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Stuttgart: Verpackte Botschaft

Foto: Christine Lehmann

Stuttgart Aktivisten packen falschparkende Autos in Folie ein

An den falschen Stellen geparkte Autos können für Radfahrer und Fußgänger schnell sehr gefährlich werden. In Stuttgart haben Aktivisten das Problem jetzt mit einer charmanten Aktion prominent gemacht.

Es sind nur noch wenige Tage bis Weihnachten, doch in der Stuttgarter Innenstadt werden Falschparker schon jetzt mit Geschenken überrascht. Der Inhalt: ihre eigenen Wagen, in Klarsichtfolie verpackt. Dazu gibt es ein freundliches Grußkärtchen mit dem Hinweis, dass das eigene Parkverhalten Kinder, Fahrradfahrer oder Menschen mit Rollator behindert und gefährdet: "Kannste so parken, ist dann halt scheisse", heißt es darauf beispielsweise.

Eckenparken Aktion 1

Eckenparken Aktion 1

Foto: Christine Lehmann

Wie in allen größeren Städten herrscht in Stuttgart Parknot. Es gibt zu viele Autos für zu wenige Stellplätze. Die Aktion fand in der Nacht von Sonntag auf Montag in einem Wohnviertel mit Kitas und Schulen statt. Das größte Problem stellen Autos dar, die an Straßenkreuzungen an der Gehwegkante parken. Denn die Ecken müssen frei bleiben und Autos dazu mindestens einen Abstand von fünf Metern halten, bestätigt ein ADAC-Verkehrsjurist.

"Kinder können nicht alleine zur Schule laufen, weil sie an den Ecken nichts sehen; Kinder können auch nicht mit Eltern auf Kinderrädern zur Schule fahren, weil sie an den Ecken nicht durchkommen", sagt Stadträtin Christine Lehmann (Bündnis 90/Grüne), die auch auf ihrem Blog auf die Aktion hinweist . Die Aktion findet in den sozialen Netzwerken Anhänger.

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Zweirat Stuttgart, eine Ideenplattform rund um den Radverkehr, ruft sogar zur Nachahmung der Aktion auf:

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Die Stadt kündigte an, bei entsprechenden Verstößen von Autofahrern künftig stärker einzugreifen. Auch werde es mehr Behördenmitarbeiter geben, die diese konsequenter ahnden sollen. "Der Gemeinderat hat jetzt beschlossen, dass dafür neue Stellen geschaffen werden können", heißt es in einer offiziellen Stellungnahme. Bisher seien täglich zwei Kollegen in dem Gebiet unterwegs und verteilen Strafzettel.

Heidelberg zettelte ab

Immer wieder gibt es in den Städten Konflikte zwischen den verschiedenen Verkehrsteilnehmern. Radfahrer oder Fußgänger beklagen, dass Autofahrer ihre Wege blockieren. Diese wiederum beschweren sich über rüpelhafte Kampfradler, die sich nicht an Regeln halten. Eine Aktion wie in Stuttgart - mit verpackter Botschaft - ist da die charmantere Auseinandersetzung miteinander. Doch sie könnte im Einzelfall auch Folgen haben. Wird das Auspacken des Autos schwierig, liegt nach Paragraf 303, Absatz 2 womöglich eine Sachbeschädigung vor.  

Aktion in Heidelberg

Aktion in Heidelberg

Foto: Uwe Anspach/ picture alliance / dpa

In Heidelberg initiierte die Stadt selbst gemeinsam mit der Arbeitsgemeinschaft Fahrradfreundliche Kommunen im vergangenen Jahr eine Aktion, bei der ein falsch geparktes Auto in der Innenstadt über und über mit blauen Post-it-Zetteln beklebt wurde. Der Wagen war eigens für die Aktion dort abgestellt worden.

Video: Der #Falschparker-Paparazzo

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mhu