Flyboard bei Militärparade Schweben leicht gemacht

Das Flyboard sorgte bei einer Militärparade in Frankreich für Aufsehen - und hält, was der Name des "Hoverboards" verspricht: Es kann schweben und fliegen. Nur leider nicht allzu lange.

Charles Platiau/ REUTERS

Der Auftritt Franky Zapatas erinnerte an den "Grünen Kobold" aus den Spiderman-Filmen: Er flog, aufrecht auf einem Brett stehend, über der Militärparade zum 14. Juli in Paris hin und her. Gut eine Minute drehte der in eine schwarze Uniform gekleidete Zapata eine Runde über den Champs-Élysées, in der linken Hand trug er ein Gewehr.

Das sogenannte Flyboard Air wurde zur Hauptattraktion der Parade - und weckt schon seit Längerem das Interesse des Militärs. Angetrieben wird es durch fünf Miniatur-Düsentriebwerke, mit denen es auch gesteuert wird. Das reglose Verharren in der Luft ist sogar automatisch möglich, im sogenannten "Auto-Hover-Modus".

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Fotostrecke: Das echte Hoverboard

Das Brett fliegt derzeit nach Angaben des französischen Herstellers bis zu 140 Stundenkilometer schnell, erreicht eine Höhe von 150 Metern und kann eine Nutzlast von 100 Kilogramm tragen. Die Füße des Piloten sind wie auf einem Snowboard befestigt, ein Algorithmus stabilisiert das 20 Kilogramm schwere Flyboard laut dem Hersteller. Entwickelt wurde das Gerät vom Unternehmen des französischen Jetski-Rennfahrers Franky Zapata. Es baute die Flyboards zunächst für den Wassersport, bevor es sich auf Fluggeräte spezialisierte.

Selbst ein Triebwerksschaden kann dem Flyboard laut Herstellerangaben nichts anhaben: Falle ein Triebwerk aus, könne der Pilot seinen Flug problemlos fortsetzen, fielen zwei aus, beginne das Brett mit einem kontrollierten Sinkflug. Die Steuerung sei außerdem dreifach redundant ausgelegt, heißt es auf der Homepage des Herstellers. Neben zwei verkabelten Systemen gebe es zur Sicherheit noch eine drahtlose Steuerung.

Derzeit nur in den USA zugelassen

Geflogen werden kann das Flyboard derzeit jedoch nur in den USA, dort ist es als Ultraleichtflugzeug zugelassen. Mit 110 bis 115 Dezibel ist es nicht gerade leise - soll dafür jedoch auch bei schlechtem Wetter fliegen können, da es keine Wind- oder Sichtbeschränkungen wie bei Helikoptern oder Flugzeugen gebe.

Der bislang größte Nachteil ist die geringe Reichweite: Nach maximal zehn Minuten ist der rund 20 Liter große Kerosinvorrat an Bord erschöpft, räumt Zapatas Firma ein. Die Flugzeit soll allerdings bald auf eine halbe Stunde, die Höchstgeschwindigkeit auf 200 km/h und die maximale Flughöhe auf 3000 Meter steigen.

ene/AFP

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insgesamt 45 Beiträge
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brooklyner 15.07.2019
1.
Ihr habt doch vor einigen Monaten auf SPON ein Video gehabt, das einen Mann zeigte, der souverän auf einem ähnlichen Ding stehend über Land und einen See flog. Er hatte das Teil selbst gebaut und darauf geübt, das war glaube ich in Canada oder so. Ich konnte das erst nicht glauben aber war dann nur noch bass erstaunt. Der flog allerdings mit Rotoren, wenn ich mich recht erinnere. Verlinkt doch dieses Video und den Artikel dazu noch Mal, wäre interessant.
Leser161 15.07.2019
2. Interessant
Ob es nicht nur interesant sondern auch nützlich ist werden wir sehen, falls Spezialeinheiten es für überraschende Zugriffe einsetzen. Da dürfte die Betriebsdauer egal sein und das Fauchen kann einen zusätzlichen psychologischen Effekt haben.
nealcaffrey 15.07.2019
3. Welchen Nutzen hat das?
Was genau soll so ein Teil dem Militär bringen? Als ob man von sowas aus präzise schießen könnte, die bescheidenen Reichweite und Nutzlast sind auch nicht gerade Bonuspunkte. Außerdem gibt man ein sehr schönes Ziel ab, so ohne jede Deckung. Und ob sich dieses Gerät unter Beschuss sicher steuern lässt bezweifle ich auch. Wie würde außerdem die Ausbildung der Soldaten dafür aussehen? Das ist doch nichts als Show!
gersois 15.07.2019
4. James Bond läßt grüßen
Den düsengetriebenen Einzelkämpfer gab es doch schon vor Jahrzehnten im James-Bond-Film Thunderball. Hat doch lange gedauert, bis eine Weiterentwicklung auf den Markt kam. Was allerdings der militärische Nutzen sein soll, erschließt sich mir nicht. Die fliegenden Soldaten kann man doch abschießen wie Tontauben.
m_s@me.com 15.07.2019
5. 10 Minuten sind jetzt nicht so wenig
Der Raketenrucksack bei den olympischen Spielen hielt damals 30 Sekunden, glaube ich ... Und das ist Zapatas handgemachte Vorserie. Mir ist auch nicht klar, ob es jemand schafft, sich konzentriert und mit Körperspannung auf dem Ding mehr als 10 Minuten zu halten.
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