Rußfilter Bis zu 350 Euro Ersparnis für Diesel-Fahrer

Umweltfreundliche Diesel-Autos sollen ab 1. Januar 2006 mit bis zu 350 Euro bei der Kraftfahrzeugsteuer gefördert werden. Dies sieht eine Einigung von Finanzminister Hans Eichel mit Umweltminister Jürgen Trittin vor, wie am Mittwoch nach einem Treffen der Minister aus Regierungskreisen bekannt wurde.


Twin-Tec-Rußfilterkat: bis zu 350 Euro

Twin-Tec-Rußfilterkat: bis zu 350 Euro

Berlin - Die Förderung des Diesel-Rußfilters über die Kfz-Steuer soll bis Ende 2007 laufen. Sie muss nun mit den Ländern ausgehandelt werden, denen die Steuer zusteht. Damit musste sich Eichel (SPD) offenbar dem Druck von Grünen und Kanzleramt beugen. Der Finanzminister hatte einen Vorstoß zur Steuerförderung mit dem Hinweis abgelehnt, die Haltung der Länder sei nicht klar. Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) hatte die Steuervorteile aber bereits zum 1. Januar 2005 in Aussicht gestellt und sein Interesse an einer schnellen Lösung betont. Die Grünen hatten Eichels Haltung heftig kritisiert und ein Machtwort Schröders gefordert.

Verabredet wurde nun nach Angaben aus den Kreisen, dass Diesel-Neuwagen mit minimalem Ausstoß von Feinstaub mit 350 Euro Steuernachlass gefördert werden, nachgerüstete Rußfilter in älteren Diesel-Autos mit 250 Euro. Damit ist die Förderung deutlich geringer als ursprünglich von Trittin (Grüne) gefordert, und sie kommt ein Jahr später als angekündigt.

Grafik: Wie ein Rußfilter funktioniert
DER SPIEGEL

Grafik: Wie ein Rußfilter funktioniert

Insgesamt dürfte die Förderung den Angaben zufolge geschätzte 1,5 Milliarden Euro kosten. Dem steht ein höheres Aufkommen bei der Kfz-Steuer von elf Milliarden Euro pro Jahr gegenüber, das durch die hohen Zulassungszahlen von bei der Steuer teuren Diesel-Autos zu Stande kommt. Die Förderung soll zum 1. Januar 2008 auslaufen, weil die Autoindustrie dann ohnehin nur noch Neuwagen mit Rußfilter auf den Markt bringen will.



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