Brennstoffzellen-Technologie Post will Streetscooter mit Wasserstoffantrieb auf die Straßen bringen

Im Streetscooter liefert die Deutsche Post Pakete aus. Der Elektrotransporter soll jetzt weiterentwickelt werden: Mit Wasserstoff könnte das Gefährt seine Reichweite mehr als verdoppeln.

Der Streetscooter der Deutschen Post fährt bald mit Wasserstoff
Hendrik Schmidt/DPA

Der Streetscooter der Deutschen Post fährt bald mit Wasserstoff


Die DHL-Tochter Streetscooter will im kommenden Jahr einen E-Transporter mit Wasserstoff-Technologie auf den Markt bringen. Das kündigten die Unternehmen auf dem Greentech Festival in Berlin an. Der "H2 Panel Van" werde "der erste serienmäßige 4,25 Tonnen-Elektrotransporter sein, dessen Antrieb während der Fahrt von einer Brennstoffzelle mit zusätzlicher Energie versorgt wird".

Dadurch soll das Fahrzeug Reichweiten von bis zu 500 Kilometern erzielen. Es basiert auf dem Elektrolieferwagen Streetscooter Work XL - dem neuesten Modell, dessen rein elektrische Reichweite bisher rund 200 Kilometer beträgt. DHL Express, der Unternehmensbereich für Kurier- und Expresslieferungen, habe bereits 100 dieser Fahrzeuge bestellt, teilten die Unternehmen weiter mit. Ein Verkauf an Dritte sei derzeit allerdings nicht geplant.

Das Wasserstoff-Lieferauto sei ein weiteres Beispiel dafür, wie die Deutsche Post ihr Null-Emissionen-Ziel bis 2050 erreichen wolle, erklärte der Deutschlandchef von DHL Express, Markus Reckling.

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Der Technikchef von Streetscooter, Fabian Schmitt, sagte: "Wir sind davon überzeugt, dass die Brennstoffzelle ein immer wichtigerer Bestandteil im Markt der Elektromobilität wird." Sie ermögliche höhere Reichweiten der Fahrzeuge.

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) erklärte: "Wir brauchen weiterhin den technologieoffenen Ansatz." Nur mit hohen Reichweiten und marktfähigen Preisen sei zu erreichen, dass die Lieferverkehre künftig klimafreundlich mit alternativen Antrieben unterwegs seien. Das Bundesverkehrsministerium fördert das Projekt im Rahmen des Nationalen Innovationsprogramms Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie.

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Autogramm e.Go Life First Edition: E-Flitzer aus Aachen

Streetscooter wurde 2010 an Technischen Hochschule in Aachen von Günther Schuh gegründet, der heute maßgeblich für das Kleinstelektroauto e.Go verantwortlich ist. Seit seiner Übernahme durch die Post 2014 baut Streetscooter einfache, kostengünstige E-Transporter. Für die Post fahren bereits über 9000 der Elektro-Lieferwagen auf deutschen Straßen.

cfr/AFP/Reuters

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paul.lemke 24.05.2019
1. Na endlich
Wasserstoff dürfte für Transporter und LKWs der Antrieb der Zukunft sein. Schade nur das sich der Diesel-Betrugs-Konzern VW dieser Technik verweigert und Daimler die Entwicklung nur auf Sparflamme vorantreibt. Selbst Hyundai hat hier Mercedes überholt.
HubertusK 24.05.2019
2. Endlich!
Nur Wasserstoff hat eine Zukunft. Es wird Zeit, dass das jemand kapiert hat. Die Autobauer in D haben lange genug geschlafen und mit Elektromobilität aufs falsche Pferd gesetzt.
R2-D3 24.05.2019
3. Gut, aber bitte noch weiter denken
Warum nicht die deutsche Automobilindustrie nochmal vorführen!! Aber bitte auch weiterdenken und z.B. (Lasten-) Fahrräder mit und ohne e-Antrieb in Stätden konequent einsetzen. Warum? Keine Parkplatzprobleme, schnell und noch umweltfreundlicher als alles andere.
mheise 24.05.2019
4. Tolles Projekt.....
...in dem die Post auf die richtige Ergenzung zum E-Antrieb setzt und die deutschen Automobilbauer vorführt und wie Amateure aussehen lässt. Einfach Spitze. Dem Projekt bleibt nur zu wünschem, dass es noch mehr Erfolg hat und die gewonnenen Erkenntnisse und Erfahrungen in die Entwicklung von E-Automobilen für die breite Masse mit einfliessen werden. Mit kleineren Akkus und reduzierter Reichweite bis 120km kan man Ressourcen sparen und die integrierte Brennstoffzelle kann das Fahrzeug übernehmen, wenn der Akku alle ist und es unterwegs sogar wieder aufladen. Da die Herstellung, Betankung und Lagerung durch modene Werkstoffe und Verfahren kien Problem mehr ist, frage ich mich ohnehin, warum sich die Politik-Intelligenzversager wieder mal mit der Automobillobby prostituieren und überwiegend die E-Mobilität fördern wollen, anstatt auf die Brennstoffzelle zu setzen odr beides verpflichtend für die Hersteller zu kombinieren.
jamea2007 24.05.2019
5. Prima!
Die richtige Richtung wird eingeschlagen. Unterschiedliche Antriebe müssen sich entwickeln. Reiner Akkubetrieb im Hinblick auf Rohstoffe, Arbeitsbedingungen und auch Gewicht dürften für den innerstädtischen Verkehr mit geringer Reichweite dann gut sein, wenn der Strom nachhaltig erzeugt wird. Für längere Strecken müssen Fahrzeuge relativ autark agieren. Hier kommt Wasserstoff mit Brennstoffzelle in Betracht. Hier fehlt Infrastruktur. Ebenso ist die H2-Gewinnung energieintensiv. Wenn beim Diesel nicht geschummelt wird, ist er bzgl. CO2-Ausstoß, Wirkungsgrad und Energiebilanz einwandfrei. Eher ist der Benziner aufgrund hohem Verbrauch und hoher CO2-Emmision tot.
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