Statistik 2009 Zahl der Verkehrstoten auf Rekordtief

Der Straßenverkehr in Deutschland wird sicherer. Der Trend zu immer weniger Verkehrstoten setzt sich auch 2009 fort, wie das Statistische Bundesamt mitteilt. Die Zahl dürfte um knapp zehn Prozent auf etwa 4050 Tote zurückgehen - so wenig waren es noch nie.
Bei Unfall zerstörtes Fahrzeug: Noch nie seit 1953 gab es in Deutschland so wenige Verkehrstote

Bei Unfall zerstörtes Fahrzeug: Noch nie seit 1953 gab es in Deutschland so wenige Verkehrstote

Foto: Patrick Seeger/ picture-alliance/ dpa

Wiesbaden - So wenige Tote wie 2009 gab es noch nie seit Beginn der Massenmotorisierung in den fünfziger Jahren. Auch die Zahl der Verletzten und der Alkoholunfälle ist weiter rückläufig. Im Vergleich zum Jahr 1970, als 21.300 Menschen bei Verkehrsunfällen ihr Leben verloren, betrug der Rückgang 81 Prozent - und das, obwohl sich der Fahrzeugbestand seitdem mehr als verdreifacht hat.

Im ersten Jahr der Statistik, 1953, wurden gut 12.600 Verkehrstote registriert, und noch 1980 lag die Zahl bei mehr als 15.000. Die Zahl von 4050 Menschen, die 2009 auf deutschen Straßen ums Leben kamen, ist eine Schätzung des Bundesamts auf Grundlage von Ergebnissen der Monate Januar bis Oktober.

Der Deutsche Verkehrssicherheitsrat (DVR) führt die Entwicklung auf immer sicherere Fahrzeuge und Straßen zurück. Nach dem Gurt, der weiter Lebensretter Nummer eins sei, hielten Experten mittlerweile das ESP (Elektronisches Stabilitätsprogramm) für das zweitwichtigste Sicherheitszubehör beim Auto, sagte DVR-Sprecher Sven Rademacher auf Anfrage. Leider seien viele junge Fahrer aus der Hochrisikogruppe der 18- bis 24-Jährigen mit kleineren und älteren Autos unterwegs, in denen ESP noch fehle.

Alkoholverbot für junge Fahrer zeigt Wirkung

Das Statistische Bundesamt schätzt die Zahl der Verletzten 2009 auf rund 392.000, das wären gut vier Prozent weniger als 2008. Im gleichen Maß dürfte auch die Zahl der Unfälle mit Verletzten und Toten zurückgehen. Die Gesamtzahl aller polizeilich erfassten Unfälle bleibt dagegen etwa gleich (2,29 Millionen). Während 2009 die Zahl der getöteten Kinder und Jugendlichen deutlich zurückgehen dürfte, zeigt der Trend bei den Motorradfahrern eher nach oben (plus 0,3 Prozent in den ersten drei Quartalen).

"Der insgesamt rückläufige Trend bei Alkoholunfällen wird auch im Jahr 2009 voraussichtlich anhalten", notierten die Statistiker weiter. 2008 kam es zu 18.215 Alkoholunfällen, bei denen 23.080 Menschen verletzt und 428 getötet wurden. DVR-Sprecher Rademacher erinnerte zur Erklärung des Trends an die Einführung des absoluten Alkoholverbots für junge Fahrer und Fahranfänger im Jahr 2007.

Der Auto Club Europa (ACE) erwartet nun, dass die Zahl der Verkehrstoten bereits im nächsten Jahr deutlich unter die Grenze von 4000 fallen wird. Der ACE verwies darauf, dass immer mehr Autos mit modernen Fahrassistenzsystemen ausgestattet seien. "Diese können durch automatisch gesteuerte Eingriffe in das Fahrgeschehen vielfach Unfälle vermeiden oder deren Folgen mildern."

hil/AP
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