Vergleichsstudie E-Autos sollen auf Dauer günstiger sein als Verbrenner

Wer sich ein Elektroauto kauft, muss erst einmal tiefer ins Portemonnaie greifen. Auf Dauer sollen die Fahrzeuge aber günstiger sein als vergleichbare Verbrenner. Das ist das Ergebnis einer neuen Studie.
Aufgeladen: Es gibt neue Argumente in der Diskussion über die Kosten von E-Autos

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Foto: DPA

Hoher Kaufpreis, wenig Reichweite, kaum Ladestationen - das sind häufig die Argumente, die gegen den Kauf eines Elektroautos sprechen. Eine Studie des Forums Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft  entkräftet nun immerhin den ersten Punkt: E-Autos sollen schon heute insgesamt kostengünstiger im Betrieb sein als vergleichbare Verbrenner.

Im Durchschnitt beträgt der Kostenvorteil demnach zwölf Prozent. Geringere Fix- und Werkstattkosten sowie Steuervorteile seien die Gründe dafür. Der erhöhte Umweltbonus für E-Autos ab 2020 sei bei den Berechnungen bereits berücksichtigt worden. Der Bund will rein elektrische Autos zukünftig mit 6000 Euro statt wie bisher mit 4000 Euro fördern, wenn ihr Listenpreis unter 40.000 Euro liegt.

Die Bundestagsfraktion B90/Die Grünen gab die Studie in Auftrag. Es wurden sechs Autopaare untersucht, jeweils ein reines Elektroauto und ein Verbrenner aus fünf Fahrzeugsegmenten, die in Größe, Ausstattung und Leistung vergleichbar sind.

Die Untersuchung ergibt, dass sich auf fünf Jahre gesehen und bei einer jährlichen Fahrleistung von 15.000 Kilometern je nach Modell ein absoluter Kostenvorteil zwischen 720 Euro beim BMW i3s und 24.540 Euro beim Tesla Model 3 ergibt. Käufer eines VW E-Golf sollen 6360 Euro sparen. Die hohe Differenz bei der Ersparnis zwischen BMW und Tesla kommt vor allem durch den deutlich höheren Wertverlust beim vergleichbaren Verbrenner zustande, so die Autoren. Grundlage der Berechnungen seien Angaben des ADAC aus dem Jahre 2019.

Geringe Reichweite schreckt viele ab

Die Autoren der Studie kommen zu dem Schluss, dass der höhere Kaufpreis bei E-Autos durch geringere Betriebskosten sowie oftmals durch geringere Werkstatt- und Fixkosten wettgemacht werden kann. "Der finanzielle Vorteil ist aber (noch) so gering, dass er andere Hemmnisse bei der Kaufentscheidung (wie Reichweite und Ladeinfrastruktur) offensichtlich meist nicht ausgleichen kann", heißt es.

Einer aktuellen Umfrage des Bundesverbandes Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (Bitkom) zufolge können sich weniger als die Hälfte der Deutschen vorstellen, ein Elektroauto zu kaufen . Etwa zwei Drittel der Befragten schrecken die geringe Reichweite und ungenügende Ladeinfrastruktur ab. Zumindest letzteres Problem will die Bundesregierung angehen und in den nächsten Jahren 3,5 Milliarden Euro in den Ausbau der öffentlichen Ladeinfrastruktur investieren, wie beim "Autogipfel" im November bekannt wurde.

"Die Menschen müssen sehen, dass das Laden eines Autos kein Problem mehr, sondern im Gegenteil genauso einfach wie Tanken heute ist", sagte Grünen-Fraktionsvize Oliver Krischer, nachdem die Ergebnisse der Studie bekannt wurden. Dazu brauche es endlich an allen größeren Pendlerparkplätzen, Tiefgaragen und Parkhäusern genug Ladesäulen.

len/afp
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