Pirelli-Kalender Steiler Stoßzahn

Ute Lemper singt, 700 Gäste feiern, und das alles wegen eines neuen Kalenders: In Berlin-Kreuzberg wird der Pirelli-Kalender 2009 vorgestellt. Der italienische Reifenhersteller hat mal wieder kaum bekleidete Models kunstvoll ablichten lassen.


Großer Bahnhof für eine raffinierte Reklameidee. Der Pirelli-Kalender, 1964 als Wandbehang mit Nackedeis und Autoreifen gestartet, hat inzwischen Kultstatus erreicht, wird großspurig als "The Cal" gefeiert und erscheint in der Ausgabe für das Jahr 2009 jetzt zum 37. Mal (zwischen 1975 und 1983 gab es keinen Pirelli-Kalender). An diesem Donnerstag wird das großformatige Werk in Berlin vorgestellt - erst bei einer Pressekonferenz im Hotel "Adlon", am Abend dann bei einer Gala in der "Station Berlin".

Für das kommende Jahr hat der Fotograf Peter Beard die Models Daria Werbowy (Kanada), Emanuela de Paula und Isabeli Fontana (Brasilien), Lara Stone und Rianne Ten Haken (Holland), Malgosia Bela (Polen) und Mariacarla Boscono (Italien) in außergewöhnlicher Umgebung inszeniert. Die Aufnahmen entstanden im vergangenen Mai in Botswana, und dort im Delta des Okawango-Flusses sowie in der Wüste Kalahari. Und es sind nicht nur die eher luftig oder auch gar nicht bekleideten Damen zu sehen, sondern auch jede Menge Elefanten.

Fotograf Beard hat Erfahrung mit diesen Tieren, denn er lebte mehr als 30 Jahre in Kenia und arbeitet dort unter anderem im Tsavo-Nationalpark, wo er vor allem Elefanten und schwarze Nashörner aufnahm und die Bilder in dem zweibändigen Werk "The End of the Game" veröffentlichte.

Auch der aktuelle Pirelli-Kalender greift die Naturschutz-Thematik auf - und schließt sich damit dem allgemeinen Öko-Trend an. In der Mitteilung zum Kalendarium für 2009 heißt es ein wenig uncharmant den Models gegenüber, die Elefanten seien "die wahren Hauptdarsteller dieser Ausgabe". Die Tiere seien "die Metapher der Menschen und der afrikanische Kontinent ist die Metapher für die verwüstete Welt, die ihre verlorene Harmonie wiederfinden muss", teilt Pirelli mit.

Natürlich schlägt sich der italienische Konzern auf die Seite der Guten, der Retter. Der Kalender sei umweltschonend produziert worden, versichert das Unternehmen. Es werde ein Projekt unterstützt, das zur Erhaltung eines Tropenwaldabschnitts in Costa Rica beitrage. So solle der CO2-Ausstoß ausgeglichen werden, der durch die Produktion des Kalenders und seine Präsentation entstehe. Und: Der Pirelli-Kalender 2009 wurde auf recyceltem und chlorfrei gebleichtem Papier gedruckt. So wird die nackte Schönheit endlich auch ökologisch korrekt.

jüp

Mehr zum Thema


© SPIEGEL ONLINE 2008
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.