Porsche 959 Über-Auto der Achtziger

Kein Auto der Achtziger galt als derart fortschrittlich, keines war schneller auf öffentlichen Straßen unterwegs: Der Porsche 959 war das perfekte Auto. Der Supersportwagen hatte jede Menge neuster Technologie an Bord wie ein Reifendruck-Kontrollsystem in der Felge.


Stuttgart - Das perfekte Auto - davon träumt so mancher Fahrer. Doch obwohl die Entwickler immer neue Technologien erschaffen und in ihre Autos packen, ist absolute Perfektion bis heute ein Wunschtraum geblieben. Einmal aber, vor 20 Jahren, überschlugen sich die Experten förmlich vor Begeisterung: Die Porsche-Ingenieure hatten einen Supersportwagen geschaffen, von dem man damals glaubte, der Begriff perfekt passe tatsächlich: den Porsche 959.



Allerdings wirkt das perfekte Auto der Achziger heute inzwischen nicht mehr ganz so eindrucksvoll. Zwar träumen Fans des Herstellers aus Stuttgart heute noch davon, ihn zu fahren - doch irgendwie sieht er aus wie ein gewaltig aufgepumpter Porsche 911. Dieser alterslose Sortiments-Klassiker ist in der Mitte des 959 sofort als dessen formgebende Basis zu erkennen. Über dem Heck jedoch spannt sich ein mehr oder weniger integrierter Spoiler. Die Räder finden ihren Platz unter Karosserieausbuchtungen, die zeigen, wie weit der Begriff Kotflügelverbreiterung gehen kann.

Aber ums Design ging es beim Porsche 959 nie vorrangig. Er sollte fahren wie kein anderer, schneller und besser sein - und das war er. Hinter seiner Entwicklung stand nicht die Idee, einfach einen flotten Straßensportwagen auf die Räder zu stellen. Vielmehr ging es um den Motorsport und die 1980 im Reglement verankerte "Gruppe B". Um ein Wettbewerbsfahrzeug für diese Kategorie auf die Strecke zu schicken, wurde von den Regelhütern vorab der Bau von 200 Fahrzeugen verlangt.

Möglichst viel neueste Technologie in ein Auto

Also kam man bei Porsche auf die Idee, mehrere Fliegen mit einer Klappe zu schlagen: Es sollte ein Auto her mit Erfolgsaussichten auf Rallyestrecken und bei Straßenrennen sowie als Supersportwagen bei besonders gut Betuchten. Und noch etwas wollte man verwirklichen: Möglichst viel an neuester Technologie in einem Auto zu verstauen. Weil das umgesetzt wurde, kann der Porsche 959 auch als Wegbereiter des heute grassierenden Technologie-Wahns im Automobilbau gelten.

Auf der Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) 1983 zeigte Porsche eine Studie des Fahrzeugs auf Basis des 911 - und erntete begeisterte Reaktionen. Bis das Auto dann tatsächlich auf die Straßen rollte, sollte es noch eine Weile dauern. Doch deuteten die Grundzüge des Konzepts schon an, wie das Endprodukt sein könnte. So war schnell klar, dass der 959 einen Allradantrieb bekommen sollte. Dieser hatte seinen großen Härtetest 1984 unter der Hülle eines 911 bei der Rallye Paris-Dakar zu bestehen - die das Auto mehr oder weniger aus Versehen gewann. Eine fortgeschrittene Rallye-Version des 959 wiederholte den Erfolg dann 1986.

Die sehnsüchtig wartenden Interessenten für das Straßenmodell mussten sich allerdings noch in Geduld üben. Denn die komplexe Technik des Neulings machte ihn nicht nur einzigartig - sie brachte auch einige Schwierigkeiten mit sich, die die Markteinführung verzögerten.

Schließlich galt es, eine ganze Reihe von Dingen zum Funktionieren zu bringen, die man damals im Auto so noch nicht kannte: Der 959 hatte nicht einfach einen Allradantrieb, das System war auch elektronisch geregelt und verteilte die Kraft je nach Situation auf die Achsen. Zusätzlich gab es eine Niveauregulierung, die abhängig von der Geschwindigkeit arbeitete. Bei hohem Tempo etwa senkte sich der Wagen automatisch ab. Alles andere als selbstverständlich war zu jener Zeit auch der Einsatz eines Anti-Blockier-Systems (ABS).

Selbst in den Rädern verbarg sich Technik im Überfluss: Was auf den ersten Blick wie eine gewöhnliche Leichtmetallfelge aussah, war Bestandteil eines komplexen Systems. Die Räder bestanden aus Magnesium, die einzelnen Speichen waren hohl. Die Hohlräume wiederum standen in Verbindung mit der Luft im Reifen, was im Endeffekt ein Kontrollsystem für den Reifendruck möglich machte. Bei der Karosserie kam Kunststoff ebenso wie Aluminium zum Einsatz.

Zwei Turbolader mit für den 450-PS-Motor

Das Herzstück eines Supersportwagens ist aber der Motor. Er war es dann auch, der mit seinen Leistungswerten die Sportwagen-Liebhaber in Verzückung geraten ließ. Der Blick auf den Hubraum zeigt zunächst wenig Erstaunliches: Nur 2,85 Liter sind es. Diese moderate Größe ist eine Folge des Sport-Reglements. Denn Porsche hatte dem 959-Motor gleich zwei Turbolader für zusätzliche Leistung verpasst. Die Regeln sahen für Turbo-Motoren in den jeweiligen Kategorien im Vergleich zu nicht aufgeladenen Saugmotoren kleinere Hubräume vor.

Doch die Werksangaben zeigten, dass die Größe durchaus ausreichend war: Gewaltige 331 kW/450 PS standen im Heck des Sportwagens zur Verfügung. Sie erlaubten eine Beschleunigung aus dem Stand auf Tempo 100 in weniger als vier Sekunden. Die mögliche Höchstgeschwindigkeit lag oberhalb der Bereiche, die für Normalfahrer vorstellbar waren. Mal wurde von 310, mal sogar von 320 km/h gesprochen.

Als es dann endlich zur Auslieferung kam, war das Auto bereits so berühmt, dass man es gar nicht erst den Kunden andienen musste, sondern es quasi an ausgesuchte Personen verteilte. Diese hatten mehr als 400.000 Mark bereit zu halten, um in den Fahrgenuss zu kommen.

Komfortversion für Tennisspielerin und Stardirigent

Auf kompromisslose Sportlichkeit legte nur der kleinere Teil der Klientel Wert: Angeboten wurde der 959 zwar sowohl als Sportversion mit 100 Kilogramm weniger Gewicht und verminderter Ausstattung wie auch als Komfortversion. Die Sportvariante fand aber nur wenige Abnehmer. Berühmtheiten wie Tennisspielerin Martina Navratilova oder Dirigent Herbert von Karajan wollten den Reiz des Besonderen wohl lieber mit umfangreichem Komfort genießen.

Wie viele 959 tatsächlich bis 1988 gebaut wurden, darüber gibt es unterschiedliche Angaben. Meist wird die Zahl 288 genannt. Nur 29 davon sollen in der Sportversion geordert worden sein. Die geringe Menge und die umso größere Popularität des Wagens sorgten dafür, dass zeitweise mehr als das Doppelte des Neupreises für einen 959 verlangt und gezahlt wurde. Bis heute werden deutlich sechsstellige Eurosummen geboten - zumindest in Sachen Wertstabilität kann der 959 also immer noch als nahezu perfekt gelten.

Von Heiko Haupt, gms



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Seite 1
Don Jusi, 04.10.2005
1.
Theoretisch habe ich etliche Traumautos, sowohl Youngtimer als auch aus der Oldtimer. Was mich abschreckt, ist die ewige Bastelei, der Zeit- und Platzbedarf, die mangelnde Ersatzteilversorgung, die Umweltschädlichkeit und nicht zuletzt der hohe Spritverbrauch. Aber schön anzusehen ist es immer. Bleibt für mich also ein Hobby für Reiche, die viel Haus- und Grundfläche besitzen und auch genügend Zeit haben.
Franz Dumfart, 04.10.2005
2.
Hehe. Mein Renault 5 ist nun 19 Jahre alt, ein paar Jährchen noch und ich bin auch ein Oldtimer Fan ;) Grundsätzlich bin ich aber kein Liebhaber von "alten" Autos. Mir gefallen sie auch meist gar nicht, und generell finde ich so einen riesen Trubel um Autos immer recht unnötig. Ist doch nur ein Auto.
B.W., 04.10.2005
3. - - -
Trotz des oft wunderschönen Anblicks, möchte ich keine Oldtimer besitzen. Wie oben schon erwähnt, bedarf es bei einem solchen Auto viel Zeit und Geld, dass ich in der Menge nicht besitze :-) . Mein Traum jedoch ist es, einemal auf Kuba mit einem alten amerikanischen Auto durch Havanna zu fahren (Dort wurden nach dem Importembargo Amerikas keine Autos mehr importiert). In der linken Hand eine Cigarre von der Dicke einer Weißwurst, in der rechten eine Flasche Rum! Das Lenken ist dann das einzige Problem.... Grüße!!!
Kunigunde, 05.10.2005
4.
1. Ich fahre grundsätzlich nur "alte" (= gebrauchte) Autos - wenn ich mir den Wertverlust gerade im 1. Jahr angucke, dann weiß ich, daß sich die Autohersteller über die dummen Neuwagenkäufer scheckig lachen müssen. 2. Die weit überwiegende Mehrzahl der modernen Autos ist nicht wirklich "schön": Quietschfarben, entweder grimmig-aggressiv (-> Zielgruppe: Männer) oder Kindchenschema (-> Zielgruppe: Frauen). Aber schön und elegant? Ganz ehrlich: Seit Ende der 1960er Jahre (wieder mal) kam da nicht mehr viel. Einen Oldtimer würde ich mir aber nur als Dritt- oder Viertwagen kaufen - für den Alltag im heutigen Straßenverkehr mit Millionen von Idioten hinterm Steuer sind die schönen Autos "von Gestern" viel zu schade! MfG Kunigunde
Radler2, 06.10.2005
5.
---Zitat von Don Jusi--- Was mich abschreckt, ist die ewige Bastelei, der Zeit- und Platzbedarf, die mangelnde Ersatzteilversorgung, die Umweltschädlichkeit und nicht zuletzt der hohe Spritverbrauch. Aber schön anzusehen ist es immer. ---Zitatende--- Nachdem ja bisher nur Leute hier schreiben, die keine praktische Erfahrung haben: Fahre seit '95 einen MG B. Recht günstig erstanden, daher in der ersten Zeit tatsächlich einiges zu basteln. Aufwand inklusive Anschaffung im ersten Jahr ca. 20.000 DM, schätze ich. Seitdem hält sich der Aufwand in Grenzen, allerdings mache ich das meiste selber und fahre nicht viel. Die letzte gößere Reparatur war 2000... Die Ersatzteilversorgung für dieses Fahrzeug ist einwandfrei, und die Teile sehr günstig (viel billiger als für mein Alltagsfahrzeug). Alle Verschleißteile gibt es neu. Allerdings sind die Teile sicher nicht von der Qualität, die man von deutschen Autos gewöhnt ist. Spritverbrauch liegt bei 9-11 Litern, das ist ja wohl nicht zu viel. Ist allerdings ganz klar ein Zweitwagen, da ich mich zwecks Erhaltung bemühe, den Wagen nur bei Trockenheit aus der Garage zu holen. Vor Unfällen habe ich eher weniger Angst - das hat man ja bis zu einem gewissen Grad selber im Griff - habe ich aber auch schon gehabt, ein Kamikaze-Radler, dessen Versicherung dann aber brav gezahlt hat. ---Zitat von Don Jusi--- Bleibt für mich also ein Hobby für Reiche, die viel Haus- und Grundfläche besitzen und auch genügend Zeit haben. ---Zitatende--- Naja, man braucht halt eine Garage, in meinem Fall eine abschließbare Einzelgarage; die Miete dafür ist in der Jahresbilanz das teuerste am dem Wagen (ausser Sprit vielleicht...). In diesem Jahr habe ich bisher ca. zwei Stunden damit verbracht, den Wagen zur AU in die Werkstatt zu bringen (Plakette kann man leider nicht selber kleben).
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