Pirelli-Werbung Teuflische Szenen mit dem Segen der Kirche

Der Reifenhersteller Pirelli wechselt in der Werbung vorübergehend vom freizügigen ins dramatische Fach. In einem Film namens "The Call" treten Naomi Campbell und John Malkovich im ewigen Kampf von Gut und Böse gegeneinander an. Demnächst läuft der Streifen im Internet.


Der Plot ist schnell erzählt: Die Ausgeburt des Bösen, in diesem Fall verkörpert von Top-Model Naomi Campbell, ruft zum Kampf gegen das Gute auf und schickt ihren gefährlichsten Dämon in die Schlacht. Ihm entgegen stellt sich ein Priester, dargestellt von Hollywood-Star John Malkovich. An ihm liegt es, das Gute zu verteidigen.

"The Call" heißt das Filmprojekt, das der italienische Reifenhersteller vom Regisseur Antoine Fuqua (unter anderem "King Arthur") inszenieren ließ. Neben dem schon legendären "Pirelli-Kalender", ließ das Unternehmen verlauten, suche man nach weiteren Möglichkeiten zu "einer kontroversen, provokativen und ausdrucksstarken Kommunikation". Alles sei darauf ausgerichtet, den "Kult um die Traditionsmarke zu steigern". Und da andere Firmen wie zum Beispiel BMW mit Internet-Filmen offenbar gute Erfahrungen gemacht haben, folgt jetzt auch Pirelli seinen cineastischen Ambitionen.

Um etwaige Differenzen mit der Kirche bei der Verfilmung des heiklen Sujets auszuschließen, wurde Padre John von Beginn an in das Projekt eingebunden. Padre John ist vom Vatikan mit der Pflege der Beziehungen zur Filmindustrie beauftragt, er beriet unter anderem bereits Mel Gibson bei den Dreharbeiten zu "Die Passion Christi". Auch dem Pirelli-Projekt gab der Geistliche seine Absolution, so dass die Reifenfirma jetzt verkünden kann: "Nach Ermächtigung der Kirche konnten die Dreharbeiten zu 'The Call' beginnen."

Eine Woche dauerte die Arbeit am Set. Gedreht wurde im römischen Krankenhaus Santo Spirito sowie in einer alten, verlassenen Industriehalle am Rande der ewigen Stadt und fast ausschließlich bei Nacht. Feuerzungen spielen eine wichtige Rolle in dem Film, ein mattschwarzes Auto ebenso und natürlich das Kreuz.

Für drei Monate zog sich danach Regisseur Fuqua mit seinem Team nach Hollywood zurück, um das Material zu schneiden. Am 23. März soll Premiere sein.

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