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03. Juli 2012, 17:07 Uhr

Renault Clio

Kleiner Verführer

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Mit großen Autos hat die Grande Nation so ihre Mühe. Ein besseres Händchen haben die Franzosen dagegen bei Kleinwagen. Den jüngsten Beweis dafür liefert Renault mit dem neuen Clio.

Laurens van den Acker ist ein wenig nervös: Drei Jahre, nachdem der Niederländer als Designchef bei Renault angeheuert hat, geht nun das erste von ihm geschaffene Serienmodell an den Start - der neue Clio. "Verführerischer, sinnlicher und wärmer", als seine Vorgänger wird dieser Kleinwagen, verspricht van den Acker.

Auch wenn solche Worte etwas übertrieben klingen - der Clio macht tatsächlich Schluss mit dem braven und biederen Look der Renault-Modelle vergangener Jahre. Die breiten Hüften, die versteckte hintere Tür und die knackige Kehrseite sind fast so leidenschaftlich gezeichnet wie bei einem Alfa Romeo.

Aber nicht nur die Form ist neu. Auch unter der Haube proben die Franzosen zumindest bei den Benzinern den Neuanfang. Zum ersten Mal verbauen sie einen Dreizylinder-Turbo. Das Aggregat holt aus nur 0,9 Litern Hubraum 90 PS und kommt in der sparsamsten Variante mit Start-Stopp-Automatik und Rekuperation auf einen Verbrauch von 4,3 Litern - immerhin 1,5 Liter weniger als der beim 15 PS schwächeren Basisbenziner im aktuellen Modell.

Dass es noch sparsamer geht, beweist ein überarbeiteter Diesel mit 1,5 Litern Hubraum und ebenfalls 90 PS: Ihm sollen 3,4 Liter reichen. Mehr Motorleistung stellen die Franzosen mit einem Vierzylinder-Turbo mit 120 PS und Doppelkupplung in Aussicht.

Eine App für den Sound

Auffällig anders als früher ist im Clio auch die Mittelkonsole. Auf dem großen Touchscreen werden nicht nur der Bordcomputer und die Navigation angezeigt - über ihn läuft auch ein spezieller App-Store, in dem man mehr als 20 Zusatzprogramme herunterladen kann.

Neben E-Mail- und Social-Media-Funktionen, Tankstellen- oder Parkplatzsuche und einem Verbrauchstrainer gibt es dort auch eine sogenannte Sound App: An den Drehzahlverlauf gekoppelt simuliert sie sechs verschiedene Motorengeräusche.

Worüber Renault beim Clio explizit nicht spricht und auch nicht nachgedacht hat, ist die Elektrifizierung. Der Grund: Fast zeitgleich kommt der ganz ähnlich geschnittene Renault Zoe mit reinem Akku-Antrieb auf den Markt.

Auf dem Pariser Salon Ende September wird Renault den neuen Clio präsentieren. Ab November 2012 soll er dann zu einem geschätzten Preis von knapp unter 13.000 Euro gegen Konkurrenten wie den VW Polo auf die Straßen rollen.

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