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Steve-McQueen-Porsche: Der coole Klassiker

Foto: RM Auctions

Steve McQueens Porsche 911 S Schiefergraue Film-Ikone wird versteigert

Autos sind Maschinen aus Stahl, Aluminium, Gummi, Glas. Doch es gibt einige, die bestehen aus weitaus mehr - Sehnsüchten, Träumen, unvergessenen Momenten. Wie der schiefergraue Porsche 911 S, den Steve McQueen im Film "Le Mans" fuhr, und der jetzt versteigert wird.

Klarer Fall, im Rennfahrerfilm "Le Mans" spielt Steve McQueen die Hauptrolle. Es spielen auch Siegfried Rauch, Elga Andersen oder Ronald Leigh-Hunt mit - doch vor allem sind es die Fahrzeuge des Films, die Auto-Enthusiasten in den Bann ziehen. Allen voran ein schiefergrauer Porsche 911 S - eigentlich ein eher unscheinbarer Sportwagen. Doch im Film übernimmt das 200 PS starke Modell aus Zuffenhausen den Part als Privatwagen des Rennfahrers Michael Delaney, dargestellt von Steve McQueen.

Das Auto wird jetzt, Mitte August, im Rahmen der Classic-Week im kalifornischen Monterey von RM Auctions versteigert. Im Paket mit dem Auto wird, falls es zum Zuschlag kommt, ein Bündel diverser Dokumente den Besitzer wechseln: Briefe des ehemaligen Porsche-Rennleiters Rico Steinemann, die Originalrechnung vom 1. Juli 1970 über etwas mehr als 30.000 Mark an die Filmproduktionsfirma Solar Productions sowie diverse Fotos vom Filmset, die das Auto, Steve McQueen und seine Familie zeigen.

Welches Mindestgebot die Verantwortlichen für den Porsche 911 aus dem Film "Le Mans" aufrufen, erfahren ausschließlich jene, die sich offiziell als Bieter für den Wagen beim Auktionshaus registrieren. Eine Sprecherin von RM Auctions sagte zu SPIEGEL ONLINE, man erwarte aber auf jeden Fall, dass der Preis für das "Le Mans"-Auto die Preise aller bislang versteigerten Porsche-911-S-Modelle übertreffen werde.

Nach den Dreharbeiten in Frankreich ließ McQueen das Auto nach Los Angeles verschiffen, verkaufte es dort aber ziemlich rasch an einen Rechtsanwalt aus Los Angeles. Von diesem gelangte der Wagen vor sechs Jahren an den Porsche-Aficionado Jesse Rodriguez, der es später an den heutigen Besitzer weiterverkaufte. Steve McQueen besaß, als er vom "Le Mans"-Filmset zurückkehrte, bereits einen Porsche 911 S, allerdings ein Modell des Baujahres 1969 mit Zweiliter-Motor, das inzwischen in der Garage seines Sohnes Chad McQueen steht.

Der Film-Porsche ist noch weitgehend im Originalzustand von 1970

Der 1970er-Film-Porsche, der nun versteigert wird, verfügt über einen 2,2-Liter-Boxermotor mit rund 200 PS Leistung. Als Beschleunigungswert von 0 auf 100 km/h wurden für das Auto damals 7,3 Sekunden angegeben. Der Typ 911 S war damals das Topmodell der Porsche-Modellpalette. Über die Jahre wurde das Auto gepflegt, jedoch nie von Grund auf restauriert. Motor und Getriebe sind nach Angaben des Auktionshauses Originalteile, der Meilenzähler steht bei gut 100.000 Meilen. Neu ist lediglich die Lackierung in der Originalfarbe, die Polsterung der Frontsitze, die Windschutzscheibe und auch die Stoßdämpfer wurden ausgetauscht.

Der neue Besitzer des Sportwagens kann also gleich von der Auktion mit dem Porsche-Oldie nach Hause brettern. Ein bisschen Rasanz muss schon sein bei einem Auto mit einer derartigen Geschichte; als reine Geldanlage wäre dieser Wagen dann doch zu schade.

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