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Elektroauto im Alltagstest, Teil 8: Pannenhilfe fürs E-Mobil

Foto: Jens Wolf/ picture-alliance/ dpa

Elektroauto im Alltagstest, Teil 8 Hier kann nur ein Eup helfen

Was ist, wenn ein Elektroauto streikt? Für Pannenhilfen und Reparaturarbeiten braucht es speziell geschulte Techniker, das macht die Sache teuer. Aber so weit muss es erst einmal kommen.

Worum geht's?

Versuchen kann man's ja mal: Christian Frahm lebt in einem Wohngebiet im Osten Hamburgs und möchte herausfinden, wie praktisch ein Elektroauto für ihn ist. Ein Test unter verschärften Bedingungen - denn er hat keine Garage und kann sein E-Mobil nur an öffentlichen Ladesäulen mit Strom befüllen. Auf SPIEGEL ONLINE berichtet er über seine Erfahrungen.

Was bisher geschah

Die Erfahrungen mit dem Renault Zoe haben mich zu einem E-Missionar gemacht. Selbst das Aufladen funktioniert meistens einwandfrei, auch wenn nicht immer klar ist, wie viel die nächste Stromversorgung kostet.

Nur eine Sache sorgt mich noch.

Panne mit dem E-Auto - und dann?

Ich stehe in der Hamburger Innenstadt im Stau und bin genervt. Der Grund für die Warterei: In der Kolonne vor mir ist ein Auto liegen geblieben. Zwei herbeigeeilte Passanten versuchen, den Pannenwagen auf den Seitenstreifen zu schieben. Es ist eine Situation, die sich in Deutschland wahrscheinlich jeden Tag Hunderte Male abspielt - aber mich macht sie plötzlich etwas nervös: Wer hilft mir, wenn ich mit dem Elektroauto liegen bleibe?

Hoffentlich ist es ein Eup!

Beim ADAC versichert man mir, dass alle Pannenhelfer des Unternehmens "Eups" sind. Die Abkürzung steht für "Elektrotechnisch unterwiesene Personen". Dazu mussten die sogenannten Gelben Engel Fortbildungen absolvieren. Das ist notwendig, weil E-Mobile über Hochvoltnetze mit einer Spannung von 400 bis 600 Volt verfügen - ein Stromschlag wäre hier tödlich. Allerdings, so erklärt mir ein ADAC-Sprecher, verhinderten Sicherheitsvorkehrungen, dass die Karosserie unter Spannung gerät. Beispielsweise sei das Hochvoltnetz vom Bordnetz getrennt ist. Das Bordnetz versorgt Licht, Blinker oder Klimaanlage mit Strom, während das Hochvoltnetz nur für den Antrieb vorgesehen ist.

Vorteile und Nachteile beim E-Antrieb

Verlässliche Pannenstatistiken für Elektroautos gibt es bislang nicht. Generell ist das Risiko, dass am Elektroantrieb etwas kaputt geht, geringer als bei Verbrennungsmotoren: "E-Mobile haben viel weniger bewegliche Verschleißteile, anfällige Bauteile wie Getriebe oder Abgasanlagen gibt es nicht. Elektromotoren gelten außerdem als robust und langlebig", sagt der ADAC-Sprecher.

Aber die erhöhten Sicherheitsvorschriften im Umgang mit den Stromern machen in den meisten Fällen eine Abschleppaktion notwendig - mit wenigen Handgriffen vor Ort lassen sich mögliche Defekte da eher selten beheben. In der Werkstatt können Mechaniker dann zwar meist helfen, allerdings sind die Stundensätze für Elektroauto-Fachkräfte meist hoch. "Wenn beim E-Auto etwas defekt ist, kann es schon mal teuer werden", heißt es bei ADAC: Ein Marderbiss in ein Hochvoltkabel könne beispielsweise bis zu 2500 Euro Reparaturkosten verursachen.

Damit die Angst vor kostspieligen Reparaturen bei potenziellen E-Auto-Kunden nicht ganz so groß ist, geben einige Hersteller zumindest auf die teure Batterie eine Garantie. Bei Renault läuft sie beispielsweise über acht Jahre oder 160.000 Kilometer.

Ich schaue auf das Display im Cockpit des Zoe. Rund 3700 Kilometer zeigt mir der Kilometerzähler an. Bis die Batterie ihren Geist aufgeben könnte, dauert es also wohl noch ein wenig.


Lesen Sie in der nächsten Folge: Die Zeit im E-Auto ist vorbei - was bleibt?


Teil 1: Mein Leben als Ladesäulen-Nomade

Teil 2: Warum Ladesäulen den Dienst verweigern

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