Porsche und Volkswagen Gemeinsame Vergangenheit

Volkswagen will Porsche übernehmen. Doch beide sind bereits seit Jahrzehnten verbunden. Zahlreiche Modelle wurden gemeinsam entwickelt, und auch für künftige umweltschonende Antriebe bilden die beiden Autobauer eine Allianz. SPIEGEL ONLINE zeigt einige Gemeinsamkeiten.


Der niedersächsische Autobauer Volkswagen will Porsche schlucken und als zehnte Marke in den Konzern integrieren. Damit schließt sich ein Kreis, denn beide haben eine lange gemeinsame Geschichte. Sie beginnt beim Konstrukteur des ersten Volkswagens und reicht bis zur künftigen Entwicklung eines Hybridmotors und einer einheitlichen elektronischen Plattform.

Der erste Volkswagen, der Käfer, stammte von Ferdinand Porsche, der den Wagen in Stuttgart konstruierte. Um den 1934 von Adolf Hitler verlangten "geeigneten Kleinwagen" zu produzieren, wurde ein geeignetes Gelände gesucht und in der Nähe der Wolfsburg gefunden. Namensgeber für die Anlage war nicht der Konstrukteur, sondern das Auto: Es entstand das Volkswagenwerk, und der Grundstein wurde gelegt für die Stadt Wolfsburg.

Aus VW-Teilen konstruierte nach dem Krieg Ferdinand Porsches Sohn Ferry in Österreich den ersten Sportwagen, der den Familiennamen Porsche trug. Ab 1950 wurden die schnellen Flitzer dann in Stuttgart gebaut.

Es folgten gemeinsame Projekte, nämlich die 914er, 924er, und 944er Modelle, die beiden letzten von einigen auch Hausfrauen-Porsche genannt. Auch den Vertrieb legten Porsche und Volkswagen in der Zeit von 1969 und 1974 zusammen. Porsche hat zudem die Volkswagen-Technologie über Jahrzehnte mitgestaltet. Im Porsche-Zentrum Weissach wurde vieles für Volkswagen entwickelt, worüber öffentlich nicht geredet wird. 1993 wurde Porsche-Enkel Ferdinand Piëch VW-Chef.

Eigenständiges Image in Gefahr

Auch die aktuellen Geländefahrzeuge Cayenne von Porsche und Touareg von VW sind gemeinsame Entwicklungen. Festgeschrieben ist die Zusammenarbeit bei der Rohkarosserie des Porsche-Viersitzers Panamera. Die Devise war: Gemeinsame Entwicklungen und Produktionen sparen Milliarden. Trotzdem haben die Sportwagen aus Stuttgart bislang ihren eigenständigen Charme behalten. Wie groß die Gefahr ist, genau den zu verlieren, zeigen zwei andere Autobauer. Denn als der Luxusautobauer Jaguar noch zu Ford gehörte, verwässerte das Image der Edelkarossen. Besonders auffällig war dies im Jaguar X-Type, der für viele innen zu sehr nach einem Ford Mondeo aussah, auf dessen Plattform die Mittelklasse-Limousine basiert.

Die Erfindung des Käfers hat sich für die Familien Porsche und Piëch jahrelang gut ausgezahlt. Für jeden Käfer musste Wolfsburg eine Lizenzgebühr an Porsche abführen. Die Porsche-Holding in Österreich ist heute noch Generalimporteur für VW in Österreich und in einigen osteuropäischen Ländern.

rom/dpa/AP



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