Range Rover Geländewagen im Weihrauchdunst

"Schon immer", tönt Land Rover, habe der Range Rover als luxuriösester Offroader der Welt gegolten. Trotzdem hat sich die britische Firma entschlossen, ihr Flaggschiff "noch besser" zu machen. Jetzt ist der Range Rover für das Modelljahr 2006 fertig, auf der Detroit Motor Show wird das Auto erstmals präsentiert.


Range Rover 2006: Renoviertes Flaggschiff

Range Rover 2006: Renoviertes Flaggschiff

In den frühen siebziger Jahren begründete der allererste Range Rover das Segment der üppig ausgestatteten Geländefahrzeuge. SUV, Sport Utility Vehicles, heißen diese Autos heute, und der "Range" spielt nur noch eine bescheidene Rolle in dieser Riege. In Deutschland wurden im vergangenen Jahr kaum 1000 Exemplare verkauft, die dicken SUVs der deutschen Nobelmarken sind da sehr viel erfolgreicher. Doch Land Rover bleibt hartnäckig. Matthew Taylor, der Chef des Unternehmens, sagt: "Die aktuellen Neuheiten stärken die Position des Range Rover als luxuriösester Offroader der Welt."

Es hat noch einen weiteren Grund, dass der Range Rover zum rollenden Landsitz stilisiert wird. Bei der Detroit Motor Show nämlich werden gleich zwei neue Autos stehen: Eben der aufgepeppte Range Rover und der komplett neue Range Rover Sport. Dieses Modell ist eine halbe Nummer kleiner als der klassische "Range", trägt aber alle wesentlichen optischen Merkmale des kantigen Kolosses. Um die beiden Autos dennoch zu differenzieren, wird der Range Rover jetzt gänzlich auf Luxus getrimmt, der Range Rover Sport dagegen soll die etwas jugendlicheren, sportlicheren, weniger konservativen Kunden ansprechen.

Heckansicht: 4,2-Liter-V8-Kompressormotor mit 395 PS stellt ein Drehmoment von 560 Newtonmeter bereit

Heckansicht: 4,2-Liter-V8-Kompressormotor mit 395 PS stellt ein Drehmoment von 560 Newtonmeter bereit

Der neue Range Rover trägt, um sich von der bisherigen Version abzuheben, den Namenszusatz "Modelljahr 2006", obwohl die ersten Autos in Deutschland wohl schon im Juni ausgeliefert werden. Neu an ihnen sind einige Details an der Frontpartie, verschiedene Ausstattungsdetails wie Bi-Xenon-Kurvenlicht oder eine Rückfahrkamera, eine besser gedämmte und damit leisere Passagierkabine sowie zwei neue Benzinmotoren. Das bisherige 4,4-Liter-V8-Aggregat wurde dank einer variablen Nockenwellensteuerung um 13 PS auf jetzt 299 PS (220 kW) aufgemotzt, und Land Rover verspricht "eine optimale Balance aus Leistung, Wirtschaftlichkeit und Emissionsverhalten".

Beim neuen Topmodell jedoch schlägt das Pendel eindeutig zu Gunsten der Leistung aus. Denn unter dessen Haube steckt ein 4,2-Liter-V8-Kompressormotor mit 395 PS (291 kW), der ein Drehmoment von 560 Newtonmeter bereitstellt. Ökonomisch oder gar ökologisch halbwegs vertretbar wird dieses Fahrzeug wohl nicht zu bewegen sein - exakte Daten mag Land Rover zu diesem Zeitpunkt noch nicht herausgeben. An Kraft oder Bequemlichkeit jedenfalls soll es nicht mangeln: Eine elektronisch gesteuerte Sechsgangautomatik regelt, im Zusammenspiel mit einem ebenfalls per Mikrochip gesteuerten Mittendifferenzial, die Drehmomentverteilung. Vierkolbenbremsen an den Vorderrädern halten sich bereit, falls der Fahrer die Sache zu forsch angegangen ist. Dazu gibt es exklusiv für dieses Modell mächtige 20-Zoll-Leichtmetallräder, einen Chrom-Kühlergrill, Pedale aus Inox-Stahl sowie, auf Wunsch, ein komplett schwarzes Interieur.

Innenraum: Eleganz und Klasse statt Extravaganz

Innenraum: Eleganz und Klasse statt Extravaganz

Die Briten lieben trotz der überbordenden Leistung einen dezenten Auftritt. Chefdesigner Geoff Upex sagt: "Der Range Rover steht für Eleganz und Klasse - nicht für Extravaganz." Er steht gewiss auch für ein gewisses Maß an Wohlstand seines Besitzers. Der Range Rover mit Kompressormotor wird rund 100.000 Euro kosten, das etwas schwächere V8-Modell zirka 75.000 Euro. Außerdem bleibt die Range-Rover-Variante mit V6-Turbodieselmotor, die ebenfalls die Neuerungen des Modelljahres 2006 erhält, im Angebot, und zwar für etwa 61.000 Euro.



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