Tankstellen Aral beklagt "Preiskrieg"

Die Mineralölgesellschaft Aral hat einen dramatischen Preisverfall an den deutschen Tankstellen ausgemacht, der auf eine Aktion des Konkurrenten DEA zurückgehen soll. Für die Autofahrer könnte sich der verschärfte Wettbewerb positiv auswirken.


Die Benzinpreise seien bereits um rund 13 bis 15 Pfennig gesunken, klagte der Vorsitzende des Marktführers Aral, Günter Michels, am Mittwoch in Bochum. "Wann der Spuk zu Ende ist, wissen wir nicht", sagte der Manager.

Von Aral als Übeltäter ausgemacht: Dea bietet seinen Kunden im Rahmen einer Bonusaktion Preisnachlass auf Benzin
DPA

Von Aral als Übeltäter ausgemacht: Dea bietet seinen Kunden im Rahmen einer Bonusaktion Preisnachlass auf Benzin

Ausgelöst wurde der "Preiskrieg" seiner Meinung nach durch die Tankstellenkette DEA, die seit Mitte März über eine Bonuskarte ihren Kunden einen Preisnachlass von einem Pfennig je Liter gewährt. "Damit versucht erstmals eine Markengesellschaft, sich dauerhaft auf das Preisniveau der freien Tankstellen zu begeben und damit Marktanteile zu gewinnen", sagte der Aral-Chef.

Die Aktion des Konkurrenten habe in den letzten Wochen eine Preisspirale nach unten ausgelöst, die mit einem dramatischen Margenverfall für alle Beteiligten verbunden sei. "Wenn diese Situation anhält, sind Hunderte mittelständische Unternehmen gefährdet", warnte Michels.

Die "extreme Preissensibilität der Autofahrer" machte dem deutschen Marktführer bereits im vergangenen Jahr zu schaffen. Der nicht näher bezifferte Gewinn des Tankstellenkonzerns schrumpfte Michels zufolge um 15 Prozent.

Auch mengenmäßig musste der Konzern Federn lassen: Der Kraftstoffabsatz sank durch den Verkauf des belgischen Tankstellennetzes um 0,7 Prozent auf rund 12,5 Millionen Tonnen. Der Umsatz stieg dennoch durch die Erhöhung der Mineralölsteuer, den Anstieg der Rohölpreise und den höheren Dollarkurs um knapp sieben Prozent auf 20,8 Milliarden Mark.



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