Pimp Your Garage Die Wellblech-Show

Garagentore sind architektonisch eine heikle Angelegenheit: Ganz gleich wie kreativ der Rest des Hauses aussieht, die Klappe zum Pkw-Gehäuse ist stets grau und fad. Man kann sein Tor aber auch richtig pimpen.


In allen Neubaugebieten bietet sich das gleiche Bild: Hübsche Einfamilienhäuser, bunte Gärten, blühende Beete - und langweilige Garagen. Denn so kreativ Architekten und Fertighausanbieter auch sein mögen, so wenig ist ihnen bislang für die Heimstatt des wichtigsten Familienfreundes eingefallen: das Garagentor.

Mancherorts überlassen stolze Eltern das triste Rechteck ihrem Nachwuchs als Leinwand für Fingerfarben-Exzesse. Mancher Hobbykünstler versucht sich sogar selbst als Wellblech-Picasso. Doch erstens sehen die Laienbilder nur selten gut aus, und zweitens ist der Lack oft schnell wieder ab.

Die Problematik erkannt hat nun die Münchner Firma "Pimp Your Garage". Sie bietet als Lösung für die Monotonie ein ebenso schnelles wie professionelles Facelift fürs Garagentor. Es handelt sich um große Folien, so genannte Billboards, die mit humorvollen Fotos bedruckt werden und im Handumdrehen aufgebracht sind. Seit einem Monat gibt es die Garagen-Kosmetik, die ersten 30 Plakate sind bereits verkauft.

Für 198 Euro inklusive Versand kann man so zum Beispiel eine Luxusyacht, einen Kampfjet oder einen Formel-1-Rennwagen aufs Geviert spannen oder seinen rostigen, alten Golf mit einem veritablen Gold-Schatz tarnen. Kinderliebende Familienväter schmücken das Tor zu ihrem BMW vielleicht mit einem riesigen Bobby-Car. Wer sich tierlieb gibt, grüßt die Welt mit einem formatfüllenden Schoßhund und wer von heißen PS-Partys träumt, lässt in seiner Garage zumindest optisch auf der Folie die Puppen tanzen.

Die Idee zum Blechtor-Billboard hatte Thomas Sassenbach bei Spaziergängen durch diverse Vorstädte. Dort ist ihm aufgefallen, wie trist Garagentore, vor allen Dingen wenn sie nebeneinander in einer langen Reihe auftreten, aussehen. Es folgte ein zweijährige Phase des Überlegens und Ausprobierens: Welches Material ist geeignet, was ist die sinnvollste Befestigung, wie und wo lässt sich der Druck umsetzten, fasst Firmensprecherin Eva Bayer die Probleme zusammen, die nun alle gelöst sind.

Auch das eigene Foto kann auf Folie gedruckt werden

Auf der Homepage www.pimp-your-garage.com stehen derzeit knapp ein Dutzend Motive zur Wahl, die allerdings immer nur für kurze Zeit im Angebot sind. Schließlich soll es auf den Garagentoren nicht schon wieder gleichförmig werden. Dabei bauen die Bayern auch auf die Mithilfe ihrer Kunden: Pfiffige Vorschläge werden gerne übernommen, in "Limited Editions" - also begrenzter Anzahl - aufgelegt und mit einer prozentualen Gewinnbeteiligung honoriert.

Die Billboards bestehen nach Angaben des Herstellers aus einem wetterfesten und lichtechten Spezialgewebe und haben, wie die allermeisten Schwenktore, ein Format von 2,10 mal 2,45 Metern. Ist das Garagentor kleiner, lässt sich die Folie mit Schere oder Teppichmesser anpassen. Für Rolltore allerdings sind die Folien nicht geeignet.

Befestigt werden die dauerhaltbaren Fototapeten mit Klettbändern, die auf Holz genauso haften wie auf Blech oder Kunststoff und bei einem Umzug problemlos wieder entfernt werden können. Selbst Laien, so versprechen die Hersteller, können die Folie in 15 Minuten montieren. Schneller lassen sich knapp fünf Quadratmeter kaum auffrischen.

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