Klimapolitik SPD-Politiker fordern Sondersteuern für SUV

Passen schwere SUV noch in die Zeit? Führende Sozialdemokraten wollen die "PS-Ungetüme" vom Markt drängen. Im SPIEGEL fordern sie Sondersteuern.
Porsche Cayenne: SUV als "Symbole für einen zunehmenden Egoismus in der Gesellschaft"

Porsche Cayenne: SUV als "Symbole für einen zunehmenden Egoismus in der Gesellschaft"

Foto: Bernd Weißbrod / DPA

Prominente Sozialdemokraten kündigen den SUV den Kampf an. "Ich bin für eine kräftige Besteuerung solcher PS-Ungetüme, die eher in die unbefestigten Pisten des Wilden Westens passen als in unsere Städte", sagte der stellvertretende SPD-Chef Ralf Stegner dem SPIEGEL. "Das ist ökologisch geboten, trifft finanziell die Richtigen und ist auch im Sinne der Verkehrssicherheit für Fußgänger - gerade für Kinder. Diese merkwürdige Vorliebe für weit überdimensionierte Straßenpanzer ist das, was für manche US-Amerikaner ihre Schusswaffe ist." (Die ganze Geschichte lesen Sie hier). 

Pünktlich zur Automobilmesse IAA in Frankfurt hatte sich in der vergangenen Woche die Debatte um die großen, schweren aber bei Kunden sehr beliebten SUV intensiviert. Angeheizt wurde sie weiter durch einen tödlichen Unfall in Berlin, bei dem ein SUV von der Straße abgekommen und über den Bürgersteig gerast war und vier Menschen getötet hatte. SUV stehen aber vor allem schon seit langem in der Kritik, weil sie mehr Sprit verbrauchen als Limousinen oder Kombis mit vergleichbarem Platzangebot und dementsprechend mehr CO2 ausstoßen. Sie stehen deswegen im genauen Gegensatz zu allen Bemühungen um eine Verringerung des CO2-Ausstoßes.

Karl Lauterbach, der sich wie Stegner um den SPD-Vorsitz bewirbt, fordert: "Wir brauchen eine unbürokratische CO-Steuer mit Sonderaufschlägen für SUV. Diese Symbole für einen zunehmenden Egoismus in der Gesellschaft müssen aus den Innenstädten verdrängt werden." Fraktionsvize Matthias Miersch forderte, man solle "überlegen, ob wir übergroße Neuwagen beim Kauf teurer machen, damit die Menschen davon Abstand nehmen. Es sollte halt jeder wissen, der Platz in der Stadt ist begrenzt."

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