Rettungsgasse und Handyverbot Härtere Strafen - das kommt auf Verkehrssünder zu

Wer im Stau keine Rettungsgasse bildet, muss künftig hohe Strafen zahlen - sogar Fahrverbote drohen. Zudem hat der Bundesrat das Handyverbot für Autofahrer und Radler verschärft.

Rettungsgasse auf der Autobahn
DPA

Rettungsgasse auf der Autobahn


Autofahrer, die Einsatzwagen von Rettungskräften und Polizei behindern, sollen künftig höhere Geldbußen zahlen. Wer bei stockendem Verkehr etwa auf Autobahnen keine Rettungsgasse für Helfer bildet, muss mindestens 200 Euro berappen. Bisher betrug das Bußgeld lediglich 20 Euro. Im schwersten Fall werden bis zu 320 Euro fällig, verbunden mit einem Monat Fahrverbot. Das sieht eine Verordnung der Bundesregierung vor, die der Bundesrat am Freitag billigte.

Anlass für die Neuregelung waren häufige Beschwerden von Rettungskräften, die bei der Anfahrt zu Unfallstellen durch Gaffer und unaufmerksame Autofahrer aufgehalten wurden. "Es verstreicht regelmäßig wertvolle Zeit, die über Tod oder Leben eines Unfallopfers entscheidet", sagte der niedersächsische Innenminister Boris Pistorius (SPD).

Diese Strafe droht künftig bei Handyverstößen

Auch das Hantieren mit Smartphones am Steuer kommt Autofahrer künftig teurer zu stehen:

  • Der Bundesrat stimmte für eine Verschärfung des bestehenden Handyverbots, das vielfach missachtet wird. Für Verstöße werden künftig 100 Euro statt bisher 60 Euro fällig, weiterhin verbunden mit einem Punkt in der Flensburger Verkehrssünderdatei.
  • Entsteht durch das Hantieren mit dem Handy am Steuer ein Unfall mit Sachbeschädigung, drohen 200 Euro, zwei Punkte sowie ein Monat Fahrverbot.
  • Werden Fahrradfahrer mit Handy in der Hand ertappt, müssen sie künftig 55 Euro statt bisher 25 Euro zahlen.
  • Das Verbot, das bisher nur Mobil- und Autotelefone nennt, wird zudem auf alle Kommunikationsgeräte wie etwa Tablets und Laptops erweitert.

Außerdem wird ein Verhüllungsverbot in die Straßenverkehrsordnung eingeführt. Untersagt wird damit, dass das Gesicht so verdeckt wird, dass es nicht mehr erkennbar ist. Zuvor hatte der Bundesrat am Freitag bereits die Strafe für illegale Autorennen verschärft.

cst/dpa/afp



insgesamt 89 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Currie Wurst 22.09.2017
1. Witzstrafen
Darüber lachen sich doch ausländische Kraftfahrer kaputt. Und den deutschen tut´s nur bedingt weh. Bei den Rettungsgassenblockaden hätte eine weitere Null hintendran gut getan und was mir fehlt sind Strafen für Handygaffer. Diese fotografierende Seuche auf Rädern muss mit mindestens 5.000 Euro zur Kasse gebeten werden, sonst lernen die Idioten es nie. Und das muss noch die Untergrenze sein, denn dann lohnt es sich für die Rettungskräfte, auch mal einen an den Pranger zu stellen mit allen Konsequenzen. Sobald sich das rumspricht, wäre die abschreckende Wirkung nicht zu unterschätzen. Aber so :-(
!!!Fovea!!! 22.09.2017
2. Strafen für Radfahrer
Ich lache mich schlapp. Die rot ignorierenden Kampfradler werden doch sowieso nie zur Verantwortung gezogen.
der.tommy 22.09.2017
3.
Die Strafen beim nicht bilden einer rettungsgasse oder sogar noch das aktive behindern der Rettungskräfte sollten noch viel weiter verschärft werden. Diesem Egoismus einiger Menschen, ihre eigene Sensationslust und/oder Faulheit ggf. Auch über das Leben der verunfallten zu stellen, sollte auch so geahndet werden: fahrlässige Tötung durch unterlassen. Denn genau das ist es im Zweifelsfall.
benmartin70 22.09.2017
4.
Zitat von !!!Fovea!!!Ich lache mich schlapp. Die rot ignorierenden Kampfradler werden doch sowieso nie zur Verantwortung gezogen.
Genauso wenig wie die rot ignorierenden Kraftfahrer (einen sinnlosen Zusatz wie Sie verkneife ich mir) die mir nahezu täglich begegnen......
sozialismusfürreiche 22.09.2017
5. Connected Car
Da frage ich mich wie viel Sinn Connected Car noch macht? Eigentlich muß man schon jetzt zur Bedienung des Navis anhalten. Wenn wir zukünftig den Sender wechseln auch? Handy zum Telefonieren oder Surfen im fahrenden Auto vom Fahrer in der Hand kann ich ja verstehen, auch alle anderen Apps (außer Navigation) oder Surfen in der Freisprechhalterung sehe ich ein. Aber eben nicht Radio, Musik-Player oder Navigationsapp.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge! zum Forum...

© SPIEGEL ONLINE 2017
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.