Speed Racer Geschwindigkeit ist alles

Das Auto sieht aus wie ein Dreizack auf Rädern. Weißglänzend der Lack, mit feuerroten Lederpolstern in der offenen Kabine und einer gelben Fünf an den Flanken. Der Mach 5 ist der eigentliche Star des Films "Speed Racer", der im Mai in die Kinos kommen soll.


Im Unterboden sind zwei Klappräder verborgen, die den Renner zu Sprüngen in die Luft heben. Es gibt ein kugelsicheres Cockpit, Protektoren für die Reifen, ausfahrbare rotierende Sägeblätter und eine ferngesteuerte Kamera an Bord. Der Mach 5 ist ein Auto wie aus dem Comic, und genau da kommt er auch her. Denn der Film "Speed Racer", der in wenigen Monaten in den Kinos anlaufen soll, basiert auf der japanischen Manga-Serie "Mach Go Go Go" des Zeichners Tatsuo Yoshida, die vor mehr als 40 Jahren in Fernost erschien.

Grob gefasst geht es im Film um Folgendes: Der begnadete und furchtlose Rennfahrer Speed Racer (gespielt von Emile Hirsch), der im Familienteam seiner Eltern Pops Racer (John Goodman) und Mom Racer (Susan Sarandon) für die Action auf der Piste sorgt, soll von der großen Rennfirma Royalton Industries abgeworben werden. Der ehrbare Vollgaspilot schlägt das schmeichelhafte Angebot jedoch aus - und schon beginnt der Ärger. Denn mit seiner Absage enthüllt Speed Racer, dass die großen Rennen alle von Royalton Industries manipuliert werden. Nach allerlei Verwicklungen in dieser Affäre gibt es nur einen Ausweg: Speed Racer muss ein lebensgefährliches Rennen einmal quer durch das Land gewinnen. Und dann taucht auch noch der mysteriöse Racer X (Matthew Fox) auf ...

Das Ganze ist inszeniert als Hochglanzbilderrausch. Tollkühne Rennszenen, packende Verfolgungsjagden und immer wieder das Herumschrauben an den Rennautos. Gedreht wurde in den Filmstudios in Potsdam-Babelsberg bei Berlin, als Regisseur-Duo fungierte das Brüderpaar Larry und Andy Wachowski, die mit der "Matrix"-Trilogie bekannt wurden. Die Schauspieler agierten dabei völlig ohne Kulissen - die wurden nachträglich in die Aufnahmen kopiert. Produziert wurde der Actionfilm vom Hollywood-Giganten Warner Bros. Pictures.

Das frühe japanische Comic-Abenteuer der sechziger Jahre lief als Zeichentrickfilm im japanischen Fernsehen und gelangte von dort in die USA, wo die Serie in wesentlichen Teilen verändert wurde und den Namen Speed Racer erhielt. In den USA gab es sogar einmal einen animierten Werbespot für den VW Golf GTI, in dem Speed Racer und einige seiner Kumpane auftraten. Auch in Deutschland wurden drei Folgen der Speed-Racer-Zeichentrickserie ausgestrahlt - und zwar 1971 als erster Anime-Film im deutschen Fernsehen überhaupt.

Ein "Blut- und Karambolagespektakel"

Nach heftigen Protesten von Pädagogen und Medien jedoch nahm der Süddeutsche Rundfunk die Serie vorzeitig aus dem Programm. Der SPIEGEL schrieb damals von einem "Blut- und Karambolagenspektakel". Speed Racer verschwand in der Versenkung, und erst 20 Jahre später strahlte der Privatsender RTL noch einmal zahlreiche Folgen der Serie aus, doch ohne großen Erfolg. Jugendschützer sehen Speed Racer übrigens heute in einem deutlich milderen Licht. Filme, die auf DVD erhältlich sind, tragen die FSK-Freigabe "ab 6 Jahren".

Und der Film? Verspricht, was man nach den ersten Bildern und Trailern so erkennen kann, märchenhaft-buntes, Comic-artiges und phantasievolles Vollgaskino. Neben 9 Millionen Euro vom Deutschen Filmförderfonds ist auch der deutsche Schauspieler Benno Fürmann mit von der Partie: als Inspector Detetctor.

jüp

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