Smart Forfun 2 Kiesgrube, ich komme!

Mit dem Smart in die Kiesgrube? Durch Schlammlöcher? Über Felsbrocken? Ein irrer Plan, sofern man an das herkömmliche Miniauto denkt. Doch der griechische Rallyefahrer Stefan Attart paarte den Smart mit einem Unimog - und hat jetzt ein Vehikel der Extreme.


Smart Formore, so sollte mal ein peppiger Geländewagen auf Smart-Forfour-Basis heißen, der aber bereits im Projektstadium stecken blieb. Inzwischen ist von solchen Autotypen keine Rede mehr bei der Miniauto-Marke von Mercedes-Benz. Es gibt den klassischen Smart Fortwo - im November kommt übrigens das neue Modell -, und damit basta. Es gibt aber auch noch den griechischen Rallyefahrer Stefan Attart und Mercedes-Benz Hellas, die in Griechenland das Smart-Motiv außerordentlich extremistisch interpretieren.

Heraus kam ein Auto, das den hakeligen Namen Smart Forfun 2 trägt, für den die Smart-Kommunikationsabteilung folgende Ausspracheregelung verfügt: "smart forfun to the second". Auch egal, jedenfalls ist das Auto von der Sorte, wie man sie sonst nur - natürlich sehr viel kleiner - in Spielwarengeschäften findet, und zwar in der Abteilung mit den Science-Fiction-Figuren, den fiependen Plastikraumschiffen und eben den ferngesteuerten Monster-Mobilen.

Und so ähnlich sieht der Smart Forfun 2 aus. Es handelt sich um die Karosserie des bekannten Zweisitzers, die aber in diesem Fall auf das Chassis eines Unimog der Baureihe 406 geflanscht wurde. So entstand ein 3,70 Meter hohes (aber nur 3,50 Meter langes und 2,50 Meter breites) Auto, das aussieht, als seien die Räder, der Leiterrahmen und der Motor durch eine riesige Pfütze mit Zaubertrank gefahren und hätten sich seither um ein Vielfaches aufgeplustert. Vielleicht ein paar Daten: Der Allradler steht auf gröbsten Reifen mit 1,40 Meter Durchmesser, die auf 26-Zoll-Felgen aufgezogen sind. So ergibt sich eine Bodenfreiheit von 65 Zentimetern - und die reicht auch für derbe Geröllfelder.

Der Dieselmotor holt 84 PS aus 5,7 Liter Hubraum

Als Antrieb dient der Reihensechszylinder-Diesel, den Mercedes sonst im Unimog verwendet. OM 352 heißt seine Typenbezeichnung. Die Maschine hat knapp 5,7 Liter Hubraum und entwickelt 84 PS; wer sie genauer in Augenschein nehmen möchte, braucht sich nur etwas vorbeugen, denn sie sitzt gut einsehbar direkt auf der Vorderachse. Die maximal 259 Nm Drehmoment des Antriebs gelangen über ein Achtgang-Getriebe an alle vier Räder. Als Höchstgeschwindigkeit gibt Smart 79 km/h an, wobei bei diesem Vehikel das Tempo nun wirklich nicht zählt.

Es geht allein um die maximale Geländegängigkeit, und die scheint erreicht. Denn neben speziellen Stoßdämpfern ist der Wagen mit einer von Hand einstellbaren Luftfederung ausgestattet, mit der der Fahrer je nach Situation auf die einzelnen Federn des Fahrzeugs Einfluss nehmen kann. Nun also tobt irgendwo in Griechenland Stefan Attart durch eine Kiesgrube. Man munkelt, er wolle demnächst an der Rallye Dakar teilnehmen, und zwar - na klar - in einem Smart.

jüp



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