werden.

Die Pariser Innenstadt hat eine vergleichsweise hohe Bevölkerungsdichte und kämpft seit Langem mit Staus. Zudem übersteigt die Luftverschmutzung immer wieder die zulässigen Grenzwerte.

smh/AFP
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