Renault Clio Kleiner Verführer

Mit großen Autos hat die Grande Nation so ihre Mühe. Ein besseres Händchen haben die Franzosen dagegen bei Kleinwagen. Den jüngsten Beweis dafür liefert Renault mit dem neuen Clio.

Renault

Laurens van den Acker ist ein wenig nervös: Drei Jahre, nachdem der Niederländer als Designchef bei Renault angeheuert hat, geht nun das erste von ihm geschaffene Serienmodell an den Start - der neue Clio. "Verführerischer, sinnlicher und wärmer", als seine Vorgänger wird dieser Kleinwagen, verspricht van den Acker.

Auch wenn solche Worte etwas übertrieben klingen - der Clio macht tatsächlich Schluss mit dem braven und biederen Look der Renault-Modelle vergangener Jahre. Die breiten Hüften, die versteckte hintere Tür und die knackige Kehrseite sind fast so leidenschaftlich gezeichnet wie bei einem Alfa Romeo.

Aber nicht nur die Form ist neu. Auch unter der Haube proben die Franzosen zumindest bei den Benzinern den Neuanfang. Zum ersten Mal verbauen sie einen Dreizylinder-Turbo. Das Aggregat holt aus nur 0,9 Litern Hubraum 90 PS und kommt in der sparsamsten Variante mit Start-Stopp-Automatik und Rekuperation auf einen Verbrauch von 4,3 Litern - immerhin 1,5 Liter weniger als der beim 15 PS schwächeren Basisbenziner im aktuellen Modell.

Dass es noch sparsamer geht, beweist ein überarbeiteter Diesel mit 1,5 Litern Hubraum und ebenfalls 90 PS: Ihm sollen 3,4 Liter reichen. Mehr Motorleistung stellen die Franzosen mit einem Vierzylinder-Turbo mit 120 PS und Doppelkupplung in Aussicht.

Eine App für den Sound

Auffällig anders als früher ist im Clio auch die Mittelkonsole. Auf dem großen Touchscreen werden nicht nur der Bordcomputer und die Navigation angezeigt - über ihn läuft auch ein spezieller App-Store, in dem man mehr als 20 Zusatzprogramme herunterladen kann.

Neben E-Mail- und Social-Media-Funktionen, Tankstellen- oder Parkplatzsuche und einem Verbrauchstrainer gibt es dort auch eine sogenannte Sound App: An den Drehzahlverlauf gekoppelt simuliert sie sechs verschiedene Motorengeräusche.

Worüber Renault beim Clio explizit nicht spricht und auch nicht nachgedacht hat, ist die Elektrifizierung. Der Grund: Fast zeitgleich kommt der ganz ähnlich geschnittene Renault Zoe mit reinem Akku-Antrieb auf den Markt.

Auf dem Pariser Salon Ende September wird Renault den neuen Clio präsentieren. Ab November 2012 soll er dann zu einem geschätzten Preis von knapp unter 13.000 Euro gegen Konkurrenten wie den VW Polo auf die Straßen rollen.



insgesamt 18 Beiträge
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Seite 1
green-grey 03.07.2012
1.
Zitat von sysopRenaultMit großen Autos hat die Grande Nation so ihre Mühe. Ein besseres Händchen haben die Franzosen dagegen bei Kleinwagen. Den jüngsten Beweis dafür liefert Renault mit dem neuen Clio. http://www.spiegel.de/auto/aktuell/0,1518,842231,00.html
Herr im Himmel, ist die Karre vielleicht hässlich! Wann wird wohl die Gürtellinie gleich ganz bis zur Dachkante hochgezogen? Blöde Frage, ich weiß. Sobald Autos gar keine Fenster mehr, sondern nur noch Kameras haben. Eines Tages wird es wohl soweit sein.
sampleman 03.07.2012
2.
"Verführerischer, sinnlicher und wärmer" soll der Hobel also werden. Es gab mal eine Zeil, da hat Renault Autos gebaut, die waren praktisch, übersichtlich, preisgünstig und robust. Ich weiß auch nicht genau, woher der Zwang kommt, solche Autos verquollen und mit schlechter Rundumsicht auszustatten. Angesichts solcher Kisten frage ich mich, wann wohl aus den ersten Renault-Händlern, die auch Dacias verkaufen, Dacia-Händler werden, die neben Renault noch irgendwelche Koraner verkaufen.
dieter_huber 03.07.2012
3. vielleicht auf dem Papier
kann mich noch gut an die Leidenszeit mit unserem Renault Espace erinnern - ständig den besorgten Blick auf der Temperaturanzeige. Seit 1995 fahren wir nur noch VW und Skoda - und zwar endlich entspannt 8-)
Bob Hund 03.07.2012
4.
An sich gefällt mir das Auto ganz gut, nur wieso muß man da diesen schlimmen "Klavierlack" für die Mittelkonsole verwenden? Das sieht nach kurzer Zeit aus wie Sau. Anfällig für Fingerabdrücke und wenn man es putzt hat man schnell Kratzer drin. Gerade wieder bei einem Hotelfernsehr gesehen, da wird täglich drübergewischt und es war alles mit kleinen Mikrokratzern übersäht. Bitte diesen "Trend" mal endlich begraben. Edel und wertvoll sieht es nun wahrlich nicht aus. Das der von der Unterhaltungselektronik branche jetzt auch in die Automobilbranche schwappt hätte ich ja nicht gedacht. Aber wenns mal dort angekommen ist, dann ist es meist auch vorbeit mit den Trends.
sven glückspilz 03.07.2012
5.
Hübscher Wagen. Französische Automobile waren immer schon ästhetischer als deutsche. Und sie fahren sich angenehmer. Was die Lenkradfunktionen angeht, so sehen die Schalter auf dem abgebildeten Lenkrad nicht anders aus als die Tempomatschalter, die Renault seit 2001 verwendet. Der Bordcomputer wird über den Scheibenwischerhebel gesteuert. Das sieht hier doch nicht anders aus?! Und was die vielbehauptete Unzuverlässigkeit von Renault angeht: ich fahre seit 7 Jahren einen Renault Vel Satis, noch dazu mit dem berüchtigten Isuzudiesel. Ich bin nie ein beseres und zuverlässigeres Auto gefahren. Das war zu VW-Zeiten anders.
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