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Elektroauto-Käufer: Die Technik-Freaks vom Lande

Foto: Jürgen Pander

Studie über Elektroauto-Käufer Eine Million Kunden gesucht

Eine Million Elektroautos sollen bis 2020 auf deutschen Straßen fahren. Das ist das Ziel der Bundesregierung. Nur wer soll die kaufen? Forscher des Fraunhofer-Instituts suchten jetzt im Auftrag des Wirtschaftsministeriums nach Antworten - und haben den typischen E-Autokäufer entdeckt. 

Würden Sie sich ein Elektroauto kaufen? Zahlreiche Menschen würden diese Frage wohl verneinen - mit der Begründung, aktuelle E-Autos seien zu teuer, ihre Reichweite sei zu gering, und es gebe noch viel zu wenig Lademöglichkeiten. Wer jedoch diese Einwände zur Seite wischen kann - etwa weil er ordentlich verdient, keine langen Strecken im Auto zurücklegen muss und über eine eigene Garage mit Stromanschluss verfügt - käme schon mal als Elektroautokäufer in Betracht.

Das ist wenig überraschend, und stimmt mit dem überein, was nun auch eine Studie des Fraunhofer-Instituts für System- und Innovationsforschung sowie das das Institut für Ressourceneffizienz und Energiestrategien im Auftrag des Bundeswirtschaftsministerums ergab. "Kaufpotential für Elektrofahrzeuge bei songenannten 'Early Adoptern'" heißt das Konvolut mit vollem Titel.

Zentrale Aussage: Gut ausgebildete Männer zwischen 40 und 50, gutverdienend und technikaffin, die in Mehrpersonenhaushalten auf dem Land oder in der Vorstadt leben, "sind voraussichtlich die ersten Autokäufer, die sich für ein Elektrofahrzeug entscheiden werden". Befragt wurden mehr als tausend Autofahrer, darunter 137 Privatpersonen, die ein Elektroauto in einer der Modellregionen für Elektromobilität zum Test fahren.

Die Frage ist jetzt, wie man diese Herrschaften am besten anspricht und für ein E-Auto begeistert. Denn bis 2020 sollen nach dem Willen der Bundesregierung eine Million Elektroautos auf Deutschlands Straßen unterwegs sein. Am 1. Januar dieses Jahres waren es nach Auskunft des Kraftfahrt-Bundesamts in Flensburg allerdings erst 4541; selbst wenn man die gut 47.000 Fahrzeuge mit Hybridantrieb noch dazu zählt, ist das angesichts der insgesamt rund 43 Millionen Pkw hierzulande eine kaum wahrnehmbare Größe.

Kaufgründe: Umweltschutz und Beschleungigungsvermögen

Nach Angaben der Studie würden die "Early Adopters", also jene, die zu den Vorreitern der Elektromobilität gehören wollen, ein E-Auto vor allem wegen dessen vermuteter positiver Umweltwirkung und dem vermeintlich rasanteren Beschleunigungsverhalten gegenüber einem konventionell angetriebenen Auto kaufen. Die günstigeren Betriebskosten spielten keine Rolle bei der Kaufentscheidung, da Elektroautos aufgrund der hohen Anschaffungskosten von den meisten potentiellen Käufern als "derzeit nicht wirtschaftlich" angesehen werden.

Weil die technikaffinen Familienmänner zwischen 40 und 50 "voraussichtlich nicht ausreichen werden, um das Ziel von einer Million Elektro-Pkw zu erreichen", wie es in einer Mitteilung des Fraunhofer-Instituts heißt, werden in der Studie gleich noch drei weitere mögliche Kundengruppen bestimmt. Erstens technikaffine Männer über 50, zweitens gutsituierte Personen im Ruhestand und drittens schließlich "sehr umweltbewusste Menschen, die aber auf ein Auto angewiesen sind".

Vielleicht werden solche Planspiele ja irgendwann überflüssig. Voraussetzung: Ein Elektroauto mit rund 500 Kilometer Reichweite, das nicht mehr kostet als ein aktueller Kompaktwagen mit Benzinmotor. Bis 2020 jedoch ist so ein Auto nicht in Sicht.