Rückruf GM-Modelle können Feuer fangen 

GM droht neuer Ärger in den USA. Nach dem Skandal um defekte Zündschlösser können nun ältere Modelle in Flammen aufgehen. Die Opel-Mutter bekommt das Problem nur schwer in den Griff.

Dieser Buick hat ein brandgefährliches Problem
GM

Dieser Buick hat ein brandgefährliches Problem


General Motors (GM) ruft zum dritten Mal innerhalb von sieben Jahren Fahrzeuge zurück, die infolge eines Ölverlusts in Flammen aufgehen können. 1,4 Millionen Fahrzeuge sind davon betroffen - hauptsächlich in Nordamerika. In der Vergangenheit hatten brennende GM-Modelle sogar Garagen und Häuser beschädigt.

Der erneute Rückruf wird nötig, da der US-Autobauer den Defekt bisher nicht in den Griff bekommen hat. Wie das Problem nun endgültig behoben werden soll, teilte GM nicht mit. Für die US-Konzernmutter von Opel kann der erneute Millionenrückruf sogar schwere finanzielle Folgen haben. Der Rückruf sei so groß, dass er Einfluss auf die Gewinne von GM im vierten Quartal nehmen könne, sagte ein Sprecher.

Laut GM seien mehr als 1300 Autos nach den beiden vorherigen Reparaturmaßnahmen in den Jahren 2008 und 2009 in Flammen aufgegangen. Damals hatte GM den Besitzern empfohlen, die Autos nicht in Garagen oder Carports zu parken, bis diese repariert seien. Meist gingen die Fahrzeuge nämlich kurz nach Abstellen des Motors in Flammen auf. Ursache für das Problem sei eine poröse Dichtung an einem Ventil. Bei starkem Bremsen könne dann Öl auf den Abgaskrümmer tropfen und Feuer fangen.

GM hat sich vom letzten Rückruf noch nicht erholt

Der Rückruf betrifft die Modelle Pontiac Grand Prix und Buick Regal (Bj. 1997 bis 2004), die Chevrolet-Modelle Impala (Bj. 1998 bis 1999), Lumina und Monte Carlo (1998 bis 2004) und das Modell Oldsmobile Intrigue. Alle Modelle sind mit einem 3,8-Liter-V6-Motor ausgestattet. Einige der Marken befinden sich gar nicht mehr im Besitz von GM. Der US-Autobauer hatte beispielsweise Pontiac eingestellt, nachdem der Konzern 2009 in die Insolvenz geraten war.

Rückrufe schaden dem Image der Hersteller. GM war in den letzten Monaten und im vergangenen Jahr vor allem wegen defekter Zündschlösser in die Schusslinie geraten. Mit dem Problem werden 124 Todesfälle in Verbindung gebracht.

mhu/AP



insgesamt 37 Beiträge
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akita 27.10.2015
1. Gefährliche Verbrennungsmotoren
Gab es nicht vor kurzem eine Riesenaufregung, weil ein paar Elektroautos abgebrannt waren (eines sogar erst Tage nach einem Crashtest, nach dem vorschriftswidrig der beschädigte Akku NICHT ausgebaut wurde)? Jetzt liest man von fast 2000 über mehrere Jahre in Flammen aufgegangenen Benzinern und dem mittlerweile dritten Rückruf in dieser Sache. Mit dem gleichen Maßstab gemessen hätte das jetzt mindestens so große Schlagzeilen machen müssen wie Dieselgate. Aber unsere Medien funktionieren nach ihrer eigenen Logik.
fixit 27.10.2015
2. Ungalublich ..
die einen betrügen, und die anderen können es scheinbar nicht besser. Was ist weniger schlimm ? Vielleicht doch besser zu Fuss gehen, oder Fahrrad fahren, wenn es nur nicht so langsam und müsam wäre ....
w.diverso 27.10.2015
3.
Da es dabei um eine amerikanische Firma geht, wird die Reaktion der amerikanischen Behörden sicher nicht so wild ausfallen. Richtig streng sind die, wie man in der Vergangenheit schon öfters gesehen hat, ja nur bei ausländischen Herstellern.
Spiegelbildlein 27.10.2015
4.
Zitat von w.diversoDa es dabei um eine amerikanische Firma geht, wird die Reaktion der amerikanischen Behörden sicher nicht so wild ausfallen. Richtig streng sind die, wie man in der Vergangenheit schon öfters gesehen hat, ja nur bei ausländischen Herstellern.
Das ist eben wie in Deutschland (Behörden, Politik und Bürger). Den deutschen Autobauern vergibt man einfach (alles) und die ausländischen Autobauer "zerfleischt" man gerne...
Gerüchtsvollzieher 27.10.2015
5. Jedes brennende GM-Auto...
nebst brennender Garage verpestet die US-Luft mehr als 100000 VW-Diesel, aber zahlen wird VW...
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