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IAA-Premieren: Es muss nicht immer Öko sein

Foto: Tom Grünweg

Sportwagen auf der IAA Manifest der Höchstgeschwindigkeit

Elektroautos und Sparmodelle sind der Trend dieser IAA, doch die Überholspur wird so schnell nicht verwaisen. Dafür sorgen etliche sportliche Neuheiten. SPIEGEL-ONLINE-Autor Tom Grünweg ließ die Ökowägelchen links liegen und machte einen PS-orientierten IAA-Rundgang.

Mögen manche Sportwagen herkömmlicher Bauart auch für eine aussterbende Spezies halten - in Frankfurt sind sie es definitv nicht. Das zeigt ein Rundgang auf dieser als grün apostrophierten IAA, bei dem man an zahlreichen Vollgas-Premieren vorbeispaziert. In allen Fahrzeugklassen debütieren auf der Messe neue Typen mit rasantem Design und adäquaten Fahrleistungen.

Das beginnt bereits bei den ganz Kleinen. Auf dem Stand des Fiat-Tuners Abarth steht ein auf 100 PS aufgebohrter 500 im Ferrari-Look und bei Mini glänzen die sogenannten Oxford-Twins - zwei sportliche Studien, die 2011 und 2012 auf die Straße kommen sollen - im Rampenlicht. Die beiden ungleichen Zwillinge sind daher schon sehr realistisch anmutende Konzeptautos von Designchef Gert Hildebrand. Obwohl Coupé und Roadster von bekannten Motoren angetrieben werden, versprechen sie aufgrund des geringeren Gewichts und verbesserter Aerodynamik mehr Fahrspaß. "Seit 50 Jahren steht Mini für das Go-Kart-Gefühl. Diesen Gedanken treiben wir mit den beiden Autos noch weiter", sagt Hildebrand.

Neue Verlockungen für Bleifußbesitzer gibt es auch in der Kompaktklasse, wo VW mit dem Golf R antritt. Der "stärkste Golf aller Zeiten" kommt nun mit einem aufgeladenen Vierzylinder-Direkteinspritzer auf 270 PS. Das reicht für einen Sprintwert von 5,7 Sekunden und ein Spitzentempo von 250 km/h.

Nachfolger für den Ferrari 430

Im Windschatten des Golf R könnte künftig ein französisches Fabrikat auftauchen. Renault nämlich runde die Mégane-Familie jetzt mit einem 250 PS starken Sportmodell ab. Dritter im Bunde der sportlichen Kompaktwagen ist der Peugeot RCZ, der nach dem Jahreswechsel an den Start gehen soll. Zunächst gibt es das rundliche Coupé allerdings nur mit einem 1,6-Liter-Motor, der dank Turbo und Direkteinspritzung 200 PS leistet.

Wahre Sportwagen-Aficionados können über solche Halbstarken-Renner freilich nur müde lächeln. Für sie ist die automobile Welt erst dann in Ordnung, wenn im Fahrzeugschein mindestens 500 PS eingetragen sind und der Preis sechsstellig ausfällt. Auch diese Schickeria der Schnellfahrer findet in Frankfurt viele Neuheiten; vom gründlich aufgefrischten Porsche 911 Turbo als Coupé und Cabrio über den stürmischen Audi R8 Spyder, einen Hecktriebler von Lamborghini, den Gallardo Valentino Balboni und schließlich den von Formel-1-Idol Michael Schumacher präsentierten Ferrari 458 Italia, der bald die Nachfolge des F 430 antritt.

Ein Auto stiehlt in dieser Klasse allen die Schau: Der wiedergeborene Flügeltürer Mercedes-AMG SLS. Er ist an den ersten Messetagen fast durchgehend umlagert von Menschen und schon im Stand das beliebteste Sportgerät dieser Autoshow. Kaum jemand lässt sich die kleine Kletterpartie zwischen Seitenschweller und Flügeltür nehmen, um wenigstens für ein paar Sekunden selbst im neuen Star an Daimlers Sternenhimmel zu sitzen - und hurtig das obligatorische Erinnerungsfoto zu knipsen.

Modelle für Vollgas-Familien

Dass man sportliche Fahrleistungen durchaus auch zu viert absolvieren kann, beweisen Aston Martin und Maserati. Die Briten schicken gegen den bereits früher präsentierten Porsche Panamera jetzt den 477 PS starken, 303 km/h schnellen und 177.000 Euro teuren Rapide ins Rennen; und bei den Italienern aus Modena macht statt des zweisitzigen Spyder von einst jetzt das viersitzige Gran Cabrio mit einem 440 PS starken V8-Motor Dampf.

Natürlich sind all diese Autos nicht nur schnell und teuer, sondern auch hochgradig exklusiv. Doch ist vor allem in dieser Kategorie nach oben noch ziemlich viel Luft - zum Beispiel für den Melkus RS 2000, das Remake des DDR-Traumsportwagens. Der Wagen aus Dresden ist 270 PS stark, 250 km/h schnell und 107.500 Euro teuer, lediglich 2 Exemplare pro Monat können gebaut werden.

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