Unfallstatistik Zahl der Verkehrstoten auf neuem Tiefstand

Noch nie seit Einführung der Statistik sind in Deutschland weniger Menschen bei Verkehrsunfällen gestorben als 2012. Hauptgrund: moderne Fahrzeugtechnik, bessere Straßenführung - und das Wetter. Trotzdem kommen noch immer zehn Menschen täglich ums Leben.
Unfall: Die Zahl der Verkehrstoten ist erneut gesunken

Unfall: Die Zahl der Verkehrstoten ist erneut gesunken

Foto: Patrick Seeger/ picture-alliance/ dpa

Wiesbaden - 3606 Menschen sind im vergangenen Jahr bei Verkehrsunfällen auf Deutschlands Straßen ums Leben gekommen - so wenige wie nie seit Einführung der Statistik im Jahr 1950. Im Vergleich zum Vorjahr sank die Zahl damit um knapp zehn Prozent, allerdings war sie 2011 entgegen dem langjährigen Trend gestiegen. Das Statistische Bundesamt weist außerdem darauf hin, dass auch 2012 durchschnittlich zehn Menschen täglich im Straßenverkehr starben und mehr als tausend verletzt wurden.

"Die Zahl kann natürlich nicht zufriedenstellen", sagt auch Sven Rademacher vom Deutschen Verkehrsicherheitsrat  (DVR). Die Gründe für den Rückgang sieht er nicht im verbesserten Fahrverhalten der Deutschen, sondern eher in äußeren Einflüssen. So habe 2012 ein harter Winter geherrscht, eine schnelle Fahrt war auf den Straßen oft gar nicht möglich. Das verregnete Frühjahr habe außerdem dazu beigetragen, dass Motorradfahrer - erfahrungsgemäß besonders gefährdete Verkehrsteilnehmer - eine kurze Saison erlebten.

Zu der seit Jahrzehnten anhaltenden positiven Entwicklung spielen laut Rademacher vor allem auch sichere Fahrzeuge und eine verbesserte Infrastruktur der Straßen eine große Rolle. Elektronische Assistenzsysteme wie Abstandswarner gehören in vielen Autos bereits zur Serienausstattung, gleichzeitig seien über die Jahre in ganz Deutschland Unfallschwerpunkte innerorts und auf Landstraßen entschärft worden.

Die "drei Killer"

Bei dem Bemühen um sichere Straßen gibt es laut Rademacher immer noch einen Faktor, der "besonders kompliziert" sei: der Mensch. "Wir können immer nur wieder an die Autofahrer appellieren, sich rücksichtsvoll zu verhalten", sagt der DVR-Sprecher, "umsetzen muss es jeder selbst." Drei Bereiche gebe es dabei besonders zu beachten - beim DVR spricht man von den "drei Killern", weil sie, werden sie nicht berücksichtigt, für den Großteil der Unfälle verantwortlich seien:

  • "Auf jeden Fall anschnallen!", sagt Rademacher. Bei der jüngsten Untersuchung hatten 20 Prozent der Unfalltoten den Gurt nicht angelegt.
  • "Kein Alkohol, keine Drogen am Steuer - und Vorsicht bei Medikamenten." Seit vor einigen Jahren das absolute Alkoholverbot für Fahranfänger gelte, sei die Zahl der dadurch verursachten Unfälle gesunken, sagt Rademacher. Der DVR fordere deshalb, diese strikte Regel allen Verkehrsteilnehmern vorzuschreiben.
  • "Fuß weg vom Gas." Überhöhte Geschwindigkeit, da seien sich fast alle Experten einig, ist der häufigste Grund für Unfälle. "Tempolimits sollten eingehalten werden", sagt Rademacher, "und bei schlechter Witterung muss die Fahrweise den Straßenverhältnissen angepasst werden."

cst/dpa
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