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09. Juli 2014, 06:15 Uhr

Neuer Opel Corsa

Nur gefühlt anders

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Opel setzt riesige Erwartungen in den neuen Corsa: Er muss den Hersteller auf Sanierungskurs halten. Beim Design werden keine Experimente gewagt. Für das Fahrgefühl gilt das Gegenteil.

Die Spannung steigt: Im Oktober enthüllt Opel auf dem Autosalon in Paris den neuen Corsa. Und weil die fünfte Generation des Kleinwagens den Hersteller aus dem Tal der Tränen führen soll, schlachtet er die Premiere aus. Erst konnten Journalisten an den letzten Abnahmefahrten teilnehmen, jetzt - drei Monate vor der offiziellen Enthüllung - gibt es die ersten Fotos vom neuen Auto.

Opel-Chef Karl-Thomas Neumann hat versprochen, dass der neue Corsa "in jeder Hinsicht überraschen wird". Aber auf den Bildern sieht das anders aus - denn wirklich neu wirkt das Design nicht. Immerhin wurden im Vergleich zum Vorgänger die Glubschaugen-Scheinwerfer weggeschminkt, die Frontpartie kennt man dagegen vom Modell Adam. Der Corsa bleibt, was er war: ein unaufgeregter Kleinwagen.

Der zuständige Projektleiter Werner Joeris formuliert es so: "Wir bauen auf der bestehenden Plattform auf." Das ist nicht ungewöhnlich in der Branche. Die Entwicklung einer neuen Bodengruppe, einer neuen Fahrzeugarchitektur oder eines neuen Komponentensatzes wie etwa des modularen Querbaukastens des VW-Konzerns verschlingt oft mehr als eine Milliarde Euro und amortisiert sich oft erst nach der zweiten Fahrzeuggeneration. Dieses Geld und diese Zeit hat Opel nicht.

So musste Joeris beim neuen Corsa mit den alten Abmessungen klarkommen. An den rund 2,50 Meter Radstand und den etwa vier Metern Länge hat sich kaum etwas geändert. Nahezu gleich bleibt auch das Gewicht.

Die großen Änderungen fallen erst beim Fahren auf

Mit ein paar geschickten Eingriffen an den richtigen Stellen ist es den Opel-Ingenieuren letztlich aber doch gelungen, beim Corsa zumindest ein frisches Fahrgefühl zu erzeugen. Für das Fahrwerk wurde beispielsweise kein Bauteil aus dem Vorgänger übernommen. Und der neue Einlitermotor läuft für einen Dreizylinder ungewöhnlich leise und kultiviert.

Das Turbotriebwerk gibt es endlich auch mit einer Sechsgangschaltung und wahlweise mit 90 oder 115 PS Leistung. Der Verbrauch soll knapp über vier Liter liegen. Alternativ dazu bietet Opel einen neuen 1,4-Liter-Vierzylinder-Turbo mit 100 PS sowie als Basismotorisierung wohl einen 75-PS-Benziner an. Und Dieselfreunden stellen die Hessen mutmaßlich einen 1,3-Liter-Selbstzünder mit 75 oder 95 PS zur Wahl.

Fast noch wichtiger für das "Alles wie neu"-Gefühl sind allerdings weiche Faktoren wie eine bessere Dämmung und Dämpfung. Und vor allem: ein feineres Ambiente und eine großzügigere Ausstattung. In diesen Disziplinen macht der Corsa tatsächlich einen großen Sprung. Das Innenleben wirkt deutlich vornehmer, mit viel Chrom, Klavierlack und Lederbesatz.

In der Mitte des Armaturenbretts leuchtet ein großer Touchscreen, über eine Infotainment-Software lassen sich Smartphones mühelos koppeln und verschiedene Apps runterladen. Außerdem gibt es gegen Aufpreis Extras wie Auffahrwarner, Verkehrszeichenerkennung, Spurführungshilfe und Fernlichtassistent.

Selbst wenn die fünfte Corsa-Generation kein komplett neues Auto geworden ist: Für einen neuen Eindruck von Marke und Modell reicht es. Außerdem soll sich der Preis des Autos nicht groß verändern. Das haben jedenfalls Opel-Mitarbeiter angedeutet. Genaue Zahlen gibt es im August. Wieder eine Gelegenheit, das Auto ins Gespräch zu bringen.

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