Seat Toledo Der kommt mir spanisch vor

Der spanische Hersteller Seat gibt sich große Mühe, seinem Slogan "auto emoción" gerecht zu werden. Seit einigen Monaten sorgt der Kompaktvan Altea durch seine erfrischende Optik für Aufmerksamkeit, jetzt wurde das Mittelklassemodell Toledo auf die neue, eigenwillige Designlinie gebracht.


Seat Toledo: Frischer Wind dank "dynamic line"

Seat Toledo: Frischer Wind dank "dynamic line"

Seat traut sich einiges zu. Das neue Auto, der Toledo also, solle "frischen Wind in das europaweit rückläufige Segement der Familienlimousinen bringen", teilt die spanische Marke aus dem Volkswagen-Konzern mit. Nicht durch technische Neuerungen soll das gelingen, sondern mit einem etwas anderen Design. Seat hat sich vorgenommen, das Thema Van zu variieren und zu verfeinern, was mit dem Modell Altea bereits gelang und jetzt mit dem Toledo fortgeführt wird. Durch diese Ausrichtung hoffen die Spanier auf zweierlei: Erstens ergänzen sie so die Karosserievarianten im Konzern, denn Audi und Skoda bieten gar keine Van-ähnlichen Fahrzeuge an. Zweitens könnte es mit der Spezialisierung auf südländisch-sportliche Großraummodelle gelingen, Identität und Image der Marke endlich auf ein nennenswertes Niveau zu heben.

Toledo-Stummelheck: Limousine "neu definiert"

Toledo-Stummelheck: Limousine "neu definiert"

Der Seat Toledo erfüllt jedenfalls die Voraussetzungen dafür, denn er ist ein Auto, dem man nachschauen wird. Ab 4. Dezember rollt der 4,46 Meter lange Wagen auf unsere Straßen; seine Mission: das Stufenheck-Konzept "neu zu definieren". Dazu hoben die Konstrukteure das Dach des Wagens im Vergleich zum Vorgänger um gut 13 Zentimeter an und streckten den Radstand um 6,5 Zentimeter. Ergebnis sind eine hohe, luftige Passagierkabine ohne Enge und Zwänge.

Toledo-Kofferraum: Lehnen klappen, Koffer einpacken

Toledo-Kofferraum: Lehnen klappen, Koffer einpacken

Die üppigen Maße im Innern haben die Designer von außen geschickt kaschiert. Der Toledo wirkt groß, aber nicht plump oder kastenartig. Rundum an der Karosserie sind Details zu finden, die das Design aufhübschen, ohne aufdringlich zu wirken. Vorne etwa der chromumrahmte Kühlergrill, die Scheinwerfer "in Form von Luchsaugen" und hinter den A-Säulen-Blenden versteckte Scheibenwischer. An der Seite die zum hinteren Radkasten abfallende "Dynamic Line" und die nach oben geschwungene C-Säule. Das Heck schließlich deutet einen verkümmerten Kofferraumstummel an, verfügt aber wie ein Kombi über eine große Klappe und eine steil stehende Scheibe. Zwischen 500 und 1440 Liter Gepäck passen dort hinein, je nach Position der Rücksitzlehnen.

Fahrzeugschein
Hersteller: Seat
Typ: Toledo
Karosserie: Van/Kleinbus/Großraumlimousine
Motor: Vierzylinder-Benziner
Hubraum: 1.595 ccm
Leistung: 102 PS (75 kW)
Drehmoment: 148 Nm
Von 0 auf 100: 12,9 s
Höchstgeschw.: 181 km/h
Verbrauch (ECE): 7,6 Liter
CO2-Ausstoß: 180 g/km
Kraftstoff: Superbenzin
Kofferraum: 500 Liter
umgebaut: 1.440 Liter
Versicherung: 15 (HP) / 18 (TK) / 15 (VK)
Preis: 17.690 EUR
Motorisieren lässt sich der Toledo mit vier bekannten Antrieben aus dem VW-Lager. Da sind der 1,6-Liter-Benziner mit 102 PS (75 kW) sowie der 2-Liter-FSI-Motor mit 150 PS (110 kW). Auf der Dieselseite halten sich ein 1,9-Liter-TDI mit 105 PS (77 kW) und ein 2-Liter-TDI mit 140 PS (103 kW) bereit. Die beiden kleineren Maschinen werden mit einer Fünfgang-Handschaltung kombiniert, für die größeren ist ein Sechsgang-Schaltgetriebe Standard, gegen Aufpreis aber kann auch eine Sechsgang-Automatik oder gar der DSG-Automat geordert werden.

Gebaut wird der Toledo ausschließlich im spanischen Seat-Werk Martorell, auf dem deutschen Markt werden zwei Ausstattungsvarianten angeboten. Während die Basisversion "Reference" nur das in dieser Klasse Nötigste offeriert, fahren Autos auf dem Niveau "Stylance" unter anderem mit Klimaanlage, Tempomat und Bordcomputer vor. Keine Unterschiede jedoch gibt es bei der Sicherheit. Sämtliche Toledo-Versionen sind ab Werk mit sechs Airbags, ABS und ESP ausgerüstet.



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