Polizeiaktion in Nordrhein-Westfalen Blitz-Marathon mit Bürgerhilfe

In Nordrhein-Westfalen ist am Dienstagmorgen eine umfangreiche Verkehrskontrolle gestartet. An mehr als 3000 Stellen überwacht die Polizei das Tempo der Fahrer. Bei der Wahl der Positionen gaben sich die Verantwortlichen volksnah. Sie ließen die Bürger entscheiden.


Düsseldorf - Direkt an einem Schild zur Geschwindigkeitsbegrenzung oder an überflüssigen Orten: Über manche Blitzer können sich Autofahrer ärgern. Manchmal liegt die Vermutung nahe, die Gemeinden wollten hauptsächlich ihre Einnahmen aufbessern. Bei einer umfangreichen Verkehrskontrolle in Nordrhein-Westfalen konnten nun die Bürger über die Position der Tempokontrollen entscheiden.

Am Dienstagmorgen hat der zweite landesweite sogenannte Blitz-Marathon begonnen. Bei der 24-stündigen Tempo-Kontrollaktion wollten 3300 Polizeibeamte gegen zu schnelles Fahren vorgehen, teilte das Lagezentrum des NRW-Innenministeriums mit. Auto- und Lastwagenfahrer müssten sich deshalb bis 6 Uhr am Mittwochmorgen auf verstärkte Verkehrskontrollen einstellen. Die Polizei misst an 3140 Kontrollstellen in ganz Nordrhein-Westfalen.

Für die landesweite Tempo-Kontrollaktion konnten dieses Mal auch Bürger Vorschläge einreichen. Mehr als 15.000 Menschen hatten sich beteiligt - knapp 2700 ihrer Vorschläge sollen bei den Kontrollen aufgegriffen werden.

"Auf unseren Straßen sterben zu viele Menschen. Zu hohe Geschwindigkeit ist der Killer Nummer eins", begründete Innenminister Ralf Jäger (SPD) die Aktion am Dienstagmorgen. Nach vielen Jahren mit immer weniger Verkehrstoten war die Zahl im vergangenen Jahr in NRW erstmals wieder angestiegen - um 15 Prozent auf 634 Tote. Der erste Blitz-Marathon im Februar war eine Reaktion auf diesen Anstieg.

rom/dpa



insgesamt 29 Beiträge
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agtrier 03.07.2012
1. Und heute morgen wieder gesehen ...
... Raser rast durch 30er-Zone, wenige Zentimeter an an Bushaltestelle wartenden Schulkindern vorbei. Leider kein Blitzer in der Nähe. Wahrscheinlich würde der Fahrer auch über die "Geldmacherei" schimpfen, wenn die Gemeinde eine Radarfalle aufstellen würde. Die Eltern sehen das sicher anders.
Mannheimer011 03.07.2012
2. Tag des Handy am Steuer wäre wohl noch lukrativer
Man sollte mal schwerpunktmäßig das Telefonieren und SMS-Schreiben beim Fahren kontrollieren. Ich habe das Gefühl, das viele Leute zum Telefonieren ins Auto steigen... Selbst innerorts werden munter SMS getippt (!!!). Aber der (Ironie an) gute (Ironie aus) Verkehrsminister muss sich ja um unsinnige Wechselkennzeichen und Fahrradrambos kümmern.
fjr 03.07.2012
3. Irrsinn
Irrsinn gibt's leider nicht nur bei den "Rasern", sondern auch bei denen, die Verkehrsbeschränkungen aufstellen. Bin erst gestern wieder von Nürnberg nach Hof gefahren (A9). Da weiss man nach wenigen Kilometern leider nicht mehr, was denn gerade gilt. Die Begrenzungen wechseln im Takt weniger Kilometer. Gestern war's egal, denn wegen des "leichten Nieselregens" (Aquaplaning mit fast neuen Reifen (1000 km) bei Tempo 80 in 5 % Gefälle!) war eh nichts mit so schnell fahren, dass man in Verlegenheit gekommen wäre. Aber normalerweise hat man keine Chance nach 30 Kilometern noch irgendeine Ahnung vom gerade geltenden Tempolimit zu haben. Es ist ja nicht so, dass diese Strecke es nicht in sich hätte, aber das was da getrieben wird - Irrsinn und Abzocke. Tempo 30 Zonen, die als solche nicht erkennbar sind (ausser am Schild zu Beginn) sind nicht zielführend und genau so Abzocke. Andererseits: Wer mit Tempo 80 an einer Bushaltestelle innerorts vorbeirast - ganz egal ob Schulkinder oder andere Fahrgäste - dem gehört schlicht der Führerschein genommen. Beim Ersten Mal und für immer.
SmallSmurf 03.07.2012
4. <eom/>
Zitat von Mannheimer011Man sollte mal schwerpunktmäßig das Telefonieren und SMS-Schreiben beim Fahren kontrollieren. Ich habe das Gefühl, das viele Leute zum Telefonieren ins Auto steigen... Selbst innerorts werden munter SMS getippt (!!!). Aber der (Ironie an) gute (Ironie aus) Verkehrsminister muss sich ja um unsinnige Wechselkennzeichen und Fahrradrambos kümmern.
Handys am Ohr des Fahrers sind mir auch ein Dorn im Auge. Die Fahrer wissen meist nicht wohin, während diese in die Muschel brabbeln. Müsste man dies bzgl. seinen Führerschein abgeben, würden wohl gefühlt 50% der Autofahrer zu Fuß gehen müssen.
spon-facebook-10000177737 03.07.2012
5. optional
Wenn wir schon die Raser und Handynutzer erwähnen, finde ich sollte man auch die Verkehrsbehinderungen erwähne, meist Leute, die sich unsicher im Strassenverkehr sind und egal wo mit 30 /40 langtuckern. Rasen ist ein No Go, genauso wie Handy am Ohr. Aber zu langsam fahren sollte genauso angesprochen werden. Oder wer liebt es nicht auch, morgens auf einer 100er Strecke mit 30 zu fahren und nicht die Möglichkeit haben zu überholen.
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