Stiftung Warentest Navis sind oft besser als Apps

Navigationsgerät oder App - was ist die bessere Wahl? Die Stiftung Warentest hat beides miteinander verglichen. Das Ergebnis zeigt: Welche Lösung die bessere ist, hängt auch vom Fahrer ab.

DPA

Die Stiftung Warentest hat sieben herkömmliche Navigationsgeräte gegen sieben Navi-Apps antreten lassen und untersucht, welche Lösung Autofahrer am besten ans Ziel bringt. Testsieger ist ein klassisches Navi geworden. Ob das Navi oder die App besser ist, hängt aber auch von den Gewohnheiten des Fahrers ab.

Getestet hat die Verbraucherorganisation die Navigationslösungen nach sechs Kriterien: Navigation, Handhabung, Vielseitigkeit, Akkulaufzeit, Verarbeitung und Datenverbrauch. Geprüft wurde darüber hinaus auch, ob und in welchem Umfang die Navi-Apps Nutzer- oder Gerätedaten an die Hersteller senden. Das Ergebnis dazu floss aber nicht in die Bewertung ein.

Die getesteten Geräte stammen allesamt von Tomtom oder Garmin und kosten zwischen 159 und 380 Euro. Auf der anderen Seite stehen sieben Apps, von denen einige kostenlos sind (Google Maps, Waze, Apple und Here), andere wiederum kostenpflichtig wie Tomtom (20 Euro pro Jahr), ALK (60 Euro) und NNG (46 Euro).

Auf den Fahrer kommt es an

Mit der Note "gut" (1,8) gewinnt das teuerste Navigationsgerät von Tomtom für 380 Euro. Das Gerät überzeugte durch eine zuverlässige Routenführung und einen geringen Datenverbrauch via Mobilfunk. Die beste App Go Mobile - ebenfalls von Tomtom - folgt mit "gut" (2,1) erst auf Rang fünf. Direkt dahinter folgt die kostenlose Navi-App Maps von Google ("gut" 2,2), die bei Routenberechnung, Routenführung und Stauprognose die beste Note von allen Apps erhält. Die Apps von ALK, Here und NNG bekommen eine schlechtere Wertung im Bereich Bedienung und liegen mit der Gesamtnote "befriedigend" ( 2,7) auf hinteren Plätzen.

Doch auch wenn die Geräte leicht vor den Apps liegen, hängt die Entscheidung für die jeweils passende Lösung laut Stiftung Warentest auch von den Bedürfnissen des Fahrers ab. Demnach sind die Navigationsgeräte die bessere Wahl für Vielfahrer. Sie bieten ein großes Display, und die meisten Navi-Funktionen benötigen kein Mobilfunknetz. Dadurch sparen sie Datenvolumen, da die Karten auf dem Gerät vorinstalliert sind.

Die Apps wiederum sind für Gelegenheitsnutzer gedacht. Einer ihrer größten Vorteile liegt in ihrer Geschwindigkeit. Während selbst der Testsieger zur Berechnung einer 100 Kilometer langen Route acht Sekunden benötigte, schafften es die Apps in einer bis vier Sekunden. In der Regel verfügen die Smartphones über stärkere Prozessoren als die Navi-Geräte.

Stau aussitzen oder Umleitung folgen?

Auch bei den Stauprognosen liegen die Navigationsgeräte vorne und liefern in diesem Bereich ziemlich genaue Vorhersagen. Bei den Apps liefern Tomtom und Google Maps die besten Verkehrsinfos. Weniger genau informieren NNG, Waze, ALK und Here den Fahrer über bevorstehende Staus.

Zu guter Letzt beantwortet Stiftung Warentest noch eine Frage, die alle Autofahrer umtreibt: Stau aussitzen oder der Umleitungsempfehlung des Navis folgen? Laut den Testergebnissen kann man den Umleitungsvorschlägen vertrauen und dadurch ein wenig Zeit sparen. Den ausführlichen Test lesen Sie in der aktuellen Ausgabe von "test"

cfr

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insgesamt 89 Beiträge
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Seite 1
sr_97 30.01.2019
1. Stand der Technik berücksichtigt?
Die meisten Neuwagen kommen inzwischen mit einer OnBord Lösung, die zudem Android Auto bzw. Apple Car Play unterstützt. Wurde dieser Umstand im Test berücksichtigt? Für mich als Vielfahrer ist Google Maps auf Android Auto der klare Favorit. Ich habe ein großes Display, einfach Bedienung per Touch oder Sprache und extrem zuverlässige Stauprognosen. Ich komme seltenst später oder früher als die erwartete Ankunftszeit an (+/- wenige Minuten). Natürlich muss man die gesammelten Daten berücksichtigen, aber dieser Punkt wurde ja wie oben erwähnt nicht bewertet.
400Gon 30.01.2019
2. Dieselfahrverbotszonen enthalten?
Wurde getestet ob die Umfahrung der Dieselfahrverbotszonen als Option einstellbar ist. Dies wäre für mich für die nächste Zeit ein wichtiges Kriterium für die Auswahlentscheidung.
yakobusan 30.01.2019
3. Waze
Ich hatte schon diverse Navigationssysteme und Apps, teils für Touren quer durch Europa. In den letzten zwei Jahren hat sich ein ganz klarer Gewinner gezeigt: Waze. Diese App bringt mich auch an Tagen mit Streikenden Zügen pünktlich nach Hause, fast nie landet man im Stau damit. Ich vertraue ihr inzwischen blind...
Sonderbärchen 30.01.2019
4. Klarer Fall...
... Für mich zumindest. Für meinen Mazda war lediglich ein TomTom als Einbaulösung verfügbar. Das kostet jährlich 60 Euro, wer Live-Services dazubucht, blecht nochmal satte 70 Euro dazu. Was ich für satte 130 Euronen bekomme, ist eine langsame, schwerfällig und im Design echt schwache lNavigation, die für Berechnungen oft Minuten braucht und keinerlei Alternativen zur Auswahl stellt. Straßensperren oder Staus melden, vorgegebene Routenführung bewusst ändern oder solche simplen Funktionen, vergessen Sie's. TomTom versucht Sie noch nach 40km auf die ursprüngliche Route, die Sie absichtlich verlassen haben, zurückzulegen. Oder die angebliche Öko-Route: Sie fahren 15km mehr, weil Sie dadurch dennoch 1 min früher am Ziel sind. Öko?? Auf mein ausführliches Feedback beim Anbieter habe ich nie Rückmeldung erhalten. Resultat: Seit Jahren lasse ich parallel Google Maps laufen, die erheblich genauere, bedienungsfreundlichere und streckenaktuellere Lösung. Und das gratis.
schrausen 30.01.2019
5. Realtest
Wir haben vor kurzem in Finnland den Test gemacht. Mit dem Navigationsgerät wären wir falsch geführt worden, dank Google Maps ging es in die richtige Stadt. Aber auch nur deshalb, weil Finnland eine stabile Funkabdeckung hat. In Deutschland nicht denkbar.
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