Pirelli-Kalender Good Morning, Shanghai

Nackt war früher: Solange der Reifenhersteller Pirelli mit seinem Kalender vor allem europäische Kunden erfreute, durften die Mannequins alle Hüllen fallen lassen. Die 2008er Fotoserie hingegen soll den Absatz in China befördern - weshalb sich die Italiener auf dezente Erotikfotografie verlegt haben.


Wie praktisch, dass Pirelli erst vor wenigen Tagen das bereits zweite Reifenwerk in der chinesischen Provinz Shandong, eröffnete. Da passte die Präsentation des Kalenders in Shanghai prima ins Konzept. Keiner der bisherigen vierunddreißig Kalender wurde in Asien produziert. Diesmal aber sei das Werk "eine außergewöhnliche Visitenkarte, um der Öffentlichkeit im Osten die Welt von Pirelli näherzubringen", heißt es in einer Mitteilung des Pneuproduzenten. Der französische Fotograf Patrick Demarchelier, der bereits für den Pirelli-Kalender des Jahres 2005 zur Kamera griff, nahm die Bilder im April dieses Jahres während einer zehntägigen Fotosession in Shanghai auf. Elf Models und Schauspielerinnen standen für die insgesamt 23 Fotografien – bis auf den August gibt es jeden Monat zwei Portraits – vor der Linse. Darunter auch die Chinesinnen Mo Wan Dan, Du Juan und Maggie Cheung.

Fotograf Demarchelier sagt, er halte die Mischung der Gesichter im neuen Kalender für "unglaublich interessant". Schauspielerin Maggie Cheung, die unter anderem in Filmen wie "Police Story", "In the Mood for Love" und "Hero" zu sehen war, erklärte nach den Fotoaufnahmen selbstbewußt: "Viele chinesische Frauen sind sehr anmutig. Ich glaube, dass wir eine innere Grazie besitzen, die man im Westen selten findet."

Wer sich für die Entwicklung des Pirelli-Kalenders vom Pin-Up-Wandbehang bis zum heutigen, perfekt durchgestylten Marketinginstrument interessiert, kann diese Verwandlung in Kürze nachverfolgen. Denn der Verlag Mondadori veröffentlicht demnächst das Buch "The Complete Works: The Pirelli Calendar 1964-2007" (deutscher Mitherausgeber Schirmer/Mosel), in dem alle Blätter der bislang erschienenen 35 Kalender (in den Siebzigern gab es einige Jahre lang keinen Kalender) zu sehen sind. Pirelli spricht von einer "leidenschaftlichen Reise von den Sechzigern bis heute". Und der Betrachter entdeckt: Endlich haben die jungen Damen etwas zum Anziehen bekommen.

jüp



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