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03. Juli 2012, 09:39 Uhr

Polizeiaktion in Nordrhein-Westfalen

Blitz-Marathon mit Bürgerhilfe

In Nordrhein-Westfalen ist am Dienstagmorgen eine umfangreiche Verkehrskontrolle gestartet. An mehr als 3000 Stellen überwacht die Polizei das Tempo der Fahrer. Bei der Wahl der Positionen gaben sich die Verantwortlichen volksnah. Sie ließen die Bürger entscheiden.

Düsseldorf - Direkt an einem Schild zur Geschwindigkeitsbegrenzung oder an überflüssigen Orten: Über manche Blitzer können sich Autofahrer ärgern. Manchmal liegt die Vermutung nahe, die Gemeinden wollten hauptsächlich ihre Einnahmen aufbessern. Bei einer umfangreichen Verkehrskontrolle in Nordrhein-Westfalen konnten nun die Bürger über die Position der Tempokontrollen entscheiden.

Am Dienstagmorgen hat der zweite landesweite sogenannte Blitz-Marathon begonnen. Bei der 24-stündigen Tempo-Kontrollaktion wollten 3300 Polizeibeamte gegen zu schnelles Fahren vorgehen, teilte das Lagezentrum des NRW-Innenministeriums mit. Auto- und Lastwagenfahrer müssten sich deshalb bis 6 Uhr am Mittwochmorgen auf verstärkte Verkehrskontrollen einstellen. Die Polizei misst an 3140 Kontrollstellen in ganz Nordrhein-Westfalen.

Für die landesweite Tempo-Kontrollaktion konnten dieses Mal auch Bürger Vorschläge einreichen. Mehr als 15.000 Menschen hatten sich beteiligt - knapp 2700 ihrer Vorschläge sollen bei den Kontrollen aufgegriffen werden.

"Auf unseren Straßen sterben zu viele Menschen. Zu hohe Geschwindigkeit ist der Killer Nummer eins", begründete Innenminister Ralf Jäger (SPD) die Aktion am Dienstagmorgen. Nach vielen Jahren mit immer weniger Verkehrstoten war die Zahl im vergangenen Jahr in NRW erstmals wieder angestiegen - um 15 Prozent auf 634 Tote. Der erste Blitz-Marathon im Februar war eine Reaktion auf diesen Anstieg.

rom/dpa

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