Zu hohe Emissionen Linke, Grüne und SPD wollen SUV-Trend stoppen

In diesem Jahr werden voraussichtlich eine Million SUV neu zugelassen. SPD, Linke und Grüne wollen die Modelle nun mit Steuern, Maut und Flottengrenzwerten ausbremsen.

DPA

SUV werden immer beliebter, verbrauchen durch das höhere Gewicht jedoch mehr Sprit und sorgen damit für steigende Emissionen. SPD, Linke und Grüne wollen nun gegen die von der Verkehrspolitikerin Ingrid Remmers (Linke) als "völlig übermotorisierte Panzermodelle" bezeichneten Autos vorgehen. Darüber berichtet die "Welt". Denn der notwendige Klimaschutz werde Lemmers zufolge durch die großen und schweren Autos "ad absurdum geführt".

Die drei Parteien wollen die SUV-Verkäufe allerdings auf unterschiedliche Arten drosseln. So forderte die SPD die Festlegung ambitionierter Flottengrenzwerte auf EU-Ebene. Das solle die Autokonzerne dazu bringen, technische Entwicklungen voranzutreiben, aber auch stärker für emissionsarme Pkw zu werben.

Linke will Dienstwagen-Privileg ökologisch ausrichten

Linke-Verkehrspolitikerin Lemmers forderte dagegen, die steuerliche Entlastung von Dienstwagen nach ökologischen Kriterien auszurichten, denn 80 Prozent der SUV seien als Dienstfahrzeuge zugelassen. Zusätzlich solle auch die Kfz-Steuer ökologisch ausgerichtet werden. Die FPD wies diese Forderung zurück. Über die Kfz-Steuer werde den Käufern schon genug in die Tasche gegriffen, sagte FDP-Verkehrsexperte Oliver Luksic der "Welt".

Die Grünen wollen den SUV dagegen mit einer Maut beikommen. Sie solle nicht nur zeitlich, sondern kilometergenau abgerechnet werden, zudem sei eine Staffelung nach Emissionsklassen möglich. "Wer viel fährt und mit seinem Auto auch viele Treibhausgase produziert, der muss mehr bezahlen", sagte der baden-württembergische Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne). Dies sei ein sinnvoller Beitrag zur Finanzierung der Mobilität der Zukunft.

ene

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insgesamt 155 Beiträge
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hinterfrager09 24.06.2019
1. Vorwärts immer - rückwärts nimmer
Auf in die finale, sozialistisch-grüne Planwirtschaft inkl. Autofahrer-Komplettüberwachung (Strecke, Fahrleistung usw.). Ohne mich - wer mir so kommt trifft auf meine Ablehnung und Widerstand. Ich fahre weder SUV noch halte ich davon viel, aber alles hat seine Grenzen. Über Kfz-Steuer, Mineralölsteuer und Mwst--Steuer (die beim Kauf teurerer SUV-Modelle ja auch mehr Ertrag abwirft für Vater Staat) stehen den DDR-Volksministern mehr als genügend Lenkungsmittel zur Verfügung. Alles war ich da an Verboten, Gängelungen und Ideologien lese wird sehr viele Bürger vom so wichtigen Anliegen des Umweltschutzes entfernen statt sie mitzunehmen. Schade. Die Grünen schaffen es, es sich mit vielen Bürgern bis zur nächsten Wahl so zu verscherzen, dass auch ein smarter Schriftsteller - äh Politiker - wie Hr. Habeck nichts mehr für sie tun können.
lock_vogell 24.06.2019
2. wie wäre es...
... die innenstädte einfach für autos ab 1,8 tonnen zu sperren, für alles was schwerer ist, braucht man sondergenehmigungen (umzug, transport, belieferung...) und gut.
kritischer-spiegelleser 24.06.2019
3. Linke, Grüne und SPD
haben wieder einmal keine Ahnung wovon sie reden. SUVs haben dieselben großen oder kleine Motoren wie andere PKWs auch. Und wie andere Modelle Zweirad- oder Vierradantrieb. Ein SUV ist gekennzeichnet durch einen höheren Fahrersitz, einen bequemeren Einstieg. Gerade günstig für ältere Herrschaften. Die Traumtänzer von Linke, Grüne und SPD sehen wieder nur die Mär vom höheren Spritverbrauch der SUVs.
max_schwalbe 24.06.2019
4. Richtig so
Steuerliche Vergünstigungen für Dienstwagen von deren Energiebilanz abhängig zu machen, ist das Gebot der Zeit. SUVs haben zudem nicht nur ein energetisches Problem (der höhere Verbrauch kommt übrigens zusätzlich zum Gewicht durch den höheren Luftwiderstand zustande), sondern sie blockieren mit ihren LKW-artigen Abmessungen Innenstädte ebenso wie schmale Landstraßen. Privat kaufen vor allem ältere Menschen SUVs, wegen der komfortablen Einstiegsverhältnisse. Diese lassen sich aber auch in anderen, leichteren PKW realisieren. Ein andere Argument ist die Sicherheit - heutzutage bräuchte man eben einen SUV, um sich vor dem hektischen, übermotorisieren Verkehr zu schützen falls es mal knallt. Subjektiv betrachtet verständlich, objektiv betrachtet ein klares Zeichen dafür, dass verkehrspolitisch grundsätzlich etwas vollkommen schief läuft. Zu einem menschlichen Verkehrskonzept der Zukunft gehören deshalb auch härte Strafen für Temposünder, häufigere Radarkontrollen und ein Tempolimit auf Autobahnen. Wer rasen möchte, kann sich gerne auf abgesperten Rennstrecken einmieten und sich Adrenalin holen soviel man möchte. Aber, bitte dort!
hermannsson 24.06.2019
5. Nur Regulierung kann den Irrsinn stoppen
Leider ist einmal wieder eine Regulierung notwendig, weil die "freien" Bürger auf den Zug der Geltungssucht, Modetrend-Eiferei und sonstigem Irrsinn aufgesprungen sind. Ohne dass man dem Bürger Schranken setzt, ist er offenbar nicht bereit, sein Verhalten zu ändern. Das ist so bei Plastiktüten oder Einwegbechern, Fleischkonsum und Massentierhaltung, Hähnchenschreddern und eben auch und gerade beim Auto. Fragt man Leute auf der Straße, beschweren sich viel über diesen SUV Irrsinn, diese großen Kisten mit nur einem Fahrgast, über den Spritverbrauch, Luftqualität in Innenstädten und Platzverschwendung in Parkhäusern. aber jeder macht diesen Irrsinn mit. Weil eben die Regulierung fehlt. Unsere Umwet braucht Regulierung, unsere Umwelt braucht Friday For Future und noch mehr Menschen, die diesem Autowahn endlich die notwendigen Schranken setzen.
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