Peugeot 908 RC Leo Maximus

Nach dem Erfolg von Audi will im kommenden Jahr auch Peugeot mit einem Diesel-Rennwagen bei den 24 Stunden von Le Mans antreten. Auf dem Pariser Salon zeigen die Franzosen den neuen Rennwagen – und packen den V12-Selbstzünder auch noch in eine spektakuläre Studie.

Der Löwe im Logo von Peugeot - die Firma stellte im 19. Jahrhundert Sägeblätter und Zahnräder her - schärft die Krallen und kann es offensichtlich kaum mehr erwarten: Im nächsten Sommer wollen die Franzosen mit einem Diesel-Rennauto beim legendären 24-Stunden-Rennen von Le Mans antreten und dort mit Audi gleichziehen, die den Langstrecken-Klassiker dieses Jahr zum ersten Mal mit einem Selbstzünder gewonnen haben. Dumm nur, dass es bis zum Start noch so lange hin ist.

Da kommt der Pariser Autosalon (30. September bis 15. Oktober) gelegen, auf dem Peugeot den Rennwagen enthüllen wird, der im kommenden Jahr an den Start gehen soll. Den dazugehörigen Dieselmotor präsentierten die Franzosen bereits am Vortag des diesjährigen Le-Mans-Rennens. Um die Salamitaktik auf die Spitze zu treiben, variiert Peugeot das Thema noch mehr und zeigt - ebenfalls beim Pariser Salon - die Aufsehen erregende Studie 908 RC. Die Sportlimousine hat das Zeug zum Star der Autoshow, und natürlich sitzt in ihrem Motorraum der besagte V12-Renn-Diesel-Motor.

Der grimmig dreinschauende Viertürer ist zweifellos ein Hingucker: Vorn trägt er eine riesige Hakennase, die Kühleröffnungen sind groß und tief wie der Schlund eines Löwen, und die gewaltigen LED-Scheinwerfer funkeln scharf und böse. Die Flanke lebt vom gespannten Dachbogen, den großen Kiemen und den gewaltigen Speichenrädern mit vorn 20 Zoll und hinten 21 Zoll Durchmesser, in denen standesgemäße Keramikbremsen stecken. Am Heck zeigt er dem nachfolgenden Verkehr statt eines großen Spoilers einen ausgeklügelten Diffusor, der unter dem Wagen Unterdruck erzeugt und die Sportlimousine regelrecht auf den Asphalt saugt.

Das Rennauto wird mit Startnummer 908 antreten

Das Showcar trägt, wie der Rennwagen, die Nummer 908 und, wie die sportlichen Serienmodelle der Franzosen, das Kürzel RC, und würde in einer erlauchten Liga fahren, wenn es jemals in Serie geben sollte. Denn mit 5,5 Litern Hubraum, zwölf Zylindern, mehr als 700 PS und gut 1200 Nm Drehmoment könnte der Wagen mühelos mit Autos à la Maserati Quattroporte, Mercedes CLS 63 AMG, BMW M6 oder Porsche Panamera (der 2009 kommen soll) aufnehmen. Während diese Autos allesamt mit dem Stigma des Schluckers leben müssen, trüge der luxuriöse Spitzensportler aus Frankreich sogar ein Mäntelchen der Vernunft. Schließlich gurgelt er nicht mit dem teuren Superplus, sondern dürfte mit vergleichsweise wenig Diesel zufrieden sein. Und zwei Rußpartikelfilter in der vierflutigen Abgasanlage beruhigen das Umweltgewissen zudem.

Montiert sind der Motor und das automatisierte Sechsganggetriebe nicht vorn unter der Haube, sondern quer hinter den beiden Einzelsitzen im Fond. Weil der Selbstzünder ausgesprochen kompakt ist und mit Rücksicht auf den Schwerpunkt sehr tief liegt, bleibt im Heck dennoch Platz für 300 Liter Gepäck. Und falls man mit dem Wagen tatsächlich auf große Fahrt gehen würde, könnte man vorn weitere 220 Liter verstauen.

Dass der 908 RC wohl nie in Serie gehen wird, dürften nicht nur zahlungskräftige Privatkunden bedauern, die schon lange auf die Wiedergeburt eines französischen Sportwagens warten. Sondern auch die Werksfahrer der Löwenmarke. Denn statt in einem offenen Rennwagen, würden sie nächsten Sommer in Le Mans wohl lieber in diesem Luxusliner auf die Strecke gehen.

tom

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