Autogramm Seat Arona X-beliebig

Seat baut mit dem Arona das erste SUVchen für VW - den bisher kleinsten SUV im Konzern. Schade, dass den Wagen sonst so wenig besonders macht.

Seat

Der erste Eindruck: Der nächste, bitte! So langsam gehen den Designern bei den vielen SUV offenbar die Ideen aus.

Das sagt der Hersteller: Seat-Chef Luca de Meo beschreibt den Arona als kleines Auto mit großen Ambitionen. Als weiterer Baustein der bislang größten Produktoffensive der spanischen VW-Tochter soll der Wagen die Marke in Europa weiter voranbringen. In diesem Sommer hat Seat mit insgesamt knapp 250.000 Zulassungen das beste Halbjahresergebnis seit 16 Jahren erzielt.

Damit der Erfolg nicht abbricht, setzen die Spanier auf ein hohes Maß an Eigenständigkeit: "Out of the Ordinary", sinngemäß also anders als üblich, lautet deshalb das Motto für den Neuzugang. Seat meint das natürlich positiv und begründet diesen Anspruch mit dem Design, dem Platzangebot und der Hightech-Ausstattung.

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Das ist uns aufgefallen: Zumindest beim Einsteigen erinnert der Arona tatsächlich an einen kleinen Geländewagen. Das liegt an einem Plus von fünf Zentimetern am sogenannten Hüftpunkt im Vergleich zum Seat Ibiza, mit dem sich der Arona die technische Basis teilt. Dadurch sitzen die Passagiere höher, können bequemer ein- und aussteigen, und vor allem besser aus dem Auto schauen. Durch etwas mehr Höhe entsteht auch eine bessere Kopffreiheit für die Insassen.

Werfen Sie einen Blick in den Innenraum des Seat Arona - mit unserem 360-Grad-Foto:

Das ist allerdings der einzig echte Vorzug des Arona im Vergleich zum Ibiza. Innen sieht der Neue nämlich aus wie ein Ibiza und fühlt sich auch so an. Nur dass er mit dem höheren Schwerpunkt und einem etwas gutmütigeren Fahrwerk nicht ganz so lustvoll und leidenschaftlich über die Landstraßen fliegt.

Dafür bietet der SUV mit seinen 400 bis 1280 Litern einen Hauch mehr Kofferraum als der Kleinwagen. Im Grunde aber bleibt der Arona ein Kleinwagen auf Stelzen und wagt sich dabei deutlich weniger weit in die Nachbarsegmente als andere selbsterklärte Crossover-Modelle: Konkurrenten wie der neue Citroen C3 Aircross oder der Opel Crossland X sind mit ihrer verschiebbaren Rückbank variabler und deshalb näher am Van. Der Ford EcoSport oder der Suzuki Ignis bieten auf Wunsch einen Allradantrieb und der Peugeot 2008 zumindest eine erweiterte Traktionskontrolle und sind damit näher am SUV. Und selbst der VW T-Roc wirkt frischer, hat mehr Mut zur Farbe und ist deshalb das bessere Mode-Mobil.

Nur in einem Punkt setzt Seat tatsächlich die neuen Maßstäbe, die Entwicklungschef Matthias Rabe für das Auto reklamiert: beim Infotainment. Als erster Seat bekommt der Arona ein digitales Kombiinstrument und auf Wunsch den Sprachassistenten Amazon Alexa. Beides kommt allerdings erst 2018.

Das muss man wissen: Der Verkauf des Arona beginnt Anfang November und die Preise starten bei 15.990 Euro. Damit ist der Arona auf den Cent genauso teuer wie der Renault Captur und kostet gerade einmal 750 Euro mehr als ein vergleichbarer Seat Ibiza. Mit diesem teilt er sich nicht nur die technische Plattform, sondern wichtige Ausstattungsmerkmale wie die LED-Scheinwerfer, Assistenzsysteme und auch die Motoren. Das sind im ersten Rutsch zwei Dreizylinder-Benziner mit einem Liter Hubraum und 95 oder 115 PS und später ein 150 PS starker 1,5-Liter mit Zylinderabschaltung, zwei 1,6-Liter-Diesel mit ebenfalls 95 und 115 PS sowie erstmals in dieser Klasse eine Erdgasumrüstung mit dann 90 PS für den Dreizylinder.

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Autogramm Seat Arona: Klein Allrad

Als Alternative zum Schaltgetriebe gibt es eine Doppelkupplungsautomatik und zum ersten Mal bei einem SUV aus dem VW-Konzern beim Arona keinen Allradantrieb im Angebot. Das ist nur konsequent, denn Autos seines Schlags sind noch seltener im Gelände unterwegs als größere Modelle. Diese Strategie wird der VW-Konzern künftig sicher auch bei anderen kleinen SUV verfolgen - spätestens dann, wenn in einem halben Jahr der Polo als T-Cross auf den Markt kommt.

Das werden wir nicht vergessen: Das große "X", das die Designer ins Seitenteil und in den Lenkradkranz des Arona geprägt haben. Dieses steht beim Arona weniger für die Idee des "Crossover"-Konzeptes als vielmehr für x-beliebig. Bei der Vielzahl an SUV-Modellen hat man sich an den Pseudo-Geländewagen langsam sattgesehen.

Fahrzeugschein
Hersteller: Seat
Typ: Arona
Karosserie: SUV
Motor: Dreizylinder-Turbo-Benzindirekteinspritzer
Getriebe: 6-Gang-Schaltgetriebe
Antrieb: Front
Hubraum: 999 ccm
Leistung: 85 kW
Von 0 auf 100: 11,9 s
Höchstgeschw.: 182 km/h
Verbrauch (ECE): 4,9 Liter
CO2-Ausstoß: 113 g/km
Kraftstoff: Super
Kofferraum: 400 Liter
umgebaut: 1.280 Liter
Gewicht: 1.187 kg
Maße: 4138/1780/1552
Preis: 19.220 EUR


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Seite 1
artusdanielhoerfeld 20.10.2017
1. Erdgasumrüstung mit dann 90 PS
Ach was?! Und welche Schadstoffklasse erfüllt der Motor? Die veraltete Euro-6b, die seit dem 01.September aktuelle Euro-6c oder die bereits heute empfohlene und ab 01. September 2018 vorgeschriebene Euro-6d-temp? Leute, das ist doch wichtig! Warum liefert Ihr dazu keine Daten? Warum thematisiert Ihr nicht, dass, bis auf Volvo, kein einziger PKW-Hersteller in seinen Broschüren und Preislisten hierzu Angaben macht? Inzwischen könnte man annehmen, dass eine Art "Schweigekartell" zwischen Herstellern und Medien besteht, damit der Verkauf der alten Euro-6b-Dreckschleudern nicht behindert wird!
Hirnretter2.0 20.10.2017
2. Wenn er keinen Ottopartikelfilter ...
... hat, dürfte es bei der CNG-Version 6b sein, wie bei allen CNG-SEAT. SEAT ist offensichtlich der Meinung, dass "Erdgasfans" den Wagen nie auf Benzin bewegen werden und spart sich den OPF. Wieder was zum Umrüsten. Apropos "Umrüsten": warum steht im Text "umrüsten"? Das wird nix, CNG ist ab Werk. https://www.erdgas.info/artikel/detail/2017/der-seat-arona-2018-als-erster-crossover-mit-erdgasantrieb/
fky2000 20.10.2017
3. Autos die die Welt nicht braucht...
...optisch völlig beliebig, technisch ebenso beliebig - ein weiterer seniorenfreundlich hochgelegter Kleinwagen - Hurra! Gott sei dank wieder mit möglichst minimaler Heckscheibe auf entsprechend ungünstiger Höhe und dicker C-Säule (selbstredend zieht sich die Fensterlinie nach hinten schön hoch um das Sichtfeld zu verkleinern), damit sich der Parkpiepser lohnt und die unendlich mühevollen Anstrengungen eines Schulterblicks für die ohnehin hüft- und schultersteife Zielkundengruppe gar nicht erst in Kauf genommen werden müssen! Es ist doch sonst alles mögliche und Unmögliche gesetzlich geregelt...warum eigentlich nicht derart praxis- und sicherheitsrelevante Dinge? Beim nach Hintenschauen ist das doch (ich sage mittlerweile A-Klasse-mäßig) ein einziger Toter Winkel. Ich habe grundsätzlich nichts gegen SUV...irgendwann wird mal sogar gezwungen sein selber einen zu kaufen, damit man im dichteren Verkersgeschehen überhaupt noch ordentlich was ausser unförmige Blechbuden vor einem sieht...aber gleich kommt dankenswerterweise "der Blicker" und erklärt wieder, dass SUV alternativlos, der lahme Antrieb des SEAT ihn aber letztlich doch überflüssig macht. 11,9 sec sind doch von 0-200 gerade mal akzeptabel...aber auf 100 km/h? Leute, fahrt damit bitte nicht dem Blicker aus Versehen vor dem Latz... ;-)
MatthiasPetersbach 20.10.2017
4. ...eigentlich ist das ne gute Nachricht....
...wenn den "Designern" die Ideen ausgehen. Die waren nämlich durch die Bank durch Müll. Immer kleinere Fenster, immer breitere, schwerere Karren, immer mehr Cocooning und weniger Raum vom brutto. Fahrwerke und Fahrleistung, die man außer auf dem Ring nicht brauchen kann. Wo ist das billiger, reparaturfreundliche und von jedem finanzierbare Auto hingekommen? Und wo sind die Wagen , in denen man noch Reisen konnte und einem der Passant zuwinkte - und man zurück? Weil man sich und die Umwelt SAH?
iwes69 20.10.2017
5.
Meine Güte, es ist ein VW! Ein VW mit ein paar Sicken und ein paar Audi-Akzenten. Der ewig gleiche Designbrei, immer wieder neu aufgekocht. Wie kann man da eine Markenidentität hineinfabulieren oder sogar so etwas toll finden? Erbärmlich....
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