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15. Juni 2016, 16:36 Uhr

Realere Spritverbräuche

EU einigt sich auf strengere Abgastests

Seit Jahren diskutiert die EU über einen strengeren Abgastest für Neuwagen, nun haben sich wichtige Institutionen grundsätzlich auf eine Lösung geeinigt. Für Autofahrer zeichnet sich ein Vorteil ab.

Die Europäische Union will mit einem neuen, globalen Abgastest die Lücke zwischen realem Verbrauch und den utopischen Prospektangaben der Hersteller schließen, teilte die EU-Kommission am Mittwoch mit. Ab September 2017 soll der sogenannte WLTP (Worldwide harmonised Light Vehicle Test Procedure) zunächst für Fahrzeuge mit neuer Typgenehmigung Anwendung finden. Ein Jahr später solle das Verfahren für alle Neuwagen gelten.

Der aktuelle Test (NEFZ) war in die Kritik geraten, weil er den Herstellern zahlreiche Schlupflöcher bietet. Mit legalen Tricks erzielt die Autoindustrie derzeit noch niedrige Verbräuche, die von den Kunden in der Praxis oftmals nicht annähernd erreicht werden. Die Lücke zwischen Labor und Realität war zuletzt auf acht bis mehr als 40 Prozent angewachsen.

Nach Ansicht der EU-Kommission bildet das neue Testverfahren einen großen Anreiz für Autobauer, neue Technologien für einen geringeren CO2-Ausstoß und damit spritsparende Autos zu entwickeln. Das EU-Parlament und der EU-Rat müssen den Plänen noch zustimmen.

Test zur Ermittlung von Stickoxiden

Die Umweltschutzorganisation Transport and Environment (T&E), die auch den VW-Abgasskandal ins Rollen brachte, begrüßte die grundsätzliche Einigung, welche die EU-Mitgliedsstaaten, die Kommission und das Parlament in der Nacht von Dienstag erzielten. "Das ist ein Sieg für Autofahrer, denn sie erhalten realistischere Angaben zum Spritverbrauch", sagte T&E-Direktor Greg Archer laut einer T&E-Mitteilung.

Neuwagen dürfen nach 2020 im Schnitt nicht mehr als 95 Gramm CO2 ausstoßen. Die EU wird voraussichtlich dieses oder kommendendes Jahr neue Standards für den CO2-Ausstoß und den Kraftstoffverbrauch für die Zeit nach 2020 präsentieren.

Im Februar hatte Brüssel bereits einen neuen Fahrtest zur Ermittlung von Stickoxiden (NOx) unter realen Straßenverkehrsbedingungen verabschiedet - den sogenannten RDE (Real Driving Emission). Hohe Stickoxid-Emissionen sind vor allem ein Problem von Dieselfahrzeugen.

mhu/Reuters

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