Tausende Liter Diesel und Super verwechselt Verzapft

Ein Lkw-Fahrer hat Benzin und Diesel durcheinandergebracht - leider fuhr er einen Tankwagen und belieferte eine Tankstelle. Jetzt spricht sein Chef.

Zapfpistole an einer Tankstelle: Fatale Verwechslung
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Zapfpistole an einer Tankstelle: Fatale Verwechslung


An Tankstellen passiert dieses Missgeschick häufig: Autofahrer greifen zur falschen Zapfpistole und füllen Benzin in ihr Fahrzeug, obwohl eigentlich Dieselkraftstoff hinein gehört. Allein der Pannendienst des ADAC rückt aus diesem Grund pro Jahr mehr als 5000 Mal aus. In Burgdorf in Niedersachsen haben aber jetzt innerhalb kurzer Zeit rund 150 Autofahrer den falschen Sprit getankt. Allerdings war es nicht ihre Schuld - ein Tankwagenfahrer hatte in der Nacht auf vergangenen Samstag die Zapfsäulen falsch befüllt und Diesel mit Super verwechselt.

"Am Samstagmorgen haben sich die Beschwerden gehäuft", sagt Cord Bösch, der Geschäftsführer der Tankstelle in Burgdorf. Viele Stammkunden haben sich gemeldet, erzählt er. Sie mussten in die Kfz-Werkstatt, weil bei ihren Autos der Motor stotterte oder gar nichts mehr ging. Kann ja mal vorkommen, dass man sich verzapft, ihm sei das ja auch schon passiert - aber gleich so viele? "Wir haben dann die Zapfsäulen geprüft", sagt Bösch.

Er stellte fest: 12.000 Liter Benzin waren nicht dort, wo sie hingehören. Und 12.000 Liter Diesel auch nicht. Die Kraftstoffe waren vertauscht. 24.000 Liter Sprit im Eimer.

Kein schlechets Wort über den Unglücksraben

"Bei uns tankt man mit einer Karte, es gibt keinen Tankwart. Über das System konnten wir sehen, wer hier war, also haben wir sofort alle betroffenen Kunden angeschrieben", sagt Bösch. 130 Autofahrern überbrachten sie die schlechte Nachricht. Bei etwa 20 Kunden warten sie noch, darauf dass sie sich melden. Bösch rechnet mit einem Schaden im sechsstelligen Bereich: "Zwischen 100.000 und 200.000 Euro." Die Tankanlage muss komplett abgepumpt und gereinigt werden, hinzu kommt die Entschädigung für die Kunden.

Über den Mann, der an allem schuld ist, verliert Bösch kein schlechtes Wort. "Der ist eigentlich sehr erfahren", sagt er. Der Zeitung "Hannoversche Allgemeine", die über den Fall berichtete, sagte Bösch, der Unglücksrabe sei "fix und fertig".

Er habe schlichtweg die Tanks auf seinem Lastwagen verwechselt: "Die Kraftstoffmengen, die wir uns liefern lassen, sind im Vergleich zu größeren Tankstellen relativ gering. Deshalb hat der Transporter vier Tanks mit jeweils unterschiedlichen Spritsorten." Der Fahrer müsse sich dabei merken, welcher Sprit in welchem Tank ist, es gebe keine Kennzeichnung. In diesem Fall sei das schief gegangen.

"Für die Zukunft", sagt Bösch, "werden wir dieses System modernisieren."

cst

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