Porsche Panamera Hybrid Das freut den Öko-Snob

Autohersteller lieben die Geheimniskrämerei um kommende Modelle. Porsche ist da keine Ausnahme, und so gab es zum geplanten Viertürer Panamera bisher kaum Konkretes. Nun serviert der Sportwagenhersteller ein Info-Häppchen: den Panamera soll es auch mit Hybridantrieb geben.

Weil Dieselmotoren für Porsche nicht in Frage kommen, wie Vorstandschef Wendeling Wiedeking schon mehrfach betont hat, und weil die leistungsstarken Sport- und Geländewagen der Marke aufgrund ihrer süffigen Verbrauchswerte zunehmend auf umweltpolitisch vermintes Terrain geraten - aus diesen beiden Gründen favorisiert das Stuttgarter Unternehmen den Hybridantrieb als sparsamere Technik. Bereits vor einiger Zeit stellte Porsche den Prototypen des Hybrid-SUVs Cayenne vor. Das Serienauto – dessen Antriebstechnik die Zuffenhausener gemeinsam mit Audi und VW entwickeln, soll im Jahr 2010 auf den Markt kommen. Bereits 2009 jedoch wird es noch viel mehr Bohei um einen neuen Porsche geben. Denn mutmaßlich auf dem Genfer Autosalon im nächsten Jahr zeigt das Unternehmen die vierte Baureihe, den sportlichen Viertürer Panamera. In der Szene heißt es, Interessenten für dieses Fahrzeug sollten sich auf einen Einstiegspreis von rund 75.000 Euro einstellen.

Was dafür geboten wird, ist erst in Umrissen bekannt. Unlängst drückte ein Erlkönigfotograf am Nürburgring auf den Auslöser, als der Luxussportwagen dort Testrunden drehte. Das stark gepolsterte Auto auf den leicht unscharfen Fotos, die dabei entstanden, sieht aus wie ein Porsche-911-Hefegebäck.

In Wirklichkeit wird der Wagen natürlich sehr viel schlanker und rassiger auf den Rädern stehen. Die Porsche-Pressestelle teilt mit, die "breite und flache Karosserie" des Panamera werde über Proportionen verfügen, "die ein ebenso dynamisches wie kompaktes Gesamtbild ergeben". Damit auch das Umwelt-Image stimmt, soll es den viertürigen Viersitzer nicht nur mit Sechs- und Achtzylinder-Benzinmotoren geben, sondern auch mit dem so genannten Full-Parallel-

antrieb, den auch der Porsche Cayenne erhält. Allerdings erst nach 2010, wie ein Porsche-Sprecher mitteilte.

Full-Parallel-Hybrid bedeutet, dass der Panamera je nach Fahrsituation nur mit dem Benzinmotor, nur mit dem Elektromotor oder durch die Kombination beider Maschinen bewegt wird. Beim Hybridmodell werden die Batterien im Bereich des Kofferraums plaziert und ein spezielles Modul zwischen Motor und Getriebe eingebaut, in dem der Elektromotor und eine zusätzliche Kupplung zusammengefasst sind. Eine komplexe Steuerung regelt die Kraftflüsse, sodass der Wagen unter anderem völlig schadstofffrei und rein elektrisch dahinrollen kann, oder mit der "Porsche-typischen sportlichen Fahrweise", wie es in der Mitteilung zum Hybrid-Panamera heißt.

Hybridkomponenten aus dem Geländwagen Cayenne

Detaillierte Daten zum Hybridsystem hält Porsche noch unter Verschluss. Allerdings haben die Schwaben bereits mitgeteilt, dass der Cayenne Hybrid im Durchschnitt mit weniger als neun Litern Kraftstoff je 100 Kilometer auskommen wird. Der Panamera Hybrid wird mit Sicherheit darunter liegen – schon allein wegen des geringeren Fahrzeuggewichts und der windschlüpfrigeren Form.

Warum Porsche ausgerechnet jetzt, mehr als ein Jahr vor dem Debüt des Panamera und mindestens drei Jahre vor der Premiere der Hybridvariante des Gran-Turismo-Modells mit dieser Meldung herausrückt, ist nicht ganz klar. Ein Grund könnte sein, dass die Zuffenhausener die Themenhoheit in der Autobranche in den kommenden Wochen nicht allein den Novitäten von der Detroit Motorshow überlassen wollen. Da nämlich haben sie nichts beizutragen, denn erstmals seit vielen Jahren bleibt Porsche der US-Leitmesse fern.

Stattdessen wird in Detroit allerdings ein Konkurrent des Panamera Hybrid stehen: Die kalifornische Firma Fisker hat für die Messe ein viertüriges Coupé im Stile der kommenden Porsche Panamera und Aston Martin Rapide angekündigt, das über einen Hybridantrieb verfügen soll. Was dem Auto allerdings noch fehlt, ist ein Name.

jüp

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