Techniktrend LED-Licht Schöner Schein spart CO2

Früher waren Scheinwerfer rund - und fertig. Heute sind aus ihnen Hightech-Leuchtkörper in fast beliebiger Form geworden. Bei BMW gibt es charakteristische Leuchtringe; Audi setzt auf moderne LED-Technik. Mit den Leuchtdioden lässt sich sogar Sprit sparen.


Das Auto war so gewaltig, dass eine kleine, aber bedeutende Innovation niemandem auffiel. Vor rund fünf Jahren zeigte Audi in Detroit die Studie Pikes Peak Quattro, aus der später der Geländekoloss Q7 wurde. Die Studie verfügte über die weltweit ersten Nebelscheinwerfer mit LED-Technik. Im Rückblick erscheint das ziemlich hellsichtig, denn inzwischen sind markante LED-Scheinwerfer zu einem Markenzeichen der VW-Tochter geworden. Ob bei Konzeptautos wie einer kürzlich gezeigten A1-Studie oder Serienfahrzeugen - die LED-Technik soll Audi-Modelle insbesondere bei schlechten Sichtverhältnissen oder bei Nacht unverwechselbar machen. Das gelingt zum Beispiel durch den feschen Schwung des Tagfahrlicht-LED-Bandes beim Audi A4 oder durch die charakteristischen Leuchtquader in den Heckleuchten des Audi A6.

Licht emittierende Dioden, kurz LEDs genannt, sind besonders klein, haltbar und sparsam. Im Vergleich zu Halogenscheinwerfern weisen aktuelle LEDs eine etwa viermal höhere Energieeffizienz aus. Letztlich, so die Audi-Techniker, helfe LED-Licht beim Spritsparen. Vor allem, wenn ab Mai 2011 in ganz Europa die Tagfahrlichtpflicht eingeführt wird.

Wer dann mit klassischem Abblendlicht, Rücklicht und Kennzeichenbeleuchtung unterwegs ist, benötigt stetig rund 200 Watt Leistung, die von der Lichtmaschine des Autos erbracht werden müssen. Das LED-Tagfahrlicht eines Audi A5 jedoch komme mit 15 Watt aus. "Unter dem Strich entspricht das einer Ersparnis von 0,2 Liter Benzin pro 100 Kilometer sowie rund 4 Gramm weniger CO2-Emission pro Kilometer", heißt es bei Audi.

LED-Tagfahrlicht nur gegen Aufpreis

Spritverbrauch und Schadstoffausstoß des Wagens sinken, das ist lobenswert. Was Audi jedoch noch mehr freuen dürfte ist, dass der Umsatz klettert. Denn LED-Tagfahrlicht, das inzwischen von mehr als der Hälfte aller Käufer eines neuen Audi A3 oder A4 bestellt wird, ist natürlich aufpreispflichtig. Das grellweiß geschwungene Leuchtband für das Mittelklassemodell A4 beispielsweise ist nur in Kombination mit den Xenon-plus-Scheinwerfern zu bekommen, und die kosten 975 Euro Aufpreis.

Weil LED-Licht aufgrund seiner Helligkeit und Dauerhaltbarkeit mehr Sicherheit verspricht und zugleich das Design sehr viel origineller und freier gestaltet werden kann, dürfte diese Technik künftig die bisherigen Lichtquellen allmählich verdrängen. Die nächste Generation weißer Hochleistungs-LED, die im kommenden Jahr auf den Markt kommt, werde erstmals die Effizienz des Xenonlichts schlagen, erklärt Stephan Berlitz, Leiter der Lichttechnik und Elektronik bei Audi.

Wilder Stier statt tapsiger Bär

"Leuchtdioden sind vergleichbar mit Computerchips. Alle zwei Jahre gibt es eine Leistungssteigerung von rund 30 Prozent", sagt Berlitz. Er spricht im Zusammenhang mit den kommenden Lichtquellen gern von "digitalem Licht". Das soll sich künftig in seiner Helligkeit flexibel steuern lassen und stets den Sichtverhältnissen in der jeweiligen Situation des Autofahrers angepasst werden. Bereits in der Vorentwicklung befindet sich ein LED-Fernlicht, das Autofahrer blendfrei durch die Nacht führen soll, weil entgegenkommende Fahrzeug von der Steuerelektronik erkannt und die Lichtintensität entsprechend variiert wird.

Neben den technischen Aspekten aber dürfte für viele Autofahrer die besondere Optik das wichtigste Argument für LED-Scheinwerfer sein. Audi forciert das durch die spezielle Gestaltung. Die Modelle erhielten durch die neuen Scheinwerfer eine ganz andere Körpersprache, sagt André Georgi, Lichtsystem-Designer in Ingolstadt. "Früher wirkte das Lichtschema, also der Kühlergrill in Kombination mit den runden Leuchten, eher wie das Gesicht eines freundlichen Bären." Das sei nun anders geworden. Georgi. Im LED-Tagfahrlicht des R8 erkennt er einen Stier.



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