Stiftung Warentest Elf von 15 Laufrädern sind mangelhaft

Laufräder sollen Spaß machen und Kinder spielend aufs Radfahren vorbereiten. Die Stiftung Warentest hat die kleinen Flitzer getestet - fast alle fielen durch.
Das getestete Kettler Speedy 10

Das getestete Kettler Speedy 10

Foto: KETTLER

Griffe, Sättel und Reifen - diese Teile machen bei Laufrädern laut Stiftung Warentest den Unterschied. Allerdings nicht für Sicherheit und Fahrverhalten, vielmehr sind diese Teile besonders oft mit gefährlichen Schadstoffen belastet.

Elf von 15 getesteten Laufrädern erhielten deshalb die Note "mangelhaft". Schuld waren in allen Fällen sogenannte polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK). Sie gelangen oft durch verunreinigte Weichmacheröle oder Rußpartikel in Gummi- oder Kunststoffteile. Sie sind zwar nicht akut giftig, können aber krebserzeugend und erbgutverändernd wirken - vor allem wenn Kinder sie über die Haut aufnehmen.

Sturzgefahr durch wenig Bodenfreiheit

Sturzgefahr durch wenig Bodenfreiheit

Foto: Stiftung Warentest

Bei acht Laufrädern steckten PAK in Griffen oder Sätteln, die besonders oft und lange mit der bloßen Haut der Kinder in Berührung kommen. Aber auch sieben der acht Exemplare mit luftgefüllten Gummireifen fielen durch hohe PAK-Werte auf. Beim Modell Early Rider können sich Kinder außerdem am Gabelschaft die Finger einklemmen, das Laufrad "Strider" hat dagegen bei niedrig eingestelltem Sattel nur wenig Bodenfreiheit und kann schnell an Kanten hängenbleiben.

Diese elf Räder schnitten im Test mit der Note "mangelhaft" ab:

  • Puky LR 1L
  • Specialized Hotwalk
  • Kokua LikeaBike Mountain
  • Strider 12 Sport
  • Bikestar Balance Bike RU-12-ST-WD
  • Cube Cubie 120
  • Early Rider Lite
  • Hudora Laufrad Seven 2.0
  • Kellys Kite 12
  • Rebel Kidz Steel Air 12,5 Zoll Wheel
  • SCool Pedex Race

Die Firmen Hudora, Kokua und Strider bieten ihren Kunden allerdings einen Austausch belasteter Teile an. Star-Trademarks, der Hersteller der Marke Bikestar, will individuell mit den Kunden über den Tausch von Teilen, des gesamten Laufrads oder eine Rücknahme entscheiden.

Gute Exemplare schon ab 35 Euro

Ein Exemplar, das Chillafish BMX ie-RS, erhielt die Note "befriedigend", immerhin drei schnitten sogar "gut" ab: Das Puky LR1 (Note 2,2), das Btwin Runride 100 sowie das Kettler Speedy 10 Zoll (beide Note 2,5) überzeugten im Test - dabei war das Btwin mit einem mittleren Preis von 35 Euro sogar das günstigste Modell im Test. Aber auch das Speedy 10 Zoll ist mit einem mittleren Preis von 40 Euro nicht viel teurer.

Hier könnten sich Kinder die Finger einklemmen

Hier könnten sich Kinder die Finger einklemmen

Foto: Stiftung Warentest / Hendrik Rauch

Die einfachste Handhabung boten im Test Laufräder mit einem niedrigen Einstieg und einem Trittbrett, auf das die Kinder die Füße bei schnellerer Fahrt stellen können. Ein Lenkanschlag ist nur bedingt hilfreich: Zwar könne die Einschlagsbegrenzung unsicheren Kindern Halt geben, sie erschwere aber das Kurvenfahren, heißt es im Testbericht . Ein Seitenständer ist in jedem Fall nicht nötig, denn an diesem können sich die Kinder die Finger einklemmen - und meist legen die Kleinen das Laufrad ohnehin einfach auf den Boden.

ene
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