Stiftung Warentest Gute Autokindersitze gibt es schon für weniger als hundert Euro

Stiftung Warentest hat 31 Autokindersitze getestet. Zwei Modelle fallen durch: Eines enthält Schadstoffe, das andere versagt im Crashtest komplett, beide sehr teuer. Gute Kindersitze gibt es dafür bereits für wenig Geld.

Gute Autokindersitze müssen nicht immer teuer sein
Mayte Torres/ Getty Images

Gute Autokindersitze müssen nicht immer teuer sein


Beim Kauf von Babyschalen oder Kindersitzen fürs Auto können Eltern bei vielen Modellen bedenkenlos zugreifen. Das zeigt ein Gemeinschaftstest von ADAC und Stiftung Warentest von 31 Modellen. Mehr als Zweidrittel (23) haben mit "gut" abgeschnitten, berichtet die Zeitschrift "test". Drei Kindersitze sind "befriedigend", zwei nur "ausreichend". Einzig "sehr gut": die Babywanne Maxi-Cosi Jade + 3wayFix für 420 Euro.

Gute Qualität muss aber nicht immer teuer sein. Denn auch preisgünstigere Modelle wie der Nania Beone SP (50 Euro), der Britax Römer Adventure (80 Euro) und der Cybex Aton 5 (130 Euro) schneiden wie 20 weitere Modelle "gut" ab. In fast allen Klassen sind gute Modelle für rund 200 Euro zu haben. Das teuerste Modell kostet 570 Euro.

Preisabfragezeitpunkt:
06.06.2019, 13:23 Uhr
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Mit "mangelhaft" fallen allerdings auch zwei Sitze durch. Im Modell Maxi-Cosi Tobifix für 230 Euro haben die Tester im Bezug das Flammschutzmittel TCPP in zu hoher Konzentration gefunden. Es steht laut Stiftung Warentest im Verdacht, Krebs zu erzeugen.

Neue Funktion schützt vor Vergessen der Kinder im Auto

Vor dem anderen Modell warnten die Tester schon Anfang April. Beim Crashtest des Chicco Oasys i-Size Bebecare + i-Size Base (400 Euro) riss das Gurtschloss aus der Sitzschale. Der Hersteller verkauft nur noch eine überarbeitete Version oder bietet Kunden den Austausch des anfälligen Gurtschlosses an.

Für einige Sitze gibt es zudem eine neue Sicherheitsfunktion, die Kinder davor schützen soll, dass die Eltern sie im Auto vergessen. Dabei überwacht eine Kontaktmatte unterhalb der Sitzfläche oder ein Sensor im Gurt, ob sich ein Kind auf dem Sitz befindet. Entfernen sich die Eltern, während der Sitz belegt ist, empfangen sie auf dem Smartphone einen Warnton.

In Italien ist das System ab Sommer 2019 sogar Pflicht. Hierzulande ist es von Anbietern wie Chicco oder Cybex optional erhältlich. Andere Anbieter bieten Nachrüstlösungen an.

Den vollständigen Test lesen Sie in der aktuellen Ausgabe "test" 6/2019.

cfr/dpa



insgesamt 4 Beiträge
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Seite 1
hrboedefeld 21.05.2019
1. Warnsystem?
Wer vergisst denn sein Kind? Und bedeutet das für mich, dass ich für die nächsten Trips ins Vinschgau jetzt einen neuen Sitz brauche, wenn das in Italien Pflicht ist...?
ericus 21.05.2019
2. Testen sie nicht selber?
Mich wundert nur: Fahren die Hersteller nicht selber solche Tests bzw. geben sie in Auftrag? Jeder, der diese Ergebnisse liest (und das machen Eltern erfahrungsgemäß intensiv), wird doch das Produkt verschmähen. Es wird quasi unverkäuflich hierzulande. Das sollte ein Hersteller doch wissen.
ptb29 21.05.2019
3. Passiert das oft?
Dass Kinder auf dem Kindersitz vergessen werden? Ist das ein Kriterium, den Sitz besser zu bewerten, denn dann wäre es nur Werbung für dieses "Feature".
solid_matter 21.05.2019
4. 2019 eigentlich ein Skandal ...
... dass es da Jahr für Jahr immer wieder zuverlässig ein paar Nieten mit der Wertung "mangelhaft" bei den Neuerscheinungen gibt. Mit dem Auto muss man alle 2 Jahre zum TÜV - wegen der "Sicherheit" - aber bei Kindersitzen darf munter Lotto gespielt werden. Ein Hersteller, der 2 Mal "mangelhaft" bei so einem Test mit seinen Produkten abgeliefert hat, gehört schlichtweg vom Handel ausgesperrt (Anekdote am Rande: Das dürften allerdings mittlerweile so ziemlich alle sein! :-) Naja, wieder so eine Randfacette des Themas "motorisierter Individualverkehr", die davon zeugt, dass dieses "System" niemals mit dem Primärziel designt wurde, Menschen sicher und effizient zu transportieren, sondern die Eitelkeit vorwiegend männlicher Kindsköpfe zu befriedigen. Das Thema Kindersicherheit hat da natürlich wie selbstverständlich erstmal einen Platz am Katzentisch.
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