Rallye Paris-Dakar Werbung in der Wüste

Wenn am 1. Januar die 26. Rallye Paris-Dakar gestartet wird, hoffen vor allem vier Werksteams auf schnelle Autos, eindrucksvolle Bilder und Erfolgsmeldungen. Denn die Marathon-Rallye in der Sahara wird immer mehr zur Werbebühne von Autoherstellern.

Vor allem die Teilnahme von Volkswagen mit zwei Race-Touareg verhilft dem Wüstenrennen hier zu Lande zu reichlich Publicity. Auch das Szenario stimmt. VW möchte den zuletzt dreimal in Folge siegreichen Mitsubishi-Modellen die Schau stehlen. Dabei haben die Wolfsburger als Neuling bei der Dakar nichts zu verlieren. Denn sollten die geduckten, dunkelblau lackierten Allradler nicht mit Bestzeit im sengalesischen Dakar ankommen, wird keiner klagen. Aber gelänge ihnen auf Anhieb ein Erfolg, wäre das eine Sensation.

Jutta Kleinschmidt, die 2001 für Mitsubishi als erste Frau dieses härteste aller Autorennen gewann, startet diesmal für VW, zusammen mit ihrer italienischen Beifahrerin Fabricia Pons. Im zweiten Race-Touareg lenkt der Franzose Bruno Saby und der Brite Matthew Stevenson navigiert. Auch hier beweisen die Wolfsburger eine kluge Ausgewogenheit bei der Wahl der Besatzungen: Aus vier großen europäischen Märkten ist eine Vertreterin oder ein Vertreter im Rennen.

Mitsubishi geht mit vier Autos an den Start, drei neuen Pajero Evo und einem "älteren" Modell, nämlich der Weiterentwicklung des Pajero-Renners, mit dem Kleinschmidt vor drei Jahren gewann. Dieses Auto fährt die deutsche Fahrerin Andrea Mayer. Nissan geht mit vier Pick-ups an den Start. Die Japaner verpflichteten unter anderem den ehemaligen Rallye-Weltmeister Colin McRae und den viermaligen Dakar-Sieger Ari Vatanen als Fahrer. Viertes prominentes Team ist die Mannschaft X-Raid aus Trebur, die von BMW unterstützt wird und mit zwei X5 ins Rennen geht. Die BMW-Dakar-Modelle haben optisch die größte Nähe zu den Serien-Geländewagen der Münchner. Auf Bildern dürfte der Werbeeffekt dieser Autos am größten sein.

In der Wüste wollen alle vier Marken beweisen, dass sie zuverlässige, robuste und schnelle Autos bauen. Es geht um den so genannten Abstrahleffekt. Das Prinzip ist ganz einfach: Wer in der Lage ist, ein Fahrzeuge zu bauen, das bei der Rallye Dakar erfolgreich ins Ziel kommt, dem sollte man auch bei den Serienfabrikaten Vertrauen können. "Win on sunday, sell on monday", heißt in der Formel 1 der Spruch, der diesen Zusammenhang ausdrücken soll.

Die Rallye-Teilnehmer verweisen stolz darauf, dass allein die Länge der Sonderprüfungen von 5424 Kilometer die Gesamtdistanz aller Formel-1-Rennen einer Saison übertrifft. Insgesamt legen die Rallye-Autos auf den 16 Etappen zwischen dem Start in Clermont-Ferrand und dem Ziel in Dakar am 18. Januar 11.052 Kilometer zurück. Damit ist die Auflage 2004 die zweitlängste "Dakar", die bislang gestartet wurde. Die Ausnahme bildete das Rennen 1994, als es über 13.379 Kilometer von Paris nach Dakar und wieder zurück ging.

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